GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
14. Dezember 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
USA: Hurrikan Sandy hat viel Leid ber die Ostkste der USA gebracht und die Nation wachgerttelt. Nun soll gehandelt werden. Teil 2
USA: Hurrikan Sandy zeigt, wie ignorant die Vereingten Staaten von Amerika gegenber dem Klimawandel sind und wie wenig sie aus vorherigen Naturkatastrophen gelernt haben. Teil 1
Facebook-Brsengang: Folgt auf den Hype um das Zuckerberg-Imperium bald dessen Absturz? Die bisherige berlebensdauer von einst gehypten Social Networks legt dies nahe
Apple: iPad - Wer hat's erfunden, wem gehren die Namensrechte fr China-Mainland und was hat Sequoia Capital damit zu tun? Ein Blick hinter die Kulisse
Apple: iGod im Himmel, oder auch nicht - Steve Jobs erlag seinem Krebsleiden
9/11 - Das Blaue vom Himmel, Teil 2
9/11 - Das Blaue vom Himmel, Teil 1
USA: Hysterie von Behrden und Sicherheitsdiensten driftet ins Irrationale ab. Jngstes Beispiel: Ein 13-Jhriger Facebook-User, der auf Grund seiner uerungen erwachsen zu wirken schien, wurde illegal verhrt
USA: Die Ttung Osama bin Ladens - US-Prsident Obama setzt sich ber das Vlkerrecht hinweg
Apple: Steve Jobs ist erneut erkrankt und versetzt Anleger und Fans in Schrecken
USA: Oil Spill im Golf von Mexiko - Judge Martin Feldman hat Anfang der Woche Obamas Moratorium zum Offshore-Drilling-Stop aufgehoben. Ist der Richter befangen, weil er Aktien an Energiekonzernen hlt?
USA: In Kalifornien werden Stimmen gesammelt, um die Legalisierung von Marihuana zu erreichen
Portrait: Adam Ezra Group
Kalifornien rechnet mit Meeresspiegelanstieg bis 1,4 Meter
Kalifornien: Schwarzenegger plant harte Einschnitte
Marie-Monique Robin: Monsanto, mit Gift und Genen
Apple: Was ist los mit Steve Jobs?
US-Finanzkrise: Diktatur des Monetariats
Kalifornien: Schwarzenegger soll abgewhlt werden
GeoWis-Serie Politischer Film (4): Syriana
Clinton droht Iran mit Krieg und siegt knapp in Pennsylvania
GeoWis-Serie Politischer Film (3): Dr. Strangelove
USA: Hetzliste gegen Schauspieler und Filme
Bremer, Liz/Jochen Henke: Das andere Amerika
TV-Kritik: Die Schattenmacht
Bremer, Liz: Major 'Hot Lips' ist 70
Portrait: Ashley Judd - "Ich trage keine Pelze"
Marshall-Inseln nach den Fallouts
Brenthuser, Nina: Jolie/Pitt - Die Adoptionsprofis
Portrait: Anne Hathaway - Die Konsequente
Henke, Jochen: Apple ein fauler Apfel?
Milton Friedman - Nachruf von Tom Geddis


TV-Kritik: Die Schattenmacht
[254]

Visualisierte Verschwörung

Ein von RTL II am vergangenen Freitag- und Samstagabend zur Prime-time gezeigter, insgesamt sechs Stunden langer Zweiteiler, Die Schattenmacht (The State Within), zeigte vor allem eins: nichts ist, wie es scheint.

Von Henning Appelt (2007-09-30)

Die Story hätte gut vom Meister des Polit-Thrillers, Robert Ludlum (The Chancellor Manuscript), oder vom ein wenig in dessen Fußstapfen getretenen David Baldacchi (Saving Faith) geschrieben worden sein können. Sie ist komplex, rasant, führt den Zuschauer auf falsche Fährten und ist spannend bis zur letzten Minute. Vor allem spielt sie in der vollendeten Gegenwart nach 9/11.

Etwa so: Während der britische Botschafter zu Washington, Sir Mark Brydon (Jason Isaacs), der vor einigen Jahren im - fiktiven - Land Tyrgyztan dem korrupten Usman auf den Präsidententhron half, auf dem Freeway vom Flughafen in die Stadt im Auto sitzt, explodiert über ihm ein gerade gestartetes Flugzeug. Brydon wird verletzt. Schnell stellt sich heraus, daß ein moslemischer britischer Staatsbürger der Attentäter war. Eine diplomatische Krise zwischen Washington und London zeichnet sich ab.

 Zur gleichen Zeit wartet der ehemalige - britische - Elitesoldat Luke Gardner (Lennie James), der wegen Mordes an zwei Mädchen verurteilt ist, in Florida auf seine Hinrichtung durch die Giftspritze. Jane Lavery (Eva Birthistle; s. Titelfoto), im Dienst der britischen Botschaft, glaubt an Gardners Unschuld und versucht den Begnadigungsausschuß davon zu überzeugen. Der Governeur Floridas will keine Begnadigung.

Kaum später stellt das FBI unter der Leitung von Ermittlerin Jennifer (Briony Glassco) in Washington eine Gruppe von Soldaten beim Beladen eines Jets. Mehrere Behälter - bestimmt für eine Firma in Trygyztan - mit einer für die Produktion von Nevergas geeigneten Chemikalie werden sichergestellt, die Soldaten als britische Söldner entlarvt.

Die amerikanische Verteidigungsministerin Lynne Warner (Sharon Gless) ist entrüstet, hat aber selbst reichlich Dreck unter den Sohlen. Der deutlich zwielichte James McIntire (Nigel Bennett), Betreiber einer Sicherheitsfirma, die amerikanischen Unternehmern im Ausland Bodyguards und mehr zur Verfügung stellt, haut beim FBI mächtig auf den Putz, um seine Söldner freizubekommen.

Nach und nach scheint sich das Puzzlespiel zusammenzusetzen. Es sieht so aus, als seien alle Bösen und Guten aufgetreten, einige Leichen abgelegt und Spektakel veranstaltet, doch dann gibt es neue Wendungen. Brydon, im Zentrum des Thrillers, blickt irgendwann nicht mehr durch, weiß kaum noch, wem er vertrauen kann oder soll.

 Er riskiert seine politische Karriere, als er heimlich, ohne Absprache mit London, den ins Exil geflohenen trygyztanischen Oppositionellen Eshan Borisvitch (Paulino Nunes), mit dem er befreundet ist, einfliegen läßt und in der Botschaftsresidenz einquartiert.

Zweck des ganzen: ein Treffen Borisvitchs mit der Verteidigungsministerin zur Aushandlung eines Deals, um in Trygyztan eine demokratische Regierung zu installieren. Der Plan geht schief, Brydon steht am Abgrund. Was der Zuschauer bereits ahnt oder zu wissen glaubt, verbirgt sich dem Diplomaten noch. Dann aber begreift er: Die USA sollen in den Krieg ziehen. Treibende Kraft ist die Verteidigungsministerin. Es geht um jede Menge Geld.

Offers Film, als Miniserie konzipiert und im Februar des Jahres auch als solche im US-Fernsehen gelaufen, wirft ein Licht hinter die Kulissen der Macht, in der Staatssekretäre, Geheimdienste und wirtschaftliche Interessen zusammentreffen. Die Anspielung der Handlung auf gleich drei Ereignisse der jüngeren Vergangenheit, auf Personen der Zeitgeschichte und politische Ränkespiele ist einigermaßen gut miteinander verwoben.

So könnte es sich bei der Figur des Mark Brydon um den ehemaligen britischen Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, handeln. Bei Trygyztan, das an Kirgistan erinnert, allerdings im Film 29 Millionen Einwohner zählt - Kirgistan hat 5,1 Mio.) dürfte es sich um Usbekistan (27 Mio.) handeln. Verteidigungsministerin Lynne Warner erscheint beinahe als Klon der ehemaligen US-Außenministerin Madelaine Albright, des Ex-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld und des Vize-Präsidenten Richard Cheney.

Der Flugzeugabsturz gleich zu Beginn des Films läßt Erinnerungen an 9/11 aufflammen, der Gouverneur von Florida an John Bush, der von 1999 bis 2007 im Amt war, die private Sicherheitsfirma Centas wunderschön an die real existierende Blackwater Company, die 1997 vom Millionenerbe Erik Prince gegründet wurde und über Staatsaufträge von einer Milliarde Dollar verfügen soll.

Sie verfügt über Kampfhubschrauber, Kampffahrzeuge und eine umfangreiche Truppe von Ex-Navy-Seals, Ex-Marines, Ex-Geheimdienstmitarbeitern - Söldner -, die sie dem in Krisen- und Krieggebieten operierenden militärisch-industriell-parlamentarischen Komplex ("Military-industrial-congressional complex", so Ex-Präsident Eisenhower) zum Schutz bereit stellt. Die Demokratie muß exportiert werden. Klar, was sonst?

Irgendwie läßt sich das seit Jahren den Nachrichten und den Reden von Regierungsvertretern entnehmen. Der Film geht da einen Schritt weiter. Und so sollte es weitergehen.

© Henning Appelt

© GeoWis (2007-09-30; 17:49:59)

Free Download des US-Kongreßberichts zu den "Blackwater"-Delikten im Irak >>

Anzeige