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Portrait: Colourfield, The
[929]
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Einfach tschüss

Vor 25 Jahren endete das vielversprechende, von Terry Hall initiierte Musikprojekt The Colourfield.

Von Uwe Goerlitz (2012-06-18)

Auf gerade einmal zwei Alben brachte es die 1984 gegründete Band The Colourfield. Ihr erstes, 1985 unter dem durchaus provokanten Titel Virgins and Philistines erschienenes, war ein musikalischer Antipode in der damaligen, von New Wave, NDW und Pop beherrschten Musikszene. Vor allem aber war es eine Überraschung für die Anhänger von Terry Hall, der bis dahin als Mitbegründer und Frontmann der Specials und der Fun Boy Three Ruhm eingestrichen hatte.

Hits wie Rudy, A Message To You, Too Much to Young (Specials) und Our Lips Are Sealed, It Ain't What You Do (Fun Boy Three, mit Bananarama) gehen auf Hall zurück. Man verband ihn mit Two Tone und Ska, mit fröhlichen Sounds und Spaßhaben. Umso mehr waren seine Fans irritiert, nachdem sie das erste Colourfield-Album hörten.

 Kein Two Tone, kein Ska, nicht mal ansatzweise. Stattdessen Balladen und Liebeslieder von höchster Qualität (Thinking Of You, Castles in the Air, Hammond Song, Virgins and Philistines, Sorry, Yours Sincerly), manche voluminös mit Rockkompositionen unterlegt, wie zum Beispiel Armchair Theatre und Take. Zusammengefasst kann man sagen, dass das Album ein Nachruf auf eine gescheiterte Beziehung ist, indes ein exzellentes. Entsprechend positiv fielen die Kritiken in Großbritannien aus.

Besonders das Stück Hammond Song, das aus der Feder von Margaret Roche stammt und von ihr mit ihren beiden Schwestern unter dem Band-Namen The Roches 1979 erstmals auf dem gleichnamigen Album (Album des Jahres in der New York Times) mehrstimmig in Alt und Sopran vorgestellt wurde, erfuhr auf Grund seiner hervorragenden Interpretation Lob.

Mitverantwortlich für das Gelingen des Albums waren neben den Bandmitgliedern Hall, Toby Lyons und Karl Shale die Schlagzeuger Paul Burgess, der zuvor bei 10cc, Jethro Tull, Camel und für Joan Armatrading getrommel hatte, und Pete De Freitas, ehemals Schlagzeuger bei Echo & The Bunnymen, der bereits im Alter von knapp 28 Jahren verstarb (1989). Für das musikalisch in summa eklektizistische Album steuerte Ian Nelson auf Virgins and Philistines die Klarinette bei, Preston Heymann (ehemals Tom Robinson Band) auf Thinking of You und Sorry die Percussions und Katrina Philips die Backing Vocals (Thinking of You; Yours Sincerly).

Dieses Line-up sollte es nie wieder geben, und es dauerte zwei Jahre, bis das zweite - und letzte - Colourfield-Album herauskam, das schlicht Deception heißt. Zwar sind auch darauf Balladen zu finden, etwa Badlands, Confession, Miss Texas 1967, doch unterscheidet es sich deutlich von Virgins and Philistines, indem es weitgehend vom Einsatz eines Drum-Computers (Sammy Merendino) geprägt ist.

Dadurch kommen einige brillante Kompositionen, beispielsweise She, From Dawn To Distraction, Monkey In Winter, nicht so zur Geltung, wie es bei weniger Überlagerung durch Rechner womöglich der Fall gewesen wäre. Terry Hall sei letztlich mit der von Richard Gottehrer (The Fleshtones; Joan Armatrading) geleiteten Produktion unzufrieden gewesen, wie später ans Licht kam, auch, weil es nicht mehr nach Colourfield klang.

 Verwunderlich war das indes nicht, trat Hall doch ohne Toby Lyons und Karl Shale an, stattdessen mit einer Reihe von Session-Musikern, einem neuen Choral und der damals noch unbekannten Sinead O'Connor. Selbst Roland Orzabal (Tears For Fears), der sein Bestes an der Gitarre auf Running Away und Confession gab, unterlag der Herrschaft von Gottehrer.

Das offenbar im Konflikt zwischen Hall und Gottehrer entstandene Album enthält dennoch zumindest drei Stücke, die hinsichtlich ihrer Komplexität und ihres Sounds auch gut auf das erste Album gepasst hätten. So das ins Rockige gehende, kraftvolle Hearts Of America und das mit Schifferklavier und Blasinstrumenten, an einen Shanty erinnernde Goodbye Sun Valley. Doch das beeindruckendste Stück ist sicherlich die Ballade Miss Texas 1967, in dem Hall wie schon auf Virgins and Philistines seine sängerische Gabe zur Entfaltung bringt.

Nach Deception war Schluss mit Colourfield. Einfach tschüss. Hall widmete sich anderen Projekten, spielte mit David A. Stewart (Eurythmics), machte bei The Lightning Seeds mit, bei Gorillaz, den Dub Pistols, Shakespears Sister und Nouvelle Vague. Unter Hall-Anhängern aber gilt Virgins and Philistines bis heute als Meisterwerk.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2012-06-18) 

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