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Mohammed-Verunglimpfung: Die Satire-Magazine Charlie Hebdo und Titanic versuchen, was geht. Angesichts der Brisanz ums Thema stellt sich die Frage, ob die Chefredakteure noch wissen, was sie tun
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Wasser aufs Öl

Das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo und ihr deutsches Pendant Titanic provozieren den Ernstfall, indem sie sich unter dem Mantel der Satire radikal dem alten Kampf des Christentums gegen den Islam widmen. Alles Satire? Mitnichten. Die Sache ist viel zu ernst.

Von Nina Brenthäuser (2012-09-21)

Satiriker gelten als aufgeklärte Leute, die gesellschaftliche und politische Verschrobenheiten, Ungerechtigkeiten und Verfehlungen im Allgemeinen auf den Punkt zu bringen wissen. Man hält Satiriker zudem für intelligent, intellektuell und unbestechlich. Auf die Idee, dass Satiriker auch das Gegenteil sein könnten, ist offiziell noch niemand gekommen. Gute Satiriker achten stets die Rote Linie, die die Grenze zu Hetze und Rassismus bildet.

titanic-titel oktober 2012Jedes Superhirn mit komödiantischem, kabarettistischem oder satirischem Anspruch findet bekanntlich seine Grenze, wenn es ins Absurde abdriftet, das Publikum nicht mehr lacht oder die Rote Linie überschritten wird. Wenn Menschen sterben, weil ein konditionierter oder ungebildeter Mob Botschaften stürmt oder in die Luft jagt, hört der Spaß auf. Er hört auch auf, wenn Komödianten oder sich als Satiriker verstehende Zeitgenossen die Rote Linie nicht mal mehr kennen.

Dass die Chefredaktion des angesehenen französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo und die des deutschen und ebenfalls angesehenen Pendants Titanic dies nicht zur Kenntnis nehmen, indem sie unter der Haube des Genres 'Satire' aus rein kommerziellen Interessen Wasser auf brennendes Öl gießen, zeigt, dass Ethik offenbar ein unverstandenes Fremdwort in den Redaktionen dieser Magazine ist.

Um Auflage zu machen, riskieren diese beiden bislang angesehenen Mags, ihre Reputation zu verspielen - und gehen auf Dummenfang. Da könnte man sich ja beim Nachmittagsprogramm von RTL und RTL II wähnen. Auf jeden Fall bei Medien, deren Redaktionen von Ethik auch noch nichts gehört haben und nur auf die Quote achten.

Karikaturist Luz von Charlie Hebdo musste sich in der Diskussionsrunde 28 Minutes (Arte) vom 20.09.2012 unter der Moderation von Elisabeth Quin Populismus, Rassismus und rein kommerzielle Interessen für die aktuelle Ausgabe vorwerfen lassen, auf deren Titel ein bandagierter Mohammed im Rollstuhl von einem Rabbi geschoben wird. Überschrieben ist die Zeichnung mit Intouchables (Unberührbare). Natürlich sind weder Muslime noch Juden unberührbar. 

Ältere Semester dürften sich in Bezug auf die Mohammed-Satiriker aus Dänemark, Deutschland und Frankreich an den Völkischen Beobachter erinnert fühlen, der im Kern auch nicht schlechter gehetzt hatte und - liest man ihn heutzutage in Replika als Beilage der Zeitschrift Zeitungszeugen - fast schon als Satire durchgehen könnte, wären die Inhalte zum realen Hintergrund nicht so ernst. Das sind sie auch heute noch, und nicht erst seit der Veröffentlichung des Films Die Unschuld der Muslime.

Pop-Musik-Liebhaber, zumal kritische, könnten Chris de Burghs Lied Crusader vom gleichnamigen Album heranziehen, um all denen, die in Geschichte nicht richtig aufgepasst haben, die ewige Problematik zwischen Christen und Heiden - wie die Christen alle Nicht-Christen seinerzeit nannten - nahezubringen. 

eulenspiegel-aktuellAndererseits: Auch hiesige Muslime-Verbände täten nicht schlecht daran, sich immer wieder einmal in den Koran zu vertiefen und ihre Glaubensbrüder und -schwestern im Morgenland Hinweise zur Mäßigung zu vermitteln. Denn im Koran steht, dass Muslime nicht töten sollen. Wenn nun seitens Frankreichs und Deutschlands Botschaften in islamischen Ländern geschlossen werden, sind das Vorboten einer kommenden düsteren Zeit, die doch auf Grund fortgeschrittener Aufgeklärtheit überwunden geglaubt schien. 

Angesichts dessen, dass manche Zeitgenossen mit ihrer komprimierten Intellektualität scheinbar nicht wissen, wie sie sie kontrolliert herauslassen können und mitunter kaum zwischen Volksverhetzung, Rassismus und Meinungsfreiheit zu unterscheiden in der Lage sind, muss man sich Gedanken darüber machen, wer wie und warum unter das Genre-Dach 'Satire' schlüpft und wer zu den Aufstachlern zwischen den Religionen gehört.

So einfach wie es bisher war, ist es nicht mehr. Soll heißen: Nur weil 'Satire' darauf steht, ist noch lange keine darin. Charlie Hebdo und Titanic müssen sich genauso wie profane Konzern-Medien hinterfragen, inwieweit sie noch vor der Roten Linie stehen. Die Satire-Zeitschrift Eulenspiegel hat es bislang zumindest unterlassen, sich an hetzerischen Geschmacklosigkeiten zu dem Christentum gegenüberstehenden Religionen auszulassen. Es gibt genug andere Themen.

Vielleicht müssen die Anforderungsprofile für Redakteursstellen modifiziert werden. Vielleicht ist auch ein kritischer Blick auf die Journaslistenschulen nötig, die ihre weichgespülten Absolventen in den Arbeitsmarkt entlassen. Da erfährt der Begriff 'Satire' irgendwie eine veränderte Bedeutung.

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2012-09-21)

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