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Geld korrumpiert und macht nicht glücklich. Oder doch? Stephen Milburn Andersons Film Ca$h gibt darauf eine Antwort
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"Zur Hölle mit dem Teufel"

Stephen Milburn Anderson hat nach Jahren mal wieder einen Kinofilm gedreht. Das Ergebnis ist ein kleines Meisterwerk

Von Liz Bremer (2010-02-27)

Der Film beginnt recht harmlos, musikalisch aber bestens untermalt mit Jim Biancos Stück I Got A Thing For You. Ein Flugzeug landet (in Chicago), Pyke Kubic, gespielt vom Briten Sean Bean, spaziert mit einem Koffer durch die Halle, nimmt sich einen Mietwagen, fährt in ein Motel, räumt die Möbel beiseite, um besser meditieren zu können, und besucht dann seinen Bruder Rees - ebenfalls von Bean gespielt - im Knast.

Der sitzt da, weil er eine Hunderennbahn abgezockt hat und auf der Flucht von den Cops gestellt wurde. Den Koffer mit Geld aber hatte er noch rechtzeitig von der Brücke eines Freeways aus dem Wagen werfen können. Das wertvolle Utensil landete auf der Motorhaube des jungen Sam, gespielt von Chris Hemsworth, der sich anfänglich darüber aufregt. Als er feststellt, dass jede Menge Kohle auf seinem Buick gelandet ist, sieht er die Sache anders. 

 Sam und seine Frau Leslie, gespielt von Victoria Profeta, stecken gerade in Schwierigkeiten, weil sie im Rückstand mit ihren Hypothekenraten sind und sich mit ihrem Kontoführer herumschlagen müssen. Der Koffer Bargeld ändert die Situation des bis dahin grundehrlichen jungen Paares. Haben sie anfänglich noch Gewissensbisse, weil sie fremdes Geld in Händen halten, sehen sie die Angelegenheit bald praktisch. 

Sie gehen einkaufen. Neues Auto, neue Möbel, neuer Fernseher, neue Kleidung. Und sie gehen lecker essen. Das Geld sei ja vom Himmel gefallen, meint Sam. Es gehöre ihnen zwar nicht, doch niemand wisse, dass sie es haben. Natürlich haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und der heißt Pyke. Er ist ein akribisch vorgehender Sucher nach dem Geld und hat einige Tricks drauf.

Während sich Sam und Leslie wie im siebten Himmel fühlen, ist er ihnen auf der Spur und erlebt dabei so manche Skurrlität. Meist bleibt er dabei Gentlemen. Meist. Denn Pyke ist ein Psychopath. Bevor er gewälttätig wird, muss er stets einen Schluck Leitungswasser trinken. Danach ist er kaum noch zu bremsen.

Er spürt das Paar auf und will das Geld. Sam und Leslie verstehen schnell, rücken es heraus, doch es fehlt das, was sie bereits ausgegeben haben. Pyke entpuppt sich als wahrer Erbsenzähler und Buchhalter, der sich vorrechnen lässt, wie viel Geld ursprünglich im Koffer war, und nistet sich bei den beiden ein. Er macht ihnen auf zunächst ruhige, dann auf ruppige Weise klar, dass sie die Differenz bis auf den letzten Cent zurückzuzahlen hätten. Hierzu lässt er sich allerlei einfallen.

Von nun an entwickelt sich der Film als eine Mixtur aus Psychothriller und Charakterstudie und hält eine Menge Überraschungen bereit. Sam und Leslie, die sich als rechtschaffene Bürger verstanden hatten, durchleben eine Transformation und erkennen sich bald selbst nicht wieder.

Sie sind Vegetarier und werden auf einmal mit Eiern und Fleisch konfrontiert. Hinzu kommt, dass sie Nichtraucher sind und plötzlich Pykes Zigarettenkonsum mitansehen und den Qualm ertragen müssen. Pyke hat Spaß daran, das Paar mit derartigen Missetaten zu malträtieren. Wobei diese noch als harmlos erscheinen.

Ca$h ist ein Film, der auch von den Coen-Brüdern stammen könnte. Er erinnert in seiner Struktur und seinen Wendepunkten an deren Film Fargo (1996), wenngleich er nicht dessen makabre Brutalität enthält. Er zeigt, wie sehr Geld Menschen korrumpieren kann, wie weit es sie aus ihrem Korsett der Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit zu lösen im Stande ist und zu welchen Taten sie fortan bereit sind. Der Film zeigt ebenso, bis zu welchem Grad sich Menschen demütigen lassen können, bevor sie selber zu Kriegern werden. 

 Zuweilen weist er Züge eines spannenden Kammerspiels auf, dessen Spannungsbogen von der ausgezeichneten Leistung der drei Hauptfiguren getragen wird. Vor allem Sean Bean in der Rolle des Pyke liefert eine preiswürdige Vorstellung ab. Doch auch die New Yorkerin Victoria Profeta, die zuvor filmisch noch nicht großartig in Erscheinung getreten war, und der Australier Chris Hemsworth (manchen bekannt aus Star Trek) spielen sehr gut mit.

Der Film lebt auch von einer Ansammlung von angeblichen Nebensächlichkeiten, die aber derart wichtig sind, dass er ohne sie nicht funktionieren würde. Pyke will das ganze Geld und rechnet beispielsweise Sams und Leslies Hypothekenbanker vor, dass der ihnen durchaus noch einen Kredit auf ihr Haus geben könne. Klar, dass Pyke sich die Kohle einsteckt. Doch es reicht noch nicht zum Ausgleich der Differenz.

So kommt der Punkt, ab dem sich das Paar zu einer Entscheidung gezwungen sieht, um wieder ein normales Leben führen zu können. Pyke hingegen ist ein harter Brocken und seinen Quasi-Geiseln meist einen Schritt voraus. Da passt auch das zweite von drei Jim Bianco-Stücken, die im Film vorkommen, recht prächtig: To Hell With The Devil.

© Liz Bremer

© GeoWis (2010-02-27)

Webseite zu Ca$h >>

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