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Behind the Couch von Veit Helmer

Headshots und Schredder

Viele träumen von einer Filmkarriere in Hollywood. Manchen erfüllt sich dieser Traum, den meisten aber nicht. April Kian hat's versucht.

Von Silke Reinhardt (2006-12-28)

Die 28jährige April Kian landet in Los Angeles. Sie kommt aus Singapur, wo sie als Schauspielerin gearbeitet hat. Nun will sie Hollywood erobern. Sie weiβ, daβ es hart werden wird, ohne Beziehungen, vor allem aber ohne Agenten zu einem Casting eingeladen zu werden. Schauspielerin April KianApril hat null Kontakte, aber sie ist frohen Mutes, kauft sich einen Stapel How-to-Bücher, marschiert unangemeldet zur Creative Artists Agency/CAA, einem Major Player in der amerikanischen Schauspieler-Agentenszene, blitzt ab und gibt eine Menge Geld für Headshots aus, Gesichtsportraits im C-4-Format, ohne die sie nicht die kleinste Chance hätte, auf sich aufmerksam zu machen.

Veit Helmers Film zeigt, wie es in Hollywood läuft. Wer als ambitionierter Schauspieler ohne Plan nach Los Angeles kommt, hat kaum eine Chance, für eine Rolle besetzt zu werden. Wer keine Ausbildung in diesem Metier vorweisen kann, braucht erst gar nicht anzureisen, selbst wenn er einen Plan hat.

Von den 118.000 Mitgliedern, die in der Screen Actor's Guild, der Schauspielergewerkschaft, verzeichnet sind, haben zirka 95.000 keinen Job. Von den verbliebenen 23.000 erfüllen 70 Prozent die Voraussetzungen zur Aufnahme in die Krankenversicherung nicht, weil sie zum Beispiel das Mindesteinkommen von 11.000 Dollar pro Jahr nicht erwirtschaften.

Behind the Couch, Zora DeHorter beim InterviewDie berühmt-berüchtigte Besetzungscouch mag es bei Produzenten und Regisseuren vereinzelt noch geben, aber das Gros der Besetzungen wird von Casting-Agenturen vorgenommen. Dort gibt es zwar eine Couch, doch wird diese nicht zweckentfremdet.

Fehlbesetzungen mit Günstlingen der Casting-DirektorInnen schlagen sich auf den Ruf und die Existenz der Agentur nieder. Daher wird nichts dem Zufall oder einem Anflug von Emotionen überlassen.

Stapelweise flippen die Agenten die Headshots und sortieren gnadenlos aus. Sie stehen unter Druck, denn auch in diesem Metier ist die Konkurrenz enorm. So lassen sie manchmal eine Karriere als SchauspielerIn erst gar nicht zu. Oder sie leiten sie ein, befördern sie sogar.

Rund eine halbe Million Menschen in Los Angeles leben direkt oder indirekt von der Filmindustrie. 375 Studios gibt es dort, ungezählte Headshot-Fotografen und -Studios, Spezialbuchhandlungen, oder Kurierdienste und Altpapiersammler, die nur von der Filmindustrie leben. Eine Tonne Headshots bringen bei der Altpapiersammelstelle 25 Dollar. Papier von besserer Qualität bringt bis zu 150 Dollar.

Auch die Britin Zora DeHorter (Foto), die vor Jahren als Schauspielerin in der City of Angels ankam, lernte das Zerplatzen ihrer Schauspielkarriereträume kennen. Sie biβ sich anderweitig durch und betreibt heute eine kleine Casting-Agentur. Helmer dokumentiert ihre Arbeitsweise. Sie hat eine männliche Rolle in Jennifer Phangs Film "Half Life" zu besetzen, die schlieβlich der recht unbekannte Schauspieler Lee Marks nach einem kurzen Casting bekommt.

Wer zum Casting eingeladen wird, hat in der Regel nur eine Chance zum Vorsprechen und Schauspielern. Wird diese nicht genutzt, ist die Jobchance weg. Wer es in die Endrunde schafft, bei der RegisseurIn und/oder ProduzentIn anwesend sind, kann sich darauf nicht ausruhen. Verhaspler sind ein Ausschluβkriterium.

Während Lee Marks sein Glück kaum fassen kann, hat April Kian die Konsequenzen gezogen und sich ein Ticket gekauft. Sie lächelt, doch wie es ihr geht, bleibt ihr Geheimnis.

© Silke Reinhardt

© GeoWis (2006-12-28; 18:57:20)

© Fotos/Webseite: http://www.diegesellschafter.de

Originaltitel: Behind the Couch - Casting in Hollywood. Deutschland, 2005. Regie: Veit Helmer. 70 Minuten, Englisch mit deutscher Untertitelung. Filmpartner: verdi.PUBLIK und BundesFilmVerband in ver.di

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