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Deutsche Sprache, schwere Sprache - Rechtschreibung, ick bin mit dir einem, wa?, glaubten offenbar Redakteur und Drucker bei BILD
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Neue Verben braucht das Land

... und BILD ist dabei behilflich. Fragt sich, ob die schreibende Zunft - insgesamt - nicht erst mal die vorhandenen richtig schreiben lernen sollte.

Von Hubertus Molln (2011-06-06)

Von Online-Medien kennt man das ja. Da werden auf die Schnelle Rechtschreib- und Satzbaufehler produziert, dass es etwa dem Henri-Nannen-Preis-Träger Wolf Schneider Angstschweiß verursachen muss, wenn er liest, was die schreibende Zunft so alles verzapft. Brüchige oder völlig vergurkte Metaphern, falsch platzierte Verben und Hilfsverben, misslungene Relativsätze oder schlicht Rechtschreibfehler in einfachsten Wörtern sind an der Tagesordnung in deutschen Medien.

Kein Medium kann von sich behaupten, dass seine veröffentlichten Texte durchgehend fehlerfrei sind (auch GeoWis nicht). Obgleich die deutsche Sprache das wichtigste Handwerkszeug der schreibenden Zunft ist, wird sie von vielen, die mit dem Schreiben ihr Geld verdienen, nicht als wichtig genug erachtet. Alte und neue deutsche Rechtschreibung wird fröhlich gemischt.

Und noch immer wissen viele Journos und Publizisten ohne Korrektor oder Lektor nicht, wie und wann die phonetisch gleichlautenden Dasse - das, das, dass - eingesetzt und geschrieben werden müssen. Sie wissen häufig nicht, welches dieser tückischen Wörtchen ein sächlicher Artikel, ein Relativpronomen oder eine einen Nebensatz einleitende Subjunktion ist.

Das ist eine traurige Angelegenheit, die die Zunft demütig werden lassen sollte, vor allem in Bezug auf Nichtmuttersprachler, die hierbei oft Schwierigkeiten haben und mindestens mit Naserümpfen bedacht werden, immerhin aber die Logik früher oder später erkennen. Nicht so die Muttersprachler, die ja von sich in der Regel behaupten, Deutsch zu können.

Es gab Zeiten, da leisteten sich Redaktionen noch ausreichend und vollberuflich tätige Korrektoren, und wenn denen etwas durchging, dann waren da immer noch die Drucker, denen auffiel, dass ein Wort falsch geschrieben war. Im Zweifel riefen sie in der Redaktion an und fragten nach, ob der Text so in Druck gehen könne. Doch die Zeiten, dass Drucker generell der deutschen Schriftsprache mächtig wären, liegen auch schon eine Weile zurück.

Kaum anders ist es zu erklären, dass das Ankündigungsplakat (für Aufsteller an Kiosken) zur BILD-Zeitung vom 6. Juni 2011, Format DIN-A-3, mit der Schlagzeile "Nachbar erschosen, weil er zu laut lachte" einen kapitalen Rechtschreibfehler aufweist, der so nicht passieren darf. Auf dem selben Plakat steht dann auch noch "BVB-Star Zidan droht mit Abflug aus Dortmund" und die Eigenwerbung "BILD Dir Deine Meinung!".

Abgesehen davon, dass Zidan beim BVB kein Star war, kann er hinfliegen, wonach ihm der Sinn steht. Schlimmer als dieser semantische Fehlgriff der Schlagzeilenredaktion und der Herausgeberschaft samt Chefredakteur mutet die Aufforderung an, sich als Leser eine BILD-Meinung bilden zu sollen - und die Rechtschreibung womöglich für korrekt zu halten.

Man mus all dise Rechtsschreibverechter vereisen, iknoriren und apstrahfen. Unt die Drucka unt Redaköre mus man alle zur Nachilfe schieckon. Dann kan siech etwas endern. Fillaicht.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2011-06-06)

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