GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
23. August 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Bruce Dern ist für seine Rolle des Woody Grant in Alexander Paynes Film 'Nebraska' für den Academy Award nominiert. Angesichts seiner schauspielerischen Leistung müsste er den Oskar bekommen
Wir die Wand - Ein Film von Klaus Martens über die Südtribüne des BVB und ihre Bewohner
TV-Kritik: Der Hamburger Premiere-Tatort mit Wotan Wilke Möhring und Petra Schmidt-Schaller überzeugt durch seine Protagonisten
Round-the-World-Trip - The Substance von Martin Witz feiert weltweit Erfolge
TV-Kritik: Die Swingmädchen - Le Ragazze dello Swing. Aufstieg und Fall des Lescano Trios
Empire of the Sun - Steven Spielbergs Meisterwerk revisited
Die Wand - Ein Film von Julian Roman Pölsler
Herrlich schräg - Wes Andersons Komödie Moonrise Kingdom
Finchers Verblendung - Nichts für Rapace-Fans
TV-Kritik: Joseph Vilsmaiers Fernseh-Thriller 'Russisch Roulette' ist gar keiner. Eine Analyse
Alles, was wir geben mussten - Mark Romaneks Film nach dem Roman von Kazuo Ishiguro ist ein beklemmendes Schauerspiel zu einer Welt, in der wir leben
Die Zeit nach Bernd Eichinger - Der deutsche Film hat immer noch das Zeug, national wie international zu bestehen
The Clock - Christian Marclays Marathonwerk über die Uhrzeiten in Filmen ist vor allem eins: Kunst
Junkyard Dog von Kim Bass - Low-Budget-Produktion mit überfrachtetem Plot und schlechten Schauspielern
The Other Guys - Die etwas anderen Cops. Adam McKays Film setzt neue Standards im Comedy-Genre, ohne die Prinzipien des Genres zu verletzen
Duncan Jones' mit Preisen ausgezeichneter Film Moon liegt nun als DVD und Blue-Ray vor
Mit dem Film 'Russland - Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane' kommt Deutschlands aufwändigste Naturdokumentation in die Kinos
Collapse - Michael C. Rupperts Analyse und Ausblick vor dem Hintergrund von Peak Oil. Der fulminant informative Film von Chris Smith kommt nun als DVD und Blu-Ray in den Handel
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen II. Mega-Polit-Thriller der Extraklasse
Kult-Klassiker der Animation: Heavy Metal aus dem Jahr 1981
Kult-Klassiker in Schwarzweiß: Das Totenschiff
Der Film zur Denke in Konzernen, Beratungsfirmen und vielfliegenden Managern: Up in the Air von Jason Reitman
Geld korrumpiert und macht nicht glücklich. Oder doch? Stephen Milburn Andersons Film Ca$h gibt darauf eine Antwort
Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklärt das Geldsystem
Radio Rock Revolution von Richard Curtis
Politisch inkorrekt: Gran Torino von und mit Clint Eastwood
Jason Kohn: Manda Bala/Send a Bullet/Schick eine Kugel
Maria Teresa Camoglio: Die dünnen Mädchen
Marie-Monique Robin: Monsanto, mit Gift und Genen
Filmfest ueber Macht
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen
GeoWis-Serie Politischer Film (4): Syriana
GeoWis-Serie Politischer Film (3): Dr. Strangelove
GeoWis-Serie Politischer Film (2): Papillon
GeoWis-Serie Politischer Film (1): The Dancer Upstairs
Berlinale: Seltsame Eröffnungszeremonie
TV-Kritik: Die Schattenmacht
"Welcome to the Sixties": Neues Kult-Musical Hairspray?
Bremer, Liz/Jonas Littfers: "Hairspray" 2007
Antonioni und Bergman: Zwei Meister tot
Manel Mayol: Abschalten!
Behind the Couch von Veit Helmer
Des Wahnsinns letzter Schrei von B. Schönafinger/T. v. Dahlem
Bremer, Liz: Major 'Hot Lips' ist 70
Littfers, Jonas: Wiederentdeckt: Silkwood
Der Keiser ist tot - Nachruf von Hubertus Molln
Robert Altman - Nachruf von Jonas Littfers
Littfers, Jonas: Arthur Penn - Alice & Bonnie ...
Littfers, Jonas: Der Western atmet noch
Schwarzes Gold von Marc & Nick Francis


The Clock - Christian Marclays Marathonwerk über die Uhrzeiten in Filmen ist vor allem eins: Kunst
[815]
plain_clock_big.gif

Zeit für die Zeit

Der in Kalifornien geborene New Yorker Künstler Christian Marclay hat einen Film über die Uhrzeit in Filmen gemacht. Herausgekommen ist ein Film, der zu den längsten jemals verwirklichten zählt.

Von Liz Bremer (2011-04-02)

In den großen Kinos - und in Deutschland - läuft The Clock (noch) nicht. Kein Wunder, dauert das Filmwerk geschlagene 24 Stunden. Beginn ist jeweils morgens um 7.00 Uhr, Ende um 6.59 Uhr. Da muss man sich Zeit nehmen, muss sich vorbereiten, denn bekanntlich verrichtet der normale Mensch, auch der normale Kinogänger, so allerlei Dinge binnen 24 Stunden. Mehrfach während dieser Zeitspanne muss er eine Toilette aufsuchen, er duscht, frühstückt, isst zu Mittag und zu Abend, telefoniert und wechselt für gewöhnlich mehrfach seine Kleidung. 

Christian Marclays Film belegt unter den längsten je in die Öffentlichkeit geratenen Filmen Platz sechs, den er sich mit dem 1993 von Douglas Gordon gedrehten Slomo-Werk 24 Hour Psycho teilt. Während Gordon Alfred Hitchcocks Psycho kunstvoll auf 24 Stunden Spiellänge aufdröselte, befasst sich Marclay in The Clock mit den in Filmen dargestellten Uhrzeitszenen.

Gut drei Jahre hat Marclay für seinen Film gebraucht. Ein Jahr sei "schon für die Recherche" draufgegangen, wie er mehrfach äußerte. Erst danach habe er geglaubt, das Projekt sei realisierbar. Im Herbst 2010 war es soweit. Marclay konnte den Film zwar nicht in den großen Kinos unterbringen, allerdings in kleinen und in New Yorker Kunstgalerien.

Was aber muss man sich unter diesem Filmwerk vorstellen? Was erwartet den Betrachter? Die Antworten sind im Grunde recht einfach. Es sind mal mehr oder weniger wichtige, meist jedoch spannende Uhrzeitszenen in Schwarzweiß und Farbe aus Filmen aller Herren Länder. Jeder Kinogänger weiß um das dramaturgische Spannungselement der Uhrzeit. Mal blickt jemand nur kurz auf seine Armbanduhr, mal hängt - wie in Zurück in die Zukunft - die komplette Logik eines Films von einer Uhrzeit ab.

 Immer geht es um Zeit. In Filmen, deren Plot eine Entführung ist, in Filmen, wo es um lebendig Begrabene geht, in Filmen, die außer Kontrolle geratene Züge und deren Unter-Kontrolle-Bringen zum Inhalt haben, in Filmen, die Bombenentschärfungen thematisieren, und so weiter. Die Zeit, insbesondere die Uhrzeit - auch, je nach Plot, Deadline genannt - ist ein wichtiges Element in der Mehrzahl aller bis heute gedrehten Thriller und Krimis.

Die berühmtesten und am meisten vorkommenden Uhrzeiten seien die, die gegen 12.00 Uhr und 24.00 Uhr laufen, sagt Marclay. Am schwierigsten sei es gewesen, Szenen für die Zeit zwischen 5.00 Uhr und 5.30 Uhr aufzuspüren. Er ist fündig geworden.

The Clock ist ein spannungsgeladener Film, dessen Plot die Bedeutung der Uhrzeit in Filmen ist. Er ist ebenso Anschauungsunterricht wie Dokumentation über ein filmisches Stilmittel, das bisher - zumindest unter den meisten Kinogängern - in seiner Bedeutung selten als so wichtig wahrgenommen worden sein dürfte wie Marclay es zeigt.

Marclays Film ist Kunst, keine Frage. Doch über den Gesichtspunkt des Künstlerischen hinaus trifft das Werk auch eine hervorragende Aussage zu (Uhrzeit-)Filmsequenzen, ohne deren Vorhandensein so mancher Film gescheitert wäre. Gegenwärtig befindet sich das Werk in der Synchronisation und soll in den nächsten Wochen auch in deutsche Vorführstellen kommen.

© Liz Bremer

© GeoWis (2011-04-02)

Anzeige