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Cowboy Junkies: Inspiriert von Enrique Celaya, Zuoxiao Zuzhou, Xu Wei und sich selbst hat die kanadische Band mit Renmin Park ein neues Album vorgelegt. Das erste von vier Werken der Nomaden-Serie
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China, und das Mädchen mit dem Leoparden

Zweieinhalb Jahre nach ihrem Album Trinity Revisited hat die kanadische Band Cowboy Junkies mit Renmin Park ein neues vorgelegt, das zu einem vierteiligen Zyklus gehört

Von Uwe Goerlitz (2010-10-08)

Als im Oktober 2007 Trinity Revisited herauskam, eine Kombination aus CD und DVD, die in der Trinity Church von Toronto entstand und an das zwanzig Jahre zuvor an gleicher Stelle aufgenomme, von der Kritik hochgelobte und von Junkies-Anhängern geradezu verehrte Album The Trinity Session erinnern sollte - es wurden exakt die gleich Songs noch mal eingespielt, allerdings klingen sie noch besser -, befand sich die Band noch unter Vertrag bei einer Plattenfirma.

Inzwischen hat sie ihr eigenes Label (Latent Recordings) und ein eigenes Studio (The Clubhouse) und sei "kreativer denn je", wie Michael Timmins, Gitarrist und eigentlicher Kopf der Band, sagt. Niemand wird behaupten, dass die Junkies in den 25 Jahren zuvor nicht kreativ gewesen wären - 20 solide bis geniale Alben sprechen dagegen. 

 Nun liegt mit Renmin Park das einundzwanzigste vor und wer hineinhört, bekommt eine Ahnung von dem, was Timmins meint. Ohne Plattenfirma können die Junkies machen, was sie mögen. Niemand redet ihnen hinein. Sie können kraft ihrer enormen musikalischen Virtuosität und ihrer Adaptationsfähigkeit unbekümmert aufgreifen, was sich bietet oder wonach ihnen der Sinn steht.

Nachdem ihnen die vier Gemälde der Jahreszeitenreihe The Nomad Series (Primavera, Verano, Otoño, Invierno/Frühling, Sommer, Herbst, Winter) des kubanisch-amerikanischen Malers und Kunstprofessors Enrique Martínez Celaya, mit dem die Junkies befreundet sind, unter die Augen kamen, sei es für die Band "klar gewesen, dass wir vier Alben machen müssen", so Michael Timmins. Im Portfolio habe man genügend neue Songs. Manche seien über die Jahre live gespielt worden, aber nie auf Alben gekommen, andere habe man noch nie aufgeführt, und neue Stücke habe man auch reichlich geschrieben. 

Die vier Gemälde, deren Kernlelement ein Mädchen in stets gleicher Position mit einem Leoparden auf dem Rücken ist, wurden als Cover für die Alben adaptiert, ebenso der Titel der Reihe The Nomad SeriesRenmin Park ist Volume 1. Die Musik sei inspiriert von Michael Timmins' dreimonatigem Aufenthalt in Jingjiang, Provinz Jiangsu, China, im Jahr 2008, wie es auf der neu gestalteten Webseite der Band heißt. 

In Jingjiang lernte Timmins den Musiker Eric Chen kennen, der ihm als Dolmetscher hilfreich war und ihn mit weiteren Musikern bekannt machte, darunter die in Chinas Rock- und Avantgarde-Szene bekannten Größen Zuoxiao Zuzhou und Xu Wei. Viel Zeit habe er im örtlichen Renmin Park verbracht, so Timmins.

Elf Songs und drei Intermezzi - ein kurzes Intro mit teils chinesischen Klängen, ein Interlude und als Abschluss das Stück Coda - weist Renmin Park auf, das trotz aller chinesischen Einflüsse in der Gesamtschau noch ein typisches Junkies-Album ist, wobei Margo Timmins' eindrucksvolle Stimme der Unverkennbarkeit einmal mehr beste Dienste leistet.

So beim Titelstück, das ruhig, getragen, intensiv ist und von ihres Bruder Michael mit der Akustikgitarre und George Gao an der Erhu, einer zweisaitigen chinesischen Geige, begleitet wird, wie auch bei A Few Bags Of Grain, das einen schon psychedelischen basic groove aufweist. Ebenso ruhig und tragend ist das Stück I Cannot Sit Sadly By Your Side, das eine Cover-Version des gleichnamigen Songs von Zuoxiao Zuzhou aus dem Jahr 2005 ist und von Eric Chen ins Englische übersetzt wurde.

Auch My Fall ist ein Cover. Diesmal das eines chinesischen Megahits aus dem Jahr 2006 von Xu Wei und dessen Band. My Fall hat sicherlich das Potential, auch in Kanada und Europa zum Hit zu werden, obschon die Originalversion von Xu Wei mehr Power aufweist und in China massenweise das Publikum, vor allem das weibliche, ausflippen lässt. 

 Die Cowboy Junkies bleiben ihrer Linie auch zu diesem Album treu, indem sie eine Reihe von Gastmusikern eingeladen haben, darunter die Chinesen George Gao und Guo Xue Ying, aber auch Xu Wei und Zuoxiao Zuzhou, die auf Renmin Park durchaus prägend mitwirken. So hat Zuzhou die Lead vocals im Song A Walk In The Park, und singt auf Chinesisch; Guo Xue bedient die Pipa.

Ebenfalls eingeladen wurden Keyboarder und Pianist Joby Baker, Bassist Josh Finlayson, Vokalist Andy Maze, Keyboarder Jesse O'Brian, Gitarrist und Steel Pedalist Aaron Goldstein, die Violinistinnen und Cellistinnen Amber Ghent, Rebecca van der Post, Anna Redekop und Sandra Baron. Letztere haben einen grandiosen Auftritt in My Fall unter dem Arrangement von Henry Kucharzyk. 

Manche Songs dieses Album klingen etwas schwermütig (Renmin Park; Little Dark Heart; I Cannot Sit Sadly By Your Side; A Few Bags Of Grain; Renmin Park Revisited), andere wiederum sind im Kern im Junkies-Rockstil (Stranger Here; My Fall; A Good Heart), und wieder andere avantgardistisch-düster, etwa Sir Francis Bacon At The Net, Cicades, A Walk In The Park. In einige sind stilvoll Geräuschkulissen aus Jingjiang gemischt.

China hat Michael Timmins offenbar gut getan, ist doch ein beeindruckendes Album daraus entstanden. Innerhalb der folgenden zwölf Monate sollen die noch fehlenden drei erscheinen. Volume 2, so ist es vorgesehen, wird Demons heißen und - anders als zunächst vorgesehen - Cover-Versionen von Songs des langjährigen Junkies-Kumpels Vic Chesnutt enthalten, der an Weihnachten 2009 verstarb. Man darf gespannt sein. Auch aufs Cover.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2010-10-08)

Geplante Gigs in Europa (2010): UK: 7.11.: Glasgow, City Hall; 8.11.: Manchester, Gorton Monastery; 9.11.: Union Chapel. SE: 11.11.: Stockholm, Södra Teatern. DK: 12.11.: Kopenhagen, Loppen. DE: 13.11.: Weissenhäuserstrand, Rolling Stone Weekender. BE: 14.11.: Turnhout, De Warande. (Angaben ohne Gewähr).

Website Cowboy Junkies >>

Website Enrique Martínez Celaya >>

Website Zuoxiao Zuzhou >>

许巍 - 我的秋天 (My Fall - Xu Wei) >> 

My Fall (Margo Timmins) >>

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