GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
13. Dezember 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Bruce Dern ist für seine Rolle des Woody Grant in Alexander Paynes Film 'Nebraska' für den Academy Award nominiert. Angesichts seiner schauspielerischen Leistung müsste er den Oskar bekommen
Wir die Wand - Ein Film von Klaus Martens über die Südtribüne des BVB und ihre Bewohner
TV-Kritik: Der Hamburger Premiere-Tatort mit Wotan Wilke Möhring und Petra Schmidt-Schaller überzeugt durch seine Protagonisten
Round-the-World-Trip - The Substance von Martin Witz feiert weltweit Erfolge
TV-Kritik: Die Swingmädchen - Le Ragazze dello Swing. Aufstieg und Fall des Lescano Trios
Empire of the Sun - Steven Spielbergs Meisterwerk revisited
Die Wand - Ein Film von Julian Roman Pölsler
Herrlich schräg - Wes Andersons Komödie Moonrise Kingdom
Finchers Verblendung - Nichts für Rapace-Fans
TV-Kritik: Joseph Vilsmaiers Fernseh-Thriller 'Russisch Roulette' ist gar keiner. Eine Analyse
Alles, was wir geben mussten - Mark Romaneks Film nach dem Roman von Kazuo Ishiguro ist ein beklemmendes Schauerspiel zu einer Welt, in der wir leben
Die Zeit nach Bernd Eichinger - Der deutsche Film hat immer noch das Zeug, national wie international zu bestehen
The Clock - Christian Marclays Marathonwerk über die Uhrzeiten in Filmen ist vor allem eins: Kunst
Junkyard Dog von Kim Bass - Low-Budget-Produktion mit überfrachtetem Plot und schlechten Schauspielern
The Other Guys - Die etwas anderen Cops. Adam McKays Film setzt neue Standards im Comedy-Genre, ohne die Prinzipien des Genres zu verletzen
Duncan Jones' mit Preisen ausgezeichneter Film Moon liegt nun als DVD und Blue-Ray vor
Mit dem Film 'Russland - Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane' kommt Deutschlands aufwändigste Naturdokumentation in die Kinos
Collapse - Michael C. Rupperts Analyse und Ausblick vor dem Hintergrund von Peak Oil. Der fulminant informative Film von Chris Smith kommt nun als DVD und Blu-Ray in den Handel
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen II. Mega-Polit-Thriller der Extraklasse
Kult-Klassiker der Animation: Heavy Metal aus dem Jahr 1981
Kult-Klassiker in Schwarzweiß: Das Totenschiff
Der Film zur Denke in Konzernen, Beratungsfirmen und vielfliegenden Managern: Up in the Air von Jason Reitman
Geld korrumpiert und macht nicht glücklich. Oder doch? Stephen Milburn Andersons Film Ca$h gibt darauf eine Antwort
Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklärt das Geldsystem
Radio Rock Revolution von Richard Curtis
Politisch inkorrekt: Gran Torino von und mit Clint Eastwood
Jason Kohn: Manda Bala/Send a Bullet/Schick eine Kugel
Maria Teresa Camoglio: Die dünnen Mädchen
Marie-Monique Robin: Monsanto, mit Gift und Genen
Filmfest ueber Macht
TV-Kritik: Kommissarin Lund - Das Verbrechen
GeoWis-Serie Politischer Film (4): Syriana
GeoWis-Serie Politischer Film (3): Dr. Strangelove
GeoWis-Serie Politischer Film (2): Papillon
GeoWis-Serie Politischer Film (1): The Dancer Upstairs
Berlinale: Seltsame Eröffnungszeremonie
TV-Kritik: Die Schattenmacht
"Welcome to the Sixties": Neues Kult-Musical Hairspray?
Bremer, Liz/Jonas Littfers: "Hairspray" 2007
Antonioni und Bergman: Zwei Meister tot
Manel Mayol: Abschalten!
Behind the Couch von Veit Helmer
Des Wahnsinns letzter Schrei von B. Schönafinger/T. v. Dahlem
Bremer, Liz: Major 'Hot Lips' ist 70
Littfers, Jonas: Wiederentdeckt: Silkwood
Der Keiser ist tot - Nachruf von Hubertus Molln
Robert Altman - Nachruf von Jonas Littfers
Littfers, Jonas: Arthur Penn - Alice & Bonnie ...
Littfers, Jonas: Der Western atmet noch
Schwarzes Gold von Marc & Nick Francis


Paul Grignon: Money as Debt - Aussteiger erklärt das Geldsystem
[473]

Klevere Masche

Während seit zwei Jahren weltweit Banken mit schier unglaublich hohen Summen gerettet werden, hat der kanadische Künstler Paul Grignon sich Gedanken über das Bankensystem gemacht und im Herbst 2007 die animierte Dokumentation Money as Debt auf den Markt gebracht.

Von Jochen Henke (2009-05-23)

Er hatte schon früh die Nase voll von der Stadt und reiste mit Rucksack und Lebensgefährtin per Daumen auf die kleine Insel Gabriola, die zwischen Vancouver Island und dem Festland der kanadischen Pazifikküste liegt und zum Bundesstaat British-Columbia gehört. Erst wohnten die beiden im Zelt, dann in einer Hütte, und später, als vier Kinder da waren, im selbstgebauten Haus.

 Er sei nicht den üblichen Finanzierungsweg gegangen, zumal er kein regelmäßiges Einkommen gehabt habe, so Paul Grignon (*1948). Jahrelang habe er als saisonaler Baumpflanzer in der kanadischen Holzindustrie gearbeitet, bevor er sich so verletzte, dass er die Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Danach habe er jeden nur denkbaren Job angenommen und sich der Landschaftsmalerei gewidmet. Dem monetären System stehe er seit seiner Jugend skeptisch gegenüber.

Eine Erbschaft ermöglichte es Grignon 1997, sich professionell mit Videoprojekten zu beschäftigen. Meist waren es kleinere Clips für Organisationen und Werbung. Fünf Jahre später erhielt er von der Organisation United Financial Consumers den Auftrag, einen Film über die "räuberischen Praktiken von Banken" zu machen, wie er auf seiner Webseite schreibt. 

Herausgekommen ist eine denkbar kritische, erhellend wie erheiternde, gleichermaßen auch erschreckende Dokumentation von gut 45 Minuten Länge, die vor allem das Zins- und Verschuldungssystem und die damit einhergehende Erschaffung von Geld kritisch erläutert. Dabei setzt Grignan rigoros Animationen ein, die von einer Stimme aus dem Off - gesprochen von seinem Nachbarn Bob Bossoms - begleitet werden und mit Untertiteln versehen sind. 

 Die Kernbotschaft lautet: "Ohne Schulden gäbe es überhaupt kein Geld." Ohne Geld allerdings gäbe es Schulden.

Eine Bank kann - vereinfacht - das Mehrfache ihres Stammkapitals verleihen. Aus diesem mit wenigen Fingerbewegungen auf der Tastatur generierten virtuellen Geldreservoir schöpfen Kreditgeber kellenweise neues, stets virtuelles Geld, das Kreditnehmer dann ebenso virtuell oder in Papierform erhalten. 

Längst nehmen sich angesichts der globalen Finanz- und Wirtschaftssystemkrise allerlei Medien und Politiker dieser Zinsknechtschaft und ungezügelten Geldwirtschaft an, indes es mangelt an gut verständlicher und anschaulicher Darstellung ebenso wie an frühzeitiger, ideologiefreier Aufklärung in den Schulen.

Grignon begegnet diesem Mangel, indem er mit seinem Film den Sachverhalt auf seine Kernelemente reduziert und die Parabel vom Goldschmied (The Goldsmith's Tale) erzählt, dem Vorläufer des Bankwesens wie wir es kennen. Der findige, für die Münzprägung zuständige Goldschmied hat zum Problem, dass er sein Gold sicher aufbewahren muss. Also baut er einen Tresor, in dem er gegen Quittung bald auch das Gold seiner Mitbürger lagern darf.

Als er herausfindet, dass seine Mitbürger sich nicht ständig - und vor allem nicht gleichzeitig - danach erkundigten, ob ihr Gold noch im Tresor sei und Papier als Geld akzeptieren, beginnt er es in Papierform zu verleihen und dafür eine Gebühr zu nehmen, den Zins. Sein Trick, den ihm die Regierung zugesteht, ist dabei, mehr zu verleihen als er an Gold als Gegenwert im Tresor hat.

 Dass immer mehr Menschen an klarer und allgemein verständlicher Erläuterung des Weltfinanzsystems Interesse haben, zeigen die inzwischen im Netz verfügbaren Downloads,.

Mehr als zwei Millionen sollen es bisher sein. Auf Grignons Webseite sind "unautorisierte " Links zu Versionen mit deutscher, spanischer, russischer, italienischer, niederländischer, slowenischer und tschechischer Untertitelung gesetzt.

Bis jetzt gibt es den auch als Unterrichtsmaterial bestens geeigneten Film nur auf Englisch und Französisch. Kommerzielle Versionen mit spanischem und deutschem Ton seien in Vorbereitung.

Ungeachtet dessen ist die Kernaussage Grignons unüberhörbar: Wer die Lizenz hat, Geld zu verleihen, ohne Gold- oder andere Edelmetallreserven im Keller zu haben, die der Verleihsumme entsprechen, handelt fahrlässig und betrügerisch. Für diese Fahrlässigkeit und das Betrügerische aber haften nicht die Banker, sondern die Steuerzahler.

© Jochen Henke

© GeoWis (2009-05-23)

Transkript Deutsch >>

Transcript English >>

Webseite >>

Anzeige