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Müller, Leo: Ackermanns Welt

Volltitel: Ackermanns Welt. Ein Tatsachenbericht.

Erschienen: September 2006

Verleger: Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg

ISBN: 3-498-04505-9

Seiten: 260

 

Rezension von Hubertus Molln (2006-10-19)

Recht liebenswürdig beschreibt Müller auf den ersten dreißig, vierzig Seiten den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, der aus tiefster schweizerischer Provinz in die große weite Welt hinauszog, um eins zu werden: erster. Akribisch, und mit jeder Menge Fakten unterlegt, schildert Müller, der spätestens seit seinem Buch Gladio - das Erbe des Kalten Krieges für recherchebehafteten Journalismus und klaren Schreibstil bekannt ist, das bereits an der Hochschule St. Gallen beginnende berufliche Leben des Josef Ackermann. Geld habe diesen stets interessiert, doch nicht der schnöde Mammom, sondern die Theorie darin und darum, das arbeitsteilige, politische Geld gewissermaßen. Ackermanns Interessen galten daher der Geldtheorie, aber weder konnte er sich auf die Seite erklärter Monetaristen und der Chicago Boys wie Milton Friedman schlagen, noch auf die von John Maynard Keynes, dem Gegenpol zu Friedman.

John F. Kennedy sei Ackermanns gesellschafts- und sozialpolitisches Vorbild gewesen, und liest man genau, ist unschwer zu erkennen, daß nicht einzig das aktive Wirken Kennedys ihn beeindruckte, sondern auch das charismatische. Jugendlicher Idealismus ließe sich das nennen, denn der Joe war gerade dreizehn, als JFK via TV und Radio in die Wohnzimmer des Westens eindrang. Folgt man dem Autor Zeile um Zeile, dann wird klar, daß der jugendliche Idealismus Josef Ackermann abhanden gekommen war, als er sich thematisch der Geldtheorie verschrieb, stets unter der Prämisse, Meister aller Klassen zu werden.

Rund 7000 Euro soll er pro Stunde verdienen, knapp zwölf Millionen im Jahr 2005. Das ist im internationalen Vergleich seiner Kreise auch nicht allzuviel. Einem Ackermann hingegen muß dieses Einkommen als nicht ausreichend vorkommen, doch, wie Müller in dieser spannenden Analyse zu Tage fördert, braucht Ackermann es nicht zum schierem Ausgeben, sondern als Eintrittskarte in gesellschaftlich noch betuchtere Kreise.

Das Victory-Zeichen, mit dem Josef Ackermann sich der Welt als arrogant und scheinbar über den Dingen stehend präsentierte, hat ihm viel Schaden zugefügt. Einem Kennedy war Derartiges nie passiert. Müller behandelt auch diese Sequenz dramaturgisch vorbildlich und ruft noch einmal ins Gedächtnis, welch enormer Skandal die Vorgeschichte des V-Zeichens ist. Weit darüber hinaus - und detailliert geschildert - bekommt man bei der Lektüre einen Überblick zu Ackermanns Netzwerken, und einen Einblick in Teilbereiche des Räderwerks der internationalen, speziell der euro-atlantischen Finanzwirtschaft, und man darf es durchaus vulgo auf den Punkt bringen: Buddy-Business.

Ackermanns Welt ist daher über die im Fokus stehende Person Josef Ackermann hinaus ein wichtiges Buch. Es informiert nicht nur über den Geldadel. Auch wo die deutschen Fernsehsender Pro7 und SAT1 ihre Einnahmen anlegen - nicht nur auf den Cayman Inseln - erwähnt Müller unmißverständlich. Sehr zu des Lesers Freude läßt der Autor auch eine knapp gefaßte Chronik, ausreichende bibliographische Angaben und Quellenhinweise, sowie ein Namensregister nicht vermissen.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2006-10-19)

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