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TV-Kritik: Der Hamburger Premiere-Tatort mit Wotan Wilke Möhring und Petra Schmidt-Schaller überzeugt durch seine Protagonisten
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"Dose der Pandora"

Der zweite neue Tatort aus Hamburg überzeugte vor allem durch das grandiose Spiel der Hauptdarsteller.

Von Jonas Littfers (2013-04-30)

Ramones-Shirt am schlanken Körper, Sympathy For The Devil von den Rolling Stones als Klingelton und im Soundtrack ein Unplugged-Cover von Blue Öyster Cults Don’t Fear The Reaper sind nur einige der Details, die Wotan Wilke Möhring für seine Premiere als Hamburger Tatort-Kommissar Thorsten Falke in die Rolle geschrieben wurden. Dazu als ständiges Getränk pasteurisierte Frischmilch im Tetrapak, Flensburger und Holsten Pils, eine olle Citröen-Limousine, Jeans, bequeme Sneakers, gelegentlich ein offenes Hemd über dem T-Shirt und einen Kater, der offenbar lesen kann, denn er verschmäht Hundefutter aus der Dose.

tatort hamburg wotan wilke moehringFalke erinnert an den Duisburger Horst Schimanski. Er ist eigenwillig, partiell cholerisch, stammt aus dem Problemstadtteil Billstedt, kennt sich im Kiez aus, versteht die derbe Sprache der Kids und Gangs, hat einen Sohn, den er nie kennen lernte und lebt allein. Seine einzige soziale Bindung ist sein Jugendfreund und Kollege Jan Katz (Sebastian Schipper) - bei Schimanski war es Christian Thanner (Eberhardt Feik, 1943-94) -, der im Begriff ist, Vater zu werden und ein Angebot im Innendienst annimmt. Für Falke ist das Verrat. Später versöhnen sich die Freunde bei Mini-Pizza und Flens.

Den frei gewordenen Ermittlerplatz an Falkes Seite übernimmt die als Hospitantin beginnende, aparte LKA-Juristin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller), die zunächst in Shorts und T-Shirt auftritt und ihre schlanken Beine zeigt. Während sie sich an die trockene Ermittlungsarbeit macht, mäandert Falke nach Bauchgefühl durch die Gegend und hat keine Idee, wie man des "Feuerteufels", so der Titel des Tatorts (ursprünglicher Titel: Feuer über Flottbek), habhaft werden könnte. Klar, dass Falke erst mal von der Dame nicht begeistert ist, aber das legt sich im Laufe der 90 Minuten. Am Ende bietet er ihr an, seine Kollegin zu werden.

Es ist ein unaufgeregter Tatort, den der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit Möhring, Schmidt-Schaller und Schipper an den Start gebracht hat. Im Vergleich zum anderen Hamburger Tatort-Ermittler Tschiller, der von Till Schweiger gespielt wird und vor wenigen Wochen Premiere hatte, dabei höchste Einschaltquoten erzielte, ist er geradezu eine Absage an alle Action-Fans US-amerikanischer Machart.

Dass ist insofern gut, als der Tatort stets eine deutsche Antwort auf Materialschlachten aus Hollywood war, indem er Krimis in Spielfilmlänge mit Lokalkolorit, glaubwürdigen Charakteren, subtiler Spannung, nachvollziehbaren Verbrechen und dazugehörigen Missetätern lieferte. Meist angereichert mit Wortwitz und Situationskomik.

tatort hamburg petra schmidt-schallerLetztere sind gut abgedeckt vom Münsteraner Tatort und der anderen Belétage-Krimireihe Wilsberg, die ebenfalls in Münster spielt. Doch auch der Hamburger Tatort mit Möhring, Schipper und Schmidt-Schaller weist einige komische Stellen auf. Etwa wenn Falkes Kumpel Katz von der "Büchse der Pandora" spricht und Falke das für den Titel eines Pornos hält. In späterer Anwendung gegenüber seiner Assistenz-Ermittlerin will er klugscheißern, spricht von "Dose der Pandora" und bekommt Nachhilfe.

Wie es heißt, habe Drehbuchautor Markus Busch die Dialoge lediglich "skizziert" und wie Regisseur Özgür Yildrim den Protagonisten somit Improvisation abverlangt. Was so herrliche Stilblüten wie "entweichte" statt entwich (Schmidt-Schaller) oder "bei" anstatt dabei (Möhring) in die Ausdrucksweise einfließen ließ und einmal mehr unterstrich, dass Deutsch eine schwere Sprache ist.

Ach ja, der Plot. Der war diesmal nicht so wichtig, wenngleich der Feuerteufel schon zu Beginn feststand, der Mörder allerdings ein Anderer war. In kleinen Nebensträngen wurde die Problematik der Arm-Reich-Schere angerissen, Selbstjustiz durch Bürgerwehr und die linksautonome Szene ins Spiel gebracht. Doch dieser Tatort diente offensichtlich der Einführung der Protagonisten. Die ist gelungen.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2013-04-30)

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