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Anita O'Day - Nachruf von Niels Baumgarten

Anita O'Day

18.10.1919 - 23.11.2006

Ein Nachruf

Von Niels Baumgarten (2006-11-25; 13:34)

Benny Goodman war sie 1939 nicht gut genug, aber das entmutigte die junge Anita O'Day nicht. Bis zum Vorsingen bei Goodman war sie bereits in allen angesagten Chicagoer Jazz-Klubs aufgetreten, darunter im berühmten Off Beat, wo sie auf Bandleader Gene Krupa getroffen war. Krupa heuerte sie zunächst nicht an, da er die Vokalistin Irene Daye unter Vertrag hatte.

Sie kam bei Raymond Scott unter, der sie nach drei Tagen feuerte, weil sie zu singenden Text vergaβ und die Melodie nicht traf. Drei Jahre später rief Krupa sie an. Sie machten gut 30 Songs zusammen, darunter so hochkarätige wie Thanks for the Boogie Ride oder Let Me Off Uptown, das sie im Duett mit Roy Eldridge vortrug. Ihr Stern ging auf und leuchtete selbst dann weiter, nachdem Krupa wegen Marihuanabesitzes einfuhr und die Band sich auflöste.

Mit Woody Herman tourte sie durch die USA und trat einen Monat lang im Hollywood Palladium auf, bis sie die Nase von der Big Band voll hatte und eine Weile solo weitermachte. Zu dieser Zeit hatte sie längst ihren eigenen Stil entwickelt und sich von traditionellen Jazz-Gesang entfernt. Was ihr Kritik, aber auch Respekt einbrachte. 1944 lieβ sie sich von Stanley Kenton anheuern, einem für Innovationen im Jazz offenen Bandleader. Heraus kamen rund 20 neue Stücke, wiederum einige Hits darunter, etwa I'm Going Mad For A Pad und And Her Tears Flowed Like Wine.

Nach einem erneuten Engagement bei Krupa machte sie ab 1946 wieder alleine weiter, veröffentlichte eine Reihe von Songs hauptsächlich auf kleinen Labels, saβ drei Monate wegen des Besitzes von Marihuana ab, und trat dann mit Count Basie in New York auf. Sie war wiederspenstig, aber erfolgreich, und wurde 1953 wegen Heroinbesitzes für sechs Monate inhaftiert.

Als sie Mitte der 1950er Jahre die erste LP beim gerade von Norman Granz gegründeten Jazz-Label Verve Records herausbrachte, sollten in den kommenden sechs Jahren 16 weitere folgen. Dazwischen traf sie wieder auf Benny Goodman und ging mit ihm auf Tour durch Europa, doch mit Goodman kam sie musikalisch nicht zurecht und konzentrierte sich wieder auf ihre Solokarriere.

Anita O'Day: Cool Heat Trotz ihrer Drogensucht, oder gerade deshalb, und einer Reihe von Exzessen war sie ausgesprochen kreativ. Ihre mitunter eigenwilligen Interpretationen von groβen Songs wie Mack the Knife, Honeysuckle Rose, Sweet Georgia Brown oder The Lady Is A Tramp sind Perlen des Jazz.

Sie war jahrelang nicht zu stoppen, trat auf den renommierten Festivals auf, so in Newport, sang bei Oskar Peterson, Thelonius Monk, Louis Armstrong und anderen Heroen des Jazz. Im Alter von 51 Jahren trat sie 1970 beim Berlin Jazz Festival auf und verzückte ihre Fans.

Auch in Japan feierte sie honorige Erfolge, nahm dort mehrere Alben auf und brachte einige davon auf ihrem eigenen Label, Emily Records, heraus.

In ihrer 1981 erschienenen Biographie High Times, Hard Times, vermeidet sie es, umfangreich von ihrer Drogensucht zu erzählen, sondern stellt ihre Erfolge und Miβerfolge, ihre Ehen und musikalischen Vorlieben heraus. Bis 1993 sang sie noch. Dann zog sie sich, inzwischen 74, aus dem Musikgeschäft zurück. Viele ihrer Kollegen und Kolleginnen waren da schon abgetreten.

Anita O'Day: BiographieWenn es so etwas wie Rebellen des Jazz je gegeben hat, dann war Anita O'Day eine von diesen. Dynamisch in Stimmlage und Tempo, erfrischend und oft unberechenbar hat sie das Genre musikalisch bereichert.

Im Februar 2004 nahm die Grand Dame ihr letztes Album, Indestructible, auf, das zwei Jahre später veröffentlicht wurde. Anita O'Day starb am 23. November in einem Krankenhaus in West Hollywood an Lungenentzündung.

© Niels Baumgarten

© GeoWis (2006-11-25; 13:34:38)

© Fotos: wikipedia.org; anitaoday.com; Gene Krupa Homepage

 

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