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Alt und gut: 2013 - Progressiv ins neue Jahr und darüber hinaus. GeoWis stellt Ihnen einige Alben vor, die die Zeit überdauerten und sicherlich überdauern werden. Teil 2: Yoshiko Sai, The Guest Stars ...
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Progressive Times

Wie schon zu Weihnachten, empfehlen wir auch fürs neue Jahr einige Juwelen der Musikgeschichte. Teil 2.

Von Uwe Goerlitz und Yu Onoe (2012-12-31)


Yoshiko Sai

yoshiko_sai_mikkouIn den 1970ern war Yoshiko Sai eine angesagte multi-stilistische Musikerin, die Folk, Rock, Blues, Jazz und ostasiatische Klänge weit abseits des japanischen Schlagers im Repertoire hatte. Von 1975-77 veröffentlichte die 1953 in Nara, ca. 50 km südlich von Kyoto, geborene Künstlerin drei Alben - Hatachi Ni Nareba (1975), Mikkou (dt.: Illegale Migration; 1976), Taiji No Yume (dt.: Traum vom Baby im Bauch; 1977) - und einige Singles, die sich alle prächtig verkauften.

Mit dem auch als Single ausgekoppeltem Stück Hatachi Ni Nareba (dt.: Wenn ich 20 bin/werde) hatte sie - wie auch mit dem Folksong Akai Hana (dt.: Rote Blume) - einen Hit in ihrer Heimat. Unerwartet zog Yoshiko Sai sich 1978 vom Musikgeschäft zurück und widmete sich neben anderem der Malerei.

Erst spät wurden ihre Songs außerhalb Japans bekannt. Zunächst in den USA, dann in Europa. Wer von Sai gehört hatte, musste ihre Vinyls mühsam über den Import zu bekommen versuchen, was nicht immer einfach war und auch heute noch schwierig ist, wenn es ums Vinyl geht.

Aus europäischer Perspektive sind Sais frühe Alben Raritäten und heute selbst über international operierende Unternehmen wie beispielsweise Amazon nicht leicht zu beschaffen. Zum Glück gibt es Portale, auf die einige ihrer Songs hochgeladen wurden.

yoshiko_sai_hatachi_ni_narebaYoshiko Sai singt mit ruhiger und fast ein wenig tiefer Stimme, meist begleitet von sparsam eingesetztem Schlagzeug, Bass, Piano und wahlweise einer Akustik- oder E-Gitarre. Auch Flöte, Cello, Tabla und Vibraphon werden eingesetzt.

Obwohl Sai grundsätzlich auf Japanisch singt, achtet man kaum darauf, weil ihre Songs musikalisch ansprechend, ausgefeilt und spracheübergreifend sind, was insbesondere bei ihren von Blue Notes geprägten Stücken der Fall ist. Etwa bei Haru (dt.: Frühling), Hito No Inai Shima (dt.: Menschenleere Insel) oder Hyoryusen (dt.: Verlorene Boatpeople auf See). Und wer aufs Japanische achtet, dürfte schnell feststellen, dass es ausgesprochen angenehm klingt.

Dass Sai und ihre Musiker die große Klaviatur anspruchsvoller Musik beherrschten, beweist zum Beispiel ihr Song Taiji No Yume. Ein gejazztes Piano und eine im besten Flamenco-Stil gespielte Gitarre, die stark an die Al di Meolas erinnert, dazu eine klare, zur Abwechslung hohe Stimme der Chefin untermauern, dass die Dame es verdammt drauf hatte.

yoshiko_sai_taiji_no_yumeNach mehr als 20 Jahren Abstinenz vom Musikgeschäft kamen - wesentlich vorangetrieben durch ihre Plattenfirma - ab Ende der 1990er Jahre Re-Issues und Kompilationen ihrer Alben als CDs auf den Markt, zuletzt 2008. Zwar sind auch diese nur über den Import zu bekommen, aber weitaus leichter als Vinyl.

Yoshiko Sai, inzwischen 59, tritt nicht mehr oft auf. Sie malt viel, heißt es. Ihre Webseite (bisher nur auf Japanisch) befindet sich im Aufbau. Immer noch gilt sie aber in Japan und in internationalen Blues- und Blue-Notes-Kreisen als eine herausragende Künstlerin. Wer kann, beschaffe sich eines oder mehrere ihrer Alben.

The Guest Stars

the_guest_stars_out_at_nightEin beachtenswertes Kleinod in Sachen Musikperlen sind die Guest Stars, die 1984 ihr gleichnamiges Debütalbum unter dem Kölner Musikverlag Eigelstein herausbrachten und ein Jahr später mit Out At Night nachlegten. Sechs Britinnen taten sich damals zusammen und zeigten auf erfrischende Weise, dass Jazzrock keine Männerdomäne sein muss und schon gar nicht der nigerianischen Salon-Löwin Sade überlassen werden durfte, die vom Feuilleton geradezu marktschreierisch gehypt wurde.

Die Guest Stars - Deirdre Cartwright (Guitar), Josefina Cupido (Vocs; Drums), Laka Daisical (Vocs; Piano), Linda Damango (Vocs; Kongas), Alison Rayner (Fretless Bass), Ruthie Smith (Vocs; Saxo) - legten zwei Alben vor, die heutzutage heiß begehrt, aber zu bekommen sind. Alle Musikerinnen hatten zuvor in anderen Formationen gespielt.

"Ihre heutige Musik reflektiert die Erfahrungsunterschiede der Spielerinnen und ihre Reife, die nur nach langen Perioden möglich ist, da man verschuldet sein mag, aber einfach seinen Weg geht", schreibt Val Wilmer auf der Rückseite des Debütalbums. Wilmer kritisiert "die oberflächliche Interpretation" des damaligen Jazz auf der Insel, der unter dem Rubrum New British Jazz propagiert wurde, bescheinigt hingegen den Guest Stars "Authentizität" und "Ehrlichkeit zu ihrer Musik".

the_guest_stars_i_knoe_i_knowDas Damen-Sextett mischte die Szene auf, tourte ausgiebig, vor allem in Großbritannien und Deutschland, und verschwand leider fast so schnell wieder aus dem (deutschen) Blickfeld wie es aufgetaucht war. Geblieben sind zwei Alben, dessen beste von vielen guten Stücken Valentyne’s Day und I Know. I Know sind.

Doch mit der Musik aufgehört haben die inzwischen gesetzteren Damen nicht. Vor allem Cartwright und Rayner sind höchst aktiv, spielen mit anderen (Frauen und Männern) mal als Electric Landladies in der europäischen Jazz-Szene auf, mal als Deirdre Cartwright Trio oder Deirdre Cartwright Quartet. Und von Zeit zu Zeit komplett als The Guest Stars. Deirdre Cartwright hat zudem mittlerweile sechs Solo-Alben veröffentlicht.

© Uwe Goerlitz und Yu Onoe

© GeoWis (2012-12-31)

Teil 1 >>

Weitere Musiktipps finden Sie in unseren Rubriken Literatur/Kunst/Medien/Musik und Selected Portraits

Links zu Hörproben zur Kaufentscheidung

Hatachi Ni Nareba >>

Hyoryusen >>

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