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Die Zeit nach Bernd Eichinger - Der deutsche Film hat immer noch das Zeug, national wie international zu bestehen
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Von bester Qualität

Nach dem Tod des bekanntesten deutschen Filmproduzenten, Bernd Eichinger, war die Sorge groß, dass er eine Lücke im Hinblick auf das internationale Renomee des deutschen Films hinterlässt. Dem ist zum Glück nicht so.

Von Jonas Littfers (2011-04-13)

Er war mit seiner Firma Constantin Film der Platzhirsch unter den deutschen Filmproduzenten. In seinen vierzig Jahren als Produzent, Co-Produzent und Drehbuchautor hat Bernd Eichinger, der am 24. Januar dieses Jahres in Los Angeles verstarb, nahezu Unvergleichliches für den deutschen Film und den Film an sich mit kleinen, mittleren und großen Produktionen geleistet. Zu seinem fulminanten Werk gehören etwa Die Konsequenz (1977), Christiane F.- Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (1981), Der Name der Rose (1984), Manta, Manta (1991), Resident Evil (2002, 2004, 2007, 2010), Der Untergang (2004), Das Parfüm (2006), Der Baader-Meinhoff-Komplex (2008).

 Seine besten Filme entstammten Literaturvorlagen, so Salz auf unserer Haut (1992; Benoite Groult), Fräulein Smillas Gespür für Schnee (1997; Peter Hoeg), Der Name der Rose (Umberto Eco), Das Geisterhaus (1993; Isabelle Allende), Das Parfüm (Patrick Süskind), und so manche Schauspieler debütierten in seinen Produktionen und kamen groß raus. Etwa Jürgen Prochnow, Nadja Brunckhorst, Til Schweiger, Christian Slater, Julia Ormond.

Eichinger war der Patriarch innerhalb einer Familie von Filmschaffenden, die immer noch nicht recht fassen kann, dass er von ihr gegangen ist. Während der diesjährigen Verleihung des deutschen Filmpreises, der Lola, konnte man das noch spüren. Eichinger erhielt sie posthum als Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Doch der Mammutbaum des deutschen Films nahm vielen auch das Licht, das nun vermehrt auf Produzenten fällt, die ebenfalls großartige Filme realisieren können. Zwar gab es neben den Produktionen Eichingers stets herausragende Filme unter deutscher Federführung, indes nicht immer in der Breite und nicht regelmäßig kommerziell erfolgreich. Das scheint sich nun zu ändern, wenngleich manche Filmschaffende irgendwann im Laufe ihrer Karrieren und Tätigkeiten durchaus von den Tentakeln Eichingers gestreift worden waren.

Ein kleiner Film - Vincent will Meer - bekam die diesjährige Lola in Gold. Ralf Huettners Film über einen jungen Mann (gespielt von Florian David Fitz), der am Tourette-Syndrom leidet und mit einem neurotischen Zimmergenossen (Johannes Allmayer) und einer Magersüchtigen (Karoline Herfurth) aus der Klapse entflieht, um nach Italien ans Meer durchzubrennen, ist ein dramatisch-komödiantisches, teils irres Roadmovie, das von Harald Kügler und Viola Jäger, Geschäftsführer der Olga Film (München), produziert wurde.

 Die Filmfirma besteht seit 1971 und hat immer wieder mal preisgekrönte und auch kommerziell erfolgreiche Filme realisiert, etwa Biester (1996; Regie: Claude Chabrol), Die Einsamkeit der Krokodile (2000; Regie: Jobst Oetzmann), Mädchen, Mädchen (2001) oder Napola (2004; Regie jeweils Dennis Gansel). Für das Brotgeschäft jedoch sind seit Jahren auch Produktionen fürs Fernsehen ebenso notwendig gewesen wie die Filmförderung aus Landes- und Bundesmitteln.

Ohne die Filmförderungen hätte ein so grandioses autobiographisches und zeitgeschichtliches Werk wie Poll unter der Regie von Chris Kraus und der Produzentenschaft von Meike und Alexandra Kordes kaum entstehen können. Laut Angaben von Kordes & Kordes Film (Berlin) betrugen die Produktionskosten für Poll rund acht Millionen Euro.

Poll erzählt die auf einer wahren Begebenheit fußenden Geschichte des Teenagers Oda von Siering (Paula Beer), die im Sommer 1914 ihre Ferien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf dem unweit des estnischen Ortes Poll gelegenen Gut ihres Onkels (Edgar Selge), einem Gehirnchirurgen, verbringt und sich in den Anarchisten Schnaps (Tambet Tuisk) verliebt.

Der Teenager gerät in die Wirren des Krieges, während ihr Onkel um Anerkennung - auch innerhalb seiner Familie - als Wissenschaftler ringt. Doch das Sezieren von Gehirnen ist im Estland jener Tage nicht gerade gesellschaftsfähig. Und auch die Liebe einer 14-Jährigen zu einem gesuchten Anarchisten birgt Brisanz.

Für den Film regnete es geradezu Preise. Die Lola wurde für das beste Szenenbild an Silke Buhr vergeben; Daniela Knapp erhielt sie für die beste Kamera; Ritchie Müller erhielt eine für die beste männliche Nebenrolle - er hätte bereits einen deutschen Oscar für seine Rolle in Die große Flatter (1978) erhalten müssen. Paula Beer erhielt den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin, Edgar Selge den als bester Schauspieler, Silke Buhr auch diesen fürs beste Szenenbild.

 Preise für Poll gab es auch auf dem Internationalen Filmfest in Rom 2010 für die beste Filmmusik, dazu den Spezialpreis der Jury; in Biberach wurde er beim gleichnamigen Filmfestival als bester Film gekürt; in Tallinn gab es den Preis für die beste Regie und beim Toronto International Film Festival einen in der Kategorie Official Selection. 

Poll hat alles, was es zu einer international angelegten Produktion braucht: großes Drama, große Gefühle, geschichtsträchtiger internationaler Hintergrund, hervorragende Schauspieler, perfekte Regie (Chris Kraus), aufwändige Kameraführung und überwältigende Bilder, perfektes Szenenbild bis ins Detail und - mutige Produzentinnen. 

Doch sind bisher nur knapp 150.000 Leute ins Kino gegangen, um sich den Film anzusehen. Das ist auch Drama. Und schade. Denn der Film gehört zum Besten, was im bisherigen Jahr aus deutscher Produktion in die Kinos kam und wird im Ausland sehr geschätzt.

In gewisser Weise zeigt sich gerade an Poll das Dilemma nach Eichinger, ein Dilemma, das der deutsche Film schon seit den 1970er Jahren kennt: großartige Produktionen, die sich zumindest zu Anfang nicht in kommerziellem Erfolg niederschlugen. Bernd Eichinger hingegen hatte ein Händchen fürs Vermarkten, obgleich nicht jeder seiner Filme auch die Produktionskosten eingespielt hatte. 

 Filme aber sind - wie Bücher - in der Regel Langzeitverkaufsobjekte, zumal dann, wenn sie von bester cineastischer Qualität und mit dramatischem Plot ausgestattet sind.

Immer noch verkaufen sich - erst als Video, mittlerweile als DVD - Werner Herzogs Fitzcarraldo (1982), Wim Wenders Der Amerikanische Freund (1977), Der Himmel über Berlin (1987) und Buena Vista Social Club (1999), Rainer Werner Fassbinders Die Ehe der Maria Braun (1978) und Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982), Tom Tykwers Lola rennt (1998) und Das Parfüm.

Die Lücke, die durch das viel zu frühe Ableben Bernd Eichingers im deutschen Film entstanden ist, ist noch längst nicht gefüllt, aber sie ist im Begriff geschlossen zu werden. Der durch ihn entstandene partielle Zentralismus wird, so sieht es aus, gerade von einer Dezentralisierung abgelöst. 

Gut achtzig Filmproduktionsgesellschaften gibt es in Deutschland, wovon etwa ein Drittel zu den größeren zählt. Eine davon ist teamworx (Berlin), die von Nico Hoffmann geleitet wird. Mehr als 170 Produktionen hat teamworx eigenen Angaben zufolge bisher realisiert, darunter viele fürs Fernsehen, aber auch so honorige wie Stauffenberg (2003; R.: Jo Baier ), Dresden (2006; R.: Roland Suso Richter) oder Das Lied in mir (2010; R.: Florian Cossen).

Für die teamworx-Produktion hagelte es während des gerade zehnjährigen Bestehens der Firma Preise en masse. Jüngst gab es eine Lola für Beatriz Spelzini für ihre Darstellung der Estela in Cossens Film Das Lied in mir. Eine weitere wurde Matthias Klein für die beste Filmmusik verliehen. Preise gab es zudem beim Zürich Film Festeval für den besten deutschen Film, bei den Hofer Filmtagen für das beste Regiedebüt und in Montréal auch den Kritikerpreis.

 Das herzzerreißende Drama um eine Vater-Tochter-Beziehung (Michael Gwisdek als Anton; Jessica Schwarz als Maria) mit internationaler Ausrichtung - die Tochter erfährt, dass sie ein argentinisches Adoptivkind ist und lernt ihre Mutter Estela (Beatriz Spelzini) kennen - wirft gleichzeitig einen Blick in die argentinische Militärdiktatur der 1970er Jahre und ist Zeugnis, dass der deutsche Film sich nicht im Regionalen begrenzt sieht.

Auch Goethe von Philipp Stölzl ist international angelegt. Produziert von Christoph Müller unter dem Mantel von Warner Bros. ist ein Film entstanden, der den landläufig als maßgeblichen deutschen Dichter anerkannten Geheimrat als Schwerenöter und Weiberheld in einem Licht zeigt, wie es bislang in der Literatur lediglich Susanne Alberti (Fausts Gretchen; 2003) gewagt hatte.

Der deutsche Film war schon immer gut, litt aber in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach unter dem Stigma - befördert durch den Autorenfilm der 1970er Jahre -, kommerziell nicht ausreichend erfolgreich zu sein. Bernd Eichinger hatte hierzu manche Wegmarke gesetzt, an der sich deutsche Produzenten und Filmproduktionsfirmen längst orientieren. Womöglich käme heutzutage niemand mehr ernsthaft auf die Idee, einen Film mit dem Attribut 'Autorenfilm' zu stigmatisieren, obwohl vielfach Drehbuchautoren für die Realisierung ihrer Bücher stehen.

So auch bei Almanya - Willkommen in Deutschland, der gerade die Lola in Silber verliehen bekam. Die deutsch-türkische Komödie, produziert von Andreas Richter und der Roxy Film (München), ist ein Schenkelklopfer allererster Güte und ein Kinnhaken gegen all jene, die sich Thilo Sarrazins holprigen und diskriminierenden Thesen zur Integration ausländischer Mitbürger angeschlossen haben. Man lacht sich - in jeder Hinsicht - weg.

 Almanya, entstanden nach dem Drehbuch der Dortmunderin Nesrin Samdereli unter der Regie ihrer älteren Schwester, Yasemin Samdereli, mag ein Kleinod sein, aber es ist ein großer Film, der sich hinter keiner Art von Multi-Millionen-Dollar-Filmen zu verstecken braucht. Tom Hanks hatte als Produzent von My Big Fat Greek Wedding (2002) eine ähnliche Komödie produziert und damit scharenweise Leute ins Kino gelockt.

Almanya hat - bei geschätzten vier Millionen Euro Produktionskosten - national bisher über 700.000 Zuschauer gehabt (Stand: 14. KW), woran in Deutschland geborene Türken großen Anteil haben, somit schon Plus gemacht und so manche ausländische Produktion hinter sich gelassen.

Etwa Das Schmuckstück mit Catherine Deneuve in der weiblichen Hauptrolle, oder True Grit mit Jeff Bridges, der einen Oscar für seine Leistung in diesem Film erhielt, und auch Der Plan, dessen männliche Hauptrolle der Kassenmagnet Matt Damon spielt.

Großes Kino ist auch der von Thomas Kufus unter Zero One Film (Berlin) produzierte und unter der Regie von Andres Veiel entstandene Film Wer, wenn nicht wir, der die Liebe der ehemaligen Terrorristin Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) zu ihrem Freund Bernward Vesper (August Diehl) schildert und das Abdriften der Protagonisten. Während Vesper ins Drogendelirium gerät, ist es bei Ensslin die politische Radikalität, die sie zur Terroristin werden lässt.

 Dass der deutsche Film national wie international längst mit reichlich Gütesiegeln versehen ist, demzufolge etwa dem französischen oder italienschen in nichts nach nachsteht - schon deshalb nicht, weil er eine eigene Handschrift hat -, ist nicht zuletzt den Förderungsinstrumenten zu verdanken. Einige zigtausende Menschen arbeiten in der deutschen Filmindustrie. In jeder Filmfirma gibt es Berufsbilder, die nicht Genre-bezogen sind - kaufmännische Angestellte, Buchhalter, Handwerker, usw.

An Universitäten und Filmhochschulen werden die entsprechenden Fächer zum Genre gelehrt und Abschlüsse gemacht. Natürlich muss sich das geballte Know-how dann auch in verwertbaren Produkten niederschlagen, muss erkennbar sein. Und das ist es auch. Seit Jahren.

Um den deutschen Film braucht sich nach dem tragischen Ableben von Bernd Eichinger niemand zu sorgen. Die Vielfalt an Stoffen ist immens. Sorgen müsste man sich lediglich, wenn deutsche Filmschaffende sich zu sehr an Hollywood-Produktionen orientierten. Woran es vielleicht noch fehlt, ist die radikale (internationale) Vermarktung der Produktionen aus deutschen Landen. Hierin war Eichinger genial.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2011-04-13)

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