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Finchers Verblendung - Nichts für Rapace-Fans
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Finchers Version

Seit 12. Januar ist David Finchers Version von Verblendung in den deutschen Kinos. Das mit viel Promo begleitete Remake dürfte es schwer haben, hier zu überzeugen und in die Gewinnzone zu gelangen.

Von Jonas Littfers (2012-01-13)

In den USA hat The Girl with the Dragon Tattoo, wie der Film im US-Original heißt, einen schwachen Start gehabt. Gerade mal 12 Millionen Dollar plus Kleingeld spielte er dort am ersten Wochenende in gut 2900 Kinos laut IMDB ein. Knapp 60 Millionen waren es bis letzter Woche. Damit hatte er erst zwei Drittel seiner Produktionskosten eingebracht. Gute Einspielergebnisse im Rest der Welt, vor allem in Deutschland, sind deshalb wichtig, will Fincher nicht, dass sein guter Ruf als Regisseur Kratzer bekommt.

Ob das gelingt, ist fraglich. Das typische Rezept - Besetzung mit einigen renommierten Schauspielern, teure Spezialeffekte - muss die Hürde der Sättigung überspringen, gerade hier, aber auch in Skandinawien. Dort wie auch bei uns lief Verblendung (Original: Män som hatar kvinnor, dt.: Männer, die Frauen hassen) erst höchst erfolgreich in den Kinos und dann mit ordentlichen Einschaltquoten im TV. Vor zwei Wochen setzte das ZDF die Wiederholung der Millenium-Trilogie an und Verblendung erzielte im Vergleich mit anderen Krimis erneut passable Quoten.

Indes, es ist Fincher nicht gelungen, an Niels Arden Oplevs Film heranzureichen oder ihn gar zu übertreffen. Das mag einerseits daran liegen, dass er sich nach Schweden gewagt hatte, ein Terrain, das schwedischen Filmemachern besser vertraut ist, weshalb ihnen atmosphärisch triste Bilder oft so gut gelingen; andererseits scheitert Rooney Mara, das neue It-Girl in Hollywoods Filmmaschinerie, an der Konsequenz, mit der Noomi Rapace die Lisbeth Salander spielte und die Messlatte extrem hoch legte.

Für all jene, die das schwedische Original nicht kennen, dürfte Finchers Version allerdings als gelungener Thriller durchgehen.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2012-01-13)

 

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