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Junkyard Dog von Kim Bass - Low-Budget-Produktion mit überfrachtetem Plot und schlechten Schauspielern
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Ein Mann und sein Hund

Junkyard Dog ist ein gutes Beispiel dafür, weshab mancher Film nicht ins Kino kommt.

Von Jonas Littfers (2011-03-02)

Autofriedhofbetreiber Jyd (Innis Casey) besitzt einen Abschleppwagen, zwei Aushubfahrzeuge, vulgo: Bagger, jede Menge Autos zum Ausschlachten und einen erstaunlich schlanken Schäferhund. Jyd baggert gern große Löcher aus und fristet im ländlichen US-Bundesstaat Tennessee ein tristes Dasein als Serienmörder mit eingefrorenen Eltern in seiner heruntergekommenen Schrottplatzbleibe. An seine jungen Opfer gerät er über die Telefonzentrale für Abschleppdienste. 

 Als die junge Audra Buckman (Galadriel Stineman) auf der abendlichen Fahrt zu einer Party mit ihrem gelben VW-Käfer mangels Sprit liegen bleibt, schleppt Jyd sie und ihr schönes Auto ab, verprügelt sie und wirft sie durch einen Schacht in ein stählern ummanteltes Verlies, in dem sich eine moderne Duschkabine, ein Esstisch mit zwei Stühlen, eine Kochgelegenheit und eine Matratzenliege befinden.

Dort vergewaltigt er sie regelmäßig und zwingt sie, mit ihm das Fleisch seiner bisherigen Opfer zu verspeisen, das Audra teils selbst zubereiten muss. Anfangs weigert sie sich, und es scheint, als lasse Jyd ihr dies durchgehen. Audra glaubt, solange sie sich vergewaltigen lässt, wird sie nicht getötet. Sie weiß nicht, dass Jyd seine Opfer stets nur einen Monat leben lässt und sie selbst bald als Speise dienen soll. Seinen Hund füttert Jyd ausschließlich mit Menschenfleisch.

Das Verschwinden Audras ruft erst den örtlichen Sheriff Holk (Brad Dourif), dann die FBI-Agentin Samantha Deatherage (Vivica A. Fox) auf den Plan. Während Holk dem Kannibalen misstrauisch begegnet, aber keine Veranlassung sieht, ihm ermittlungsmäßig auf den Zahn zu fühlen, macht sich Deatherage mit einem Foto Audras auf die Suche nach ihr. Dabei platzt sie auch in eine Tanzveranstaltung der Kleinstädter, auf der Jyd zugegen ist, und befragt - das Foto zeigend - einige der Anwesenden und ihn. Erfolglos. Klar.

 Jyd gefällt das nicht. Er folgt Deatherage mit seinem Abschleppwagen, um zu sehen, in welchem Motel sie absteigt. Am folgenden Morgen gelingt es ihm, sie mit einem Trick samt ihres defekten Wagens abzuschleppen. Die Agentin erblickt ein Indiz im Fond des Abschleppwagens und will Jyd auf dem Schrottplatz stellen, doch dessen Helferlein, der Schäferhund, fällt sie an. Jyd entwaffnet sie und verfrachtet sie zu Audra ins Verlies.

Fortan versuchen die beiden Frauen mehrfach und erfolglos, ihren Peiniger hereinzulegen, zu überrumpeln und dem Verlies zu entkommen. Als es ihnen schließlich gelingt, ist da immer noch der treue deutschstämmige Köter, der - wie sein Herrchen - durch den regelmäßigen Verzehr von Menschenfleisch offenbar unkaputtbar geworden ist. Es kommt zu einem spektakulären Showdown.

Der Film, der auf der deutschen DVD/Blu-Ray¹ mit der dramatischen Geschichte von Andrea Kampusch und Josef Fritzl wirbt, enthält durchaus und vielfach Suspense. Doch die Vermengung von Entführung, Einkerkern und Kannibalismus - hier in gewisserweise eine Analogie zum deutschen Kannibalen Armin Meiwes - ist voll von Mängeln, die sich nicht allein damit erklären lassen, dass er nur geschätzte 1,5 Millionen Dollar gekostet haben soll.

So wirken die Schauspieler erstaunlich eindimensional, was sich neben deren Spiel auch an den teils blassen Dialogen festmachen lässt. Das gilt für Vivica A. Fox (*1964), die in den USA vor allem als vollbusiges Fast-Nackt-Model über einen großen Bekanntheitsgrad verfügt, genauso wie für die junge Galadriel Stineman, die in Junkyard Dog ihre erste Hauptrolle hat.

Erschreckend unüberzeugend - und zum Glück mit wenig Dialog bedacht - tritt auch Innis Casey auf. Der 36-jährige Mexiko-affine kalifornische Schauspieler, der im Land der Azteken, Olmeken und Maya als Sänger bekannt geworden ist, mag zwar sein Bestes geben, das aber rangiert in etwa auf der Ebene seines dressierten Schäferhundes, dem Titelhelden des Films.

Betrüblich ist auch das Spiel Brad Dourifs, der einst so herrlich panne als Billy Bibbit in Einer flog über das Kuckucksnest und später in Die Augen der Laura Mars, Blue Velvet, Der Exorzist III oder Herr der Ringe zu überzeugen wusste. In Junkyard Dog stakst er - wie in vielen seiner herausragend schlechten Filme seine Karriere - in schulternverbreiternder Jacke durch den Film, dass er einem leidtun kann.

 Regisseur Kim Bass ist mit diesem Film, der zu Recht nicht in die Kinos gekommen ist, kein Meisterwerk gelungen. Nicht mal eins, dass für einen erfolgreichen Abschluss an irgendeiner deutschen Filmhochschule ausgereicht hätte. Der Plot - Serialkiller entführt seine Opfer, kerkert sie ein und verspeist sie hernach - ist etwas überzeichnet.

Es heißt, jeder Film sei nur so gut wie sein Drehbuch. Zu Junkyard Dog hat Bass das Drehbuch geschrieben. Offenbar ohne Gegenlesen eines Profis. Dem wäre sicherlich aufgefallen, dass der November keine 31 Tage hat. Produziert hat Bass den Film ebenfalls und ihn in seiner Firma Bass Entertainment Productions (BEP) verlegt. Da kann man nur hoffen, das Junkyard Dog kein Steuerersparnismodell sein soll und der Hund endlich mal vernünftiges Futter bekommt.

¹ Die deutsche Version der DVD/Blu-Ray ist um rund fünf Minuten kürzer als das Original. Einige offenbar zu harsche Szenen sind entfernt worden.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2011-03-02)

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