GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
26. März 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Bruce Dern ist fr seine Rolle des Woody Grant in Alexander Paynes Film 'Nebraska' fr den Academy Award nominiert. Angesichts seiner schauspielerischen Leistung msste er den Oskar bekommen
Wir die Wand - Ein Film von Klaus Martens ber die Sdtribne des BVB und ihre Bewohner
TV-Kritik: Der Hamburger Premiere-Tatort mit Wotan Wilke Mhring und Petra Schmidt-Schaller berzeugt durch seine Protagonisten
Round-the-World-Trip - The Substance von Martin Witz feiert weltweit Erfolge
TV-Kritik: Die Swingmdchen - Le Ragazze dello Swing. Aufstieg und Fall des Lescano Trios
Empire of the Sun - Steven Spielbergs Meisterwerk revisited
Die Wand - Ein Film von Julian Roman Plsler
Herrlich schrg - Wes Andersons Komdie Moonrise Kingdom
Finchers Verblendung - Nichts fr Rapace-Fans
TV-Kritik: Joseph Vilsmaiers Fernseh-Thriller 'Russisch Roulette' ist gar keiner. Eine Analyse
Alles, was wir geben mussten - Mark Romaneks Film nach dem Roman von Kazuo Ishiguro ist ein beklemmendes Schauerspiel zu einer Welt, in der wir leben
Die Zeit nach Bernd Eichinger - Der deutsche Film hat immer noch das Zeug, national wie international zu bestehen
The Clock - Christian Marclays Marathonwerk ber die Uhrzeiten in Filmen ist vor allem eins: Kunst
Junkyard Dog von Kim Bass - Low-Budget-Produktion mit berfrachtetem Plot und schlechten Schauspielern
The Other Guys - Die etwas anderen Cops. Adam McKays Film setzt neue Standards im Comedy-Genre, ohne die Prinzipien des Genres zu verletzen
Duncan Jones' mit Preisen ausgezeichneter Film Moon liegt nun als DVD und Blue-Ray vor
Mit dem Film 'Russland - Im Reich der Tiger, Bren und Vulkane' kommt Deutschlands aufwndigste Naturdokumentation in die Kinos
Collapse - Michael C. Rupperts Analyse und Ausblick vor dem Hintergrund von Peak Oil. Der fulminant informative Film von Chris Smith kommt nun als DVD und Blu-Ray in den Handel
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen II. Mega-Polit-Thriller der Extraklasse
Kult-Klassiker der Animation: Heavy Metal aus dem Jahr 1981
Kult-Klassiker in Schwarzwei: Das Totenschiff
Der Film zur Denke in Konzernen, Beratungsfirmen und vielfliegenden Managern: Up in the Air von Jason Reitman
Geld korrumpiert und macht nicht glcklich. Oder doch? Stephen Milburn Andersons Film Ca$h gibt darauf eine Antwort
Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklrt das Geldsystem
Radio Rock Revolution von Richard Curtis
Politisch inkorrekt: Gran Torino von und mit Clint Eastwood
Jason Kohn: Manda Bala/Send a Bullet/Schick eine Kugel
Maria Teresa Camoglio: Die dnnen Mdchen
Marie-Monique Robin: Monsanto, mit Gift und Genen
Filmfest ueber Macht
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen
GeoWis-Serie Politischer Film (4): Syriana
GeoWis-Serie Politischer Film (3): Dr. Strangelove
GeoWis-Serie Politischer Film (2): Papillon
GeoWis-Serie Politischer Film (1): The Dancer Upstairs
Berlinale: Seltsame Erffnungszeremonie
TV-Kritik: Die Schattenmacht
"Welcome to the Sixties": Neues Kult-Musical Hairspray?
Bremer, Liz/Jonas Littfers: "Hairspray" 2007
Antonioni und Bergman: Zwei Meister tot
Manel Mayol: Abschalten!
Behind the Couch von Veit Helmer
Des Wahnsinns letzter Schrei von B. Schnafinger/T. v. Dahlem
Bremer, Liz: Major 'Hot Lips' ist 70
Littfers, Jonas: Wiederentdeckt: Silkwood
Der Keiser ist tot - Nachruf von Hubertus Molln
Robert Altman - Nachruf von Jonas Littfers
Littfers, Jonas: Arthur Penn - Alice & Bonnie ...
Littfers, Jonas: Der Western atmet noch
Schwarzes Gold von Marc & Nick Francis


Robert Altman - Nachruf von Jonas Littfers

Robert Altman

20.02.1925 - 20.11.2006

Ein Nachruf

Von Jonas Littfers (2006-11-22; 16:24)

Mit seinem Debutfilm The Delinquents (1957), einem Melodrama mit jugendlichen Protagonisten, wurde Altman weit über die Stadtgrenzen seiner Heimatstadt Kansas City bekannt. Bis dahin hatte er mehr als 60 Kurzfilme, oft dokumentarisch, für die Industrie gemacht. The Delinquents paβte wunderbar in die Zeit, hungerten Amerikas Teenager doch seit Rebel without a Cause mit James Dean in der Hauptrolle immer noch nach einem Mehr an Freiheit und Ausbruch aus den stickigen Fünfzigern.

Schon mit seiner Dokumentation The James Dean Story (1957) manifestierte er sein Ansinnen, hinter Kulissen und Scheinwelten zu schauen, seinen internationalen Durchbruch erreichte er aber erst 13 Jahre später mit M.A.S.H., einer bitterbösen Persiflage auf den Koreakrieg im Allgemeinen, und den Krieg an sich im Besonderen. Hätte es 1970 noch den Ausschuβ für unamerikanische Umtriebe, kurz: McCarthy-Kommission, gegeben, wäre Altman sicherlich vor ihm gelandet. Möglicherweise hätte er den stets perfide fragenden Kommunistenjäger McCarthy nicht davon zu überzeugen vermocht, ein aufrechter Amerikaner zu sein. Denn das war Robert Altman.

Wie drei Jahrzehnte später zum Beispiel Michael Moore Amerika den Spiegel vors Antlitz halten sollte, hatte es Altman in seinen nicht nur von Cineasten gelobten und geachteten Filmen getan, allerdings unprätenziöser und somit dauerhafter.

M.A.S.H. Soundrack Ensemblefilme waren sein Metier, und in diesen hatte er eine schiere Fülle von Starschauspielern oder machte sie zu welchen. Geraldine Chaplin etwa (gr. Titelfoto), die in Nashville (1975), Buffalo Bill... (1976) oder A Wedding (1978) glänzte.

Oder: Karen Black (kl. Titelfoto), ebenfalls in Nashville; Mia Farrow, Elliott Gould, Fred Williamson, Tom Skerritt, Sally Kellerman, Robert Duvall, Donald Sutherland, Keith Carradine, Louise Fletcher, Julie Christie, Warren Beatty, Ned Beatty, Shelley Duvall, Paul Newman, Harvey Keitel, Burt Lancaster, Sissy Spacek, Lauren Bacall, Robin Williams, Kathy Bates, Dennis Hopper, Kim Basinger, Harry Dean Stanton, Sam Shepard, Diane Wiest, Julianne Moore, Tim Robbins, John Lithgow, Andie MacDowell, Sophia Loren, Steve Buscemi, Julia Roberts, Jennifer Jason Leigh, Fred Ward, Anouk Aimée, Miranda Richardson, Marcello Mastroiani, Robert Downey Jr., Forest Whitaker, Stephen Rea, Tom Berenger, Glenn Close, Daryl Hannah, Richard Gere, Rupert Everett, Kenneth Branagh, Helen Hunt, Kristin Scott-Thomas, Embeth Davidtz, Ryan Phillippe, Famke Jansen, Neve Campbell, Liv Tyler, Malcom MacDowell, Helen Mirren, Farah Fawcett-Majors, Richard Gere, Tara Reid, Meryl Streep, James Franco, Michael Gambon, Lindsay Lohan, Clive Owen, Tommy Lee Jones, Kevin Kline, Emily Watson, Woody Harrelson, Lily Tomlin, Maggie Smith. Und Hunderte mehr.

Robert Altman hatte nie die ganz groβen Budgets, doch das scherte niemanden, der in seinen Filmen mitspielte. Es war vielmehr eine Ehre für SchauspielerInnen, bei Filmen des Meisters dabei sein zu dürfen, ganz gleich, um welche Rolle es sich handelte. Schlange haben die Stars und deren Agenten bei ihm gestanden. Man kann davon ausgehen, daβ sogar Meryl Streep oder Glenn Close für ihn auch Pornoszenen gespielt hätten - ohne Double -, wenn er es verlangt hätte. In Altman-Filmen, das darf man nach seinen 40 cineastischen Sahnestücken annehmen, wäre es stets auf eine Message hinausgelaufen.

Als Rebell wurde er oft bezeichnet, doch genau das war er nie. Rebellen unterliegen in der Regel Illusionen. Altman aber nahm den Betrachtern seiner Filme Illusionen. Derartiges vermag nur ein rational denkender Mensch zu bewerkstelligen, einer, der den Überblick behält, alles dirigieren kann und trotzdem nicht den Spaβ an der jeweiligen Sache verliert. Altman hat ihn sogar noch auf seine Ensembles transportiert - und ihnen dennoch alles abverlangt, das schauspielerische Beste eines jeden Akteurs gewollt. Und bekommen.

Sein Heimatland, die USA, lag ihm am Herzen, und daβ er es mehr geliebt hat als viele, die vorgeben es zu lieben, wird in beinahe allen seinen Filmen deutlich. Die sozialen Zustände in Unter- und Mittelschicht waren oft sein Thema, Portraits, falsche Wahrheiten, temporäre Götter und ikonographische Verblendungen.

Wer in Altman-Filme ging, vermied es normalerweise, Popcorn oder sonstige Snacks mit zum Sessel zu nehmen. Zum Knabbern bot sich keine Lücke. Zu sehr muβte man sich konzentrieren, denn ein Altman-Film war immer dialogstark bis zur Schmerzgrenze. So hatte er es schon in M.A.S.H. gehalten, und in A Wedding war es auch nicht anders. Doch selbst wenn die Handlungsstränge seiner Filme irgendwo in der Mitte derart im Orbit zu verschwinden drohten, daβ man sich wünschte, vorher das jeweilige Drehbuch gelesen zu haben, fügte sich alles wieder logisch zusammen.

Nichts erschien ihm sakrosant. Weder die Modebranche inner- und auβerhalb der USA, noch gesellschaftliches Etepetete, und schon gar nicht Politisches. Das ist, neben dem Cinematographischen, sein Vermächtnis.

Nashville, einen seiner neben M.A.S.H. und Short Cuts gröβten Filme, präsentierte er zur 200-Jahr-Feier der USA. Derbe Szenen dieses Filmes vergällten so manchem sich für einen Patrioten haltenden Amerikaner das Jubiläumsfest. Altman, dessen Filme vor allem in Europa Umsätze generierten, war das ja nicht nur egal, sondern es war ihm ein Anliegen.

Mit Robert Altman ist nun ein weiterer Regisseur abgetreten, der den Film und drei Generationen von Schauspielern prägte. Ein Polarisierer, auf den ersten Blick, ein Meister der Filmkunst spätestens auf den zweiten.

© Jonas Littfers

© GeoWis (2006-11-22; 16:24:36)

© Foto/Abb.: Paramount Pictures (Titelfoto); 'MASH': CD-Cover; Sony Music.

Anzeige