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Alt und gut: 2013 - Progressiv ins neue Jahr und darüber hinaus. GeoWis stellt Ihnen einige Alben vor, die die Zeit überdauerten und sicherlich überdauern werden. Teil 1: King Crimson, Edgar Broughton, Stomu Yamashta, Phantom Band ...
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Progressive Times

Wie schon zu Weihnachten, empfehlen wir auch fürs neue Jahr einige Juwelen der Musikgeschichte. Teil 1.

Von Uwe Goerlitz, Jochen Henke, Yu Onoe (2012-12-27)

Musik gilt generell als kulturelles wie intellektuelles Bindeglied zwischen den Völkern. Ihre Beeinflussung ist enorm, vergleichbar mit weltweit agierenden Burger-Bratern, Kaffeekochern und Smartphone-Herstellern. Der Grad des intellektuellen Gehalts bei Musik variiert jedoch stärker als der bei Burger-Bratern.

Wir wollen Ihnen deshalb keine Burger-, Kaffee- oder Smartphone-Kreationen vorstellen, sondern einige Bands in Kurzprofilen und einer Auswahl an Alben, die schon früh fortschrittlich waren und die Zeit überdauert haben, und einige Bands, die in jüngerer Zeit daran anknüpften. Brühen Sie sich ihren Kaffee oder Tee dazu lieber selbst.

Edgar Broughton Band

edgar-broughton-band-evening-over-rooftops42 Jahre, von 1968 bis 2010, gab es die Edgar Broughton Band, die im Jahr 2000 ihr letztes Live-Album veröffentlichte. Die EBB zählte zu den Politrockern, gegründet in der heißen Phase des Kalten und des Vietnam-Kriegs.

Von 1969 bis 1982 brachte sie es auf acht Studioalben, von denen das 1971 lediglich als Edgar Broughton Band erschienene zu den eindringlichsten gehört.

Besonders das Album-Klapp-Cover wirkt mit dem an den Füßen am Haken zwischen Rinderhälften hängenden Menschen im Schlachthaus verstörend und bietet reichlich Interpretationsspielraum. Ähnlich beeindruckend sind die Songs auf diesem Album, wobei der wohl bekannteste davon Evening Over Rooftops ist.

Es ist neben dem im gleichen Jahr als Single und erst vier Jahre später auf dem Album A Bunch Of 45’s erschienenen Stück Hotel Room der erste von zwei Hits, und ein Song, den EBB trotz unterschiedlicher Line-ups jahrzehntelang auf Konzerten stets virtuos seinem Publikum darbot.

King Crimson

Robert Fripp, Gründer von King Crimson, gilt wie das Ex-Roxy-Music-Mitglied Brian Eno als Mastermind seines Genres. Viele Größen der Rock- und Pop-Musik beziehen sich auf ihn und mit so manchen hat er zusammengearbeitet. Mit dem bereits erwähnten Brian Eno, mit Blondie, den Talking Heads, David Bowie, später mit David Sylvian von der Band Japan, und aufstrebenden Sternen wie Porcupine’s Tree.

king-crimson-at-the-court-of-the-crimson-kingDas Mastermind, das im Alter von 23 Jahren die Band King Crimson ins Leben rief und seit über 40 Jahren neben seiner Präsenz als Musiker auch als Komponist und Produzent tätig ist, hat mit In The Court Of The Crimson King (1969), dem Debütalbum, einen Meilenstein in Sachen Progressive Rock auf den Markt gebracht, wenn nicht sogar das Genre begründet.

Zum Können des kaum in eine Schublade zu pressenden Meisters einerseits, zu seinem musikalischen Schaffen andererseits, schauen noch heute nachgefolgte Generationen von Musikern auf.

Fünf lange Stücke befinden sich auf dem Album - 21st Century Schizoid Man; I Talk To The Wind; Epitaph; Moonchild; The Court Of The Crimson King -, wobei Epitaph zum Besten zählt, was zu jener Zeit komponiert worden war, zumal das Stück ein Grundgefühl menschlichen Daseins zum Ausdruck bringt und man sich fragen darf: Warum bin ich hier? Wohin führt die Reise? Was bleibt von mir?

Sweet Smoke

Mit einem Song berühmt zu werden, der über 18 Minuten lang ist, gelang in der jüngeren Musikgeschichte nicht vielen Bands. Steve Rosenstein (Rhythm Guitar; Vocs), Andy Dershin (Bass), Jay Dorfman (Percussion; Drums), Michael Paris (Tenor Saxo; Vocs; Percussion) und Marvin Kaminowitz (Solo Guitar; Vocs) als Sweet Smoke brachten das mit dem Stück Silly Sally fertig.

sweet_smoke_jusdt_a_pokeDie 1967 in New York Citys Stadtteil Brooklyn gegründete Band, deren Stil im Allgemeinen als Psychedelic Jazzrock bezeichnet wird, was so gut wie gar nichts aussagt, war doch das Adjektiv psychedelisch in den 1960er und 1970er Jahren einer Reihe von Musikrichtungen angeheftet worden, die nicht in eine Schublade passten und zunächst lediglich deren Album-Cover darauf schließen ließen, dass bewusstseinserweiternde Drogen irgendwie im Spiel seien.

Genauso gut ließen sich manche Musiken aus der Zeit vor der Erfindung der Schallplatte und des Grammophons mit diesem Adjektiv belegen. Kein Mainstream-Medium behauptet heute, dass Rossini, Schostakowitsch oder Wagner psychedelische Musik komponiert und dazu noch entsprechende Drogen konsumiert hätten. Doch wenn es für Sweet Smokes Album Just A Poke gilt, dann auch für die Urväter der gepflegten Ohrendröhnung. Pilze gab es ja schon vor der Erfindung der Musik.

Phantom Band

Die Band existiert nicht mehr, einen Eintrag im Online-Lexikon Wikipedia gibt es über sie (noch) nicht. Stattdessen einen über The Phantom Band, einer Gruppe aus Schottland, die Irish Folk und Rock macht. Von dieser soll hier nicht weiter die Rede sein.

phantom_band_german_deutsch_liebezeit_zerlett_czukayDie Gruppe, um die es hier geht und deren erstes Album wir empfehlen (es gibt nur drei), wurde als Projekt 1980 in Deutschland gegründet. Dominik von Senger (Guitar), Olek Gelba (Percussion), Helmut Zerlett (Keyboards), Rosko Gee (Bass; Vocs), Jaki Liebezeit (Drums; Percussion) und Holger Czukay (Horn) spielten das Album im Kölner Inner Space Studio von Can ein und mischten es bei Conny Plank (1940-87) ab.

Obwohl Liebezeit und Czukay Gründungsmitglieder von Can sind - dem musikalisch-intellektuellem Counterpart zu Kraftwerk aus Düsseldorf - und mit Monster Movie (1969) einen völlig neuen Sound kreierten, Czukay bei Phantom Band auch am Mischpult saß, ist die Musik dieses Projekts weit entfernt von Can.

Rolling etwa, das der Jamaikaner Gee komponiert hat, ist ein ruhiger Song, geprägt von Gees Bass und Stimme, Liebezeits Drums und Gelbas Percussion. You Inspired Me, ebenfalls von Rosko Gee, hätte gar zum Hit werden können, wenn sich abseits von John Peel (BBC) auch deutsche Radio-DeeJays jener Zeit dafür interessiert hätten. Wie auch I’m The One, das mit knapp sechs Minuten längste Stück auf diesem Album.

Stomu Yamashta

Ins Fortschrittliche und Zeitlose darf man ohne Skrupel auch die Musik des Japaners Stomu Yamashta einordnen. Insbesondere die Alben Go, Go…Live From Paris (beide 1976) und Go Too (1977). Yamashta, Perkussionist, Keyboarder und Komponist, tat sich Mitte der 1970er Jahre mit einer Reihe international renommierter Musiker zum musikalischen Brainstorming zusammen.

stomu_yamashta_go_too_revievMit von der Partie waren für das hier empfohlene Album Go Too der italo-amerikanische Jazz-Gitarrist Al di Meola, der deutsche Synthi-Papst Klaus Schulze, der ehemalige Santana-Drummer Michael Shrieve, die Gitarristin und Vokalistin Linda Lewis, die u.a. bei Steve Harley & Cockney Rebel, Rick Wakeman und David Bowie ihre Künste einbrachte, Doni Harvey (Guitar; Vocs), Jess Roden (Lead Vocs), Paul Jackson (Bass; Ex-Herbie Hancock), Brother James (Latin Percussion) und viele weitere hochrangige Musiker sowie das Martin Ford Orchestra.

In den fortschrittlicher Musik zugeneigten Wohngemeinschaften, in Kifferhaushalten und im gehobenen Bürgertum mit Stereoanlagen von Bang & Olufsen oder völligem High-end gehörte Yamashta zum wirklich guten Ton - wohl heute noch. Kein Wunder, wenn man die kompositorische und musikalische Qualität der Band erkannt hat.

Die Kompositionen fußen wesentlich auf Yamashta und Michael Quartermain. Zu den hervozuhebenden Songs zählen Seen You Before, Wheels Of Fortune und das bewegende The Mysteries Of Love.

© Uwe Goerlitz, Jochen Henke, Yu Onoe

© GeoWis (2012-12-27)

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Weitere Musiktipps finden Sie in unseren Rubriken Literatur/Kunst/Medien/Musik und Selected Portraits

Links zu Hörproben zur Kaufentscheidung

Evening Over Rooftops >>

I'm The One >>

Epitaph >>

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