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Duncan Jones' mit Preisen ausgezeichneter Film Moon liegt nun als DVD und Blue-Ray vor
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Kleines Meisterwerk

Der vor zwei Jahren erstmals in die Kinos gelangte Film Moon ist jüngst als DVD und Blu-Ray auf Deutsch erschienen.

Von Jonas Littfers (2011-02-23)

Als David Bowie im November 1969 das Album Space Oddity veröffentlichte, lag die Mondlandung von Apollo 11 gerade vier Monate zurück. Bowie war im September 1969 ins Studio gegangen und spielte ein recht heterogenes Album ein, von dem der Titelsong mit seiner Merkzeile "Ground Control to Major Tom" die einzige Reminiszenz an den Weltraum - und eine deutliche an Stanley Kubricks 2001: A Space Odyssey - ist.

 Knapp vierzig Jahre später debütierte Duncan Jones, Bowies Sohn, auf dem Sundance Film Festival mit Moon. Im Juli 2009 kam der Film in Großbritannien in die Kinos, ein Jahr später in Deutschland.

Jones, der als Kind von 1976-79 mit seinem Vater in der Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg lebte und als Nachbarn Bowies Freund und Kollegen Iggy Pop hatte, gelang mit einem Budget von ca. fünf Millionen US-Dollarn ein kleines Meisterwerk, das inzwischen Kultstatus erlangt hat.

Man kann sich ausgiebig darüber unterhalten, weshalb Jones, der auch unter den Namen Joey Bowie und Zowie Bowie als David Bowies Sohn bezeichnet wurde, mit einem Thema als Regisseur reüssierte, das seinem Vater mit Space Oddity den ersten Hit bescherte. Ob man ohne Mithilfe der beiden Bowies bzw. Jones' zu einem stichhaltigen Ergebnis käme, ist eher zu bezweifeln.

Der Film, ausgezeichnet mit sechs renommierten Preisen, darunter der BAFTA, der British Independent Film Award, der Hugo Award, und sieben Nominierungen in unterschiedlichen Kategorien, ist ein beklemmendes, spannendes und hervorragend fotografiertes Kammerspiel, das mit wenigen Schauspielern auskommt und große philosophisch-ethische wie auch politische Fragen aufwirft. Eine davon ist das Klonen von Menschen und ihre ökonomische Verwertbarkeit.

 Sam Bell, gespielt vom US-Amerikaner Sam Rockwell, arbeitet fur das Unternehmen Lunar auf dem Mond. Er fördert Helium-3 zu Tage, das zur Erde transportiert und dort als Energierohstoff eingesetzt wird, was impliziert, dass Kohle-, Erdöl- und Gasvorkommen aufgebraucht sind.

Der Abbau von Helium-3 erfolgt automatisiert. Sam ist der Leitende Ingenieur, der alles überwacht und nach dem Rechten sieht, sobald es Probleme gibt.

Sam ist aber auch der Einzige, der auf dem Mond arbeitet. Nur der nahezu allwissende Roboter Gerty, dessen Stimme von Kevin Spacey (dt. v. Till Hagen) stammt, dient ihm als Gesprächspartner, Kummerkasten, Sklave und Aufpasser. Mitunter liefern sich Sam und Gerty intellektuell anmutende Streitgespräche.

Kontakt zur auf der Erde ansässigen Firma und zu seiner Frau (gespielt von Dominique McElligott) hält Sam mittels Video-Konferenz. Er freut sich darauf, seine Frau und Tochter wiederzusehen, tagträumt und fiebert der Rückreise entgegen, die nun bevorsteht. Ein Zwischenfall beim Helium-3-Abbau jedoch verlangt nochmals seine volle Aufmerksamkeit. Bei der Lösung des Problems verletzt er sich und muss in die Krankenstation seiner Mondbasis. Gerty erweist sich ihm als Krankenschwester. 

Gerty aktiviert aber auch qua Programmierung Sams Ersatz, einen Klon. Nachdem Sam 1 sich Sam 2 gewahr wird, entsteht ein Konflikt darüber, wer der echte, der menschliche Sam ist, der also, der eine Frau und eine Tochter hat, bis sich herausstellt, dass es keiner von beiden ist, die Frau schon vor Jahren verstarb und noch eine Reihe weiterer Sams in der Unterkellerung der Station auf ihren Einsatz wartet.

 Die beiden Klone sind schockiert, verbrüdern sich und wollen Gerty austricksen - was ein schwieriges Unterfangen ist -, denn sie wissen nun, dass Sam 1 die Rückkehr zur Erde nur vorgetäuscht wurde und er eliminiert werden soll. So geschah es seit Jahren mit den Sam-Klonen. Die beiden Sams finden eine Lösung, aber Sam 1 nützt sie am Ende nichts.

Jones dramatisches Kammerspiel, das in den berühmten Shepperton Studios gedreht wurde, in denen 1964 etwa Dr. Strangelove entstand, ist ein Menetekel für das, was uns bevorstehen könnte, ließe man der Umsetzung wissenschaftlich-technologischer Machbarkeit, deren Lobbyisten und ihren im Parlament vertretenen PolitikerInnen freien Lauf. Man denke nur an die Stammzellenforschungsdebatte.

Dass Moon auch ein Film ist, der auf leisen Sohlen daherkommt und durch seine spannenden Elemente wie ein Thriller mit Nachhaltigkeitseffekt wirkt, ist neben der Regiekunst von Jones vor allem der darstellerischen Leistung von Sam Rockwell zu verdanken.

Der seit mehr als zwanzig Jahren vielbeschäftigte Schauspieler (z. B. Last Exit Brooklyn, 1989; The Green Mile, 1999; Frost/Nixon, 2008) liefert ein Spiel ab, das nicht nur seine enorme Wandlungsfähigkeit sichtbar werden lässt, sondern auch zeigt, wie sehr er der Belastbarkeit einer Doppelrolle standhält und diese mit Bravour verkörpert.

 Moon, produziert von Stuart Fenegan und Sting-Gattin Trudie Styler, kann in absoluten Zahlen nicht mit den Giga-Produktionen eines Jerry Bruckheimer mithalten. Doch Jones' Film hat bisher etwas mehr als das Doppelte seiner Produktionskosten an den Kinokassen eingespielt.

Darum aber geht es nicht - nur. Moon hat, anders als etwa die Blockbuster Bruckheimers, Nachhaltigkeitswert und einen intellektuellen Anspruch, den man von Bruckheimer nicht kennt. Insofern hat Moon auch das Potential, ein Longseller zu werden - wie alle Kultfilme.

Dass nun DVD und Blu-Ray von Moon vorliegen, ist neben der ökonomischen Matrix auch eine willkommene Reminiszenz an Cineasten, die nicht auf die nächste Vorführung im Kino warten wollen.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2011-02-23)

Link

Offizielle Website zu Moon >> 

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