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USA: In Kalifornien werden Stimmen gesammelt, um die Legalisierung von Marihuana zu erreichen
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Free Weed

Im November 2010 steht in Kalifornien eine Abstimmung darüber an, ob Marihuana legalisiert werden kann. Schon jetzt werden fleißig Unterschriften gesammelt

Von Ralf Tenhagen (2010-03-29)

Es ist vierunddreißig Jahre her, seit der jamaikanische Reggae-Sänger Peter Tosh einen Welthit mit dem Stück Legalize It (... Don't Criticize It) hatte. Es geht darin um nichts anderes als die Legalisierung von Marihuana. Auch Bob Marley trat dafür ein, genauso wie eine Reihe anderer Reggae-Bands und Kiffer-Protagonisten, häufig aus Jamaika, aber auch aus Südafrika, wie etwa Lucky Dube. Viele ihrer Songs sind mit religiösen Zügen und Inhalten versehen (Jah, Rastafari, ...) und man weiß nicht, wie bekifft die Musiker waren.

Marihuana und Haschisch, lange als Drogen weltweiter Subkulturen apostrophiert und als Einstiegsdrogen für härteres Zeug stigmatisiert, wird in den Ländern mit abendländischer Kultur bereits seit mehr als vierzig Jahren bei Jugendlichen und der Jugend Entwachsenen als ein Rauschmittel geschätzt, das nicht nur nicht aggressiv macht - wie etwa Alkohol, Kokain oder Kokain-Ersatzmittel -, sondern die Tretmühle, in der sie sich befinden, erträglicher erscheinen lässt.

Holland hat das Phänomen schon früh erkannt und bereits in den frühen 1970er Jahren darauf reagiert, indem es Verkaufsstellen für Marihuana und Haschisch zuließ - die so genannten Coffeeshops -, in denen Konsumenten dieser Rauschmittel bis zu einem bestimmten Limit einkaufen können (heute maximal fünf Gramm) und auf die ihnen genehme Weise rauchen dürfen. Bedingung: Sie müssen etwas zu trinken bestellen, etwa Tee oder andere antialkoholische Getränke. Alkohol und harte Drogen gibt es nicht, sind strikt verboten.

Mit 19,5 Prozent Umsatzsteuer ist jedes Gramm Marihuana oder Haschisch belegt. Bei den zigtausenden Kiffern, die alljährlich die Coffeeshops von Amsterdam bis Zwolle frequentieren, kommt für den niederländischen Fiskus ein hübsches Sümmchen zusammen. Von den Kiffern profitieren auch die Einzelhändler, etwa Restaurants, Frittenbuden, Kioske, Souvenirstände, Headshops und selbst mancher Rotlichtbezirk. Denn erstens regt das Zeug den Hunger an, auch den nach Süßigkeiten, und zweitens bei vielen offenbar auch die Lendengegend.

Oft auch den Geist. Kiffer gelten als politisch eher links und sozial engagiert, während etwa Kokser als radikal und neoliberal eingeschätzt werden, da sie nicht lediglich ob des Rauscherlebnisses koksen, sondern um ihren anstrengenden, häufig gut bezahlten Berufsalltag geregelt zu bekommen. Letztere haben daher auch eher das Budget, sich das gegenüber dem Kiff oder Gras ungleich teurere Kokain leisten zu können.

Die Gelackmeierten sind jene armseligen Drogenabhängigen, die Heroin und vergleichbare Drogen konsumieren. Sie haben meist kaum finanzielle Mittel, sind oft hochverschuldet, müssen sich prostituieren, stehlen oder an Methadon-Programmen teilnehmen, um über den Tag zu kommen. Heroin ist der Abstieg.

Diese Klientel vor Augen, bemühen sich politische Entscheider, die Legalisierung auch von so genannten weichen Drogen zu verhindern. Es wäre vielleicht nachvollziehbar, wenn sie auch den Verkauf von Alkoholika in die Illegalität verbannten. Doch keine abendländische Regierung hat sich bisher getraut, sich dem Multi-Milliarden-Business der Schnapsbrenner, Winzer und Bierbrauer entgegenzustellen.

Im Land der früher angeblich unbegrenzten, heute jedoch strikt begrenzten Möglichkeiten - den USA -, regt sich nun Widerstand gegen die seit Jahrzehnten anhaltende Kriminalisierung von Marihuana-Rauchern. Ausgerechnet im vom republikanischen Governeur Arnold Schwarzenegger regierten Sonnenstaat Kalifornien machen Pot-heads und deren Sympathisanten mobil gegen das Verbot von Marihuana-Konsum.

Vierzehn Jahre nachdem in Kalifornien Marihuana und Cannabis als Heilmittel - unter strikten Auflagen - zugelassen worden ist, sammeln Befürworter der Rauschmittel nun Unterschriften, um eine Abstimmung zur Legalisierung herbeizuführen, die im kommenden November stattfinden soll, wie der San Francisco Chronicle (Online-Ausgabe) am vergangenen Mittwoch berichtete.

Die Befürworter der Legalisierungskampagne treten für den legalen Besitz, Konsum, Transport, Anbau und Verkauf der Pflanze und ihrer Extrakte ein.Hierbei soll der Anbau auf einer Fläche von knapp drei Quadratmetern per Grundstück begrenzt sein. In einem Zehn-Punkte-Papier vom 27. Juli 2009 und gerichtet an den Generalstaatsanwalt Kaliforniens, Jerry Brown, listen die Befürworter eine Reihe von Gründen auf, weshalb Marihuana - das in den USA begrifflich auch Cannabis miteinschließt - legalisiert werden sollte.

Danach hätten rund 100 Millionen Amerikaner bereits mindestens einmal Cannabis probiert, mithin ein Drittel der US-Bevölkerung (Kleinkinder und Kinder nicht mitgezählt). "15 Millionen Amerikaner haben letzten Monat Cannabis konsumiert", so das Papier, das offiziell als "nicht substantiell" betrachtet wird.

Ohnehin haben die Befürworter hier lediglich die Form wahren wollen, es aber nicht versäumt darauf hinzuweisen, dass weder die Kriminalisierung von amerikanischen Staatsbürgern noch die mit der Nicht-Legalisierung dem Staat entgehenden Steuereinnahmen nicht nachvollziehbar seien. Auch der Hinweis darauf, dass die USA zwar mit die strengsten Gesetze im Hinblick auf Cannabis habe, trotzdem die meisten Konsumenten, fehlt nicht.

Die Gegner der Petition bringen alldieweil die stets bekannten Argumente. "Warum in aller Welt soll man eine weitere bewusstseinsverändernde Droge zulassen?" fragt John Lovell, ein in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento ansässiger Gegner der Legalisierung, ohne allerdings zu benennen, welche 'bewusstseinsverändernden Drogen' bereits legalisiert seien.

"Sie akzeptieren, dass Marihuana längst da ist", sagt Chris Lehane, Stratege der Initiative, dem Chronicle. "Aber sie wollen eine kluge Stragtegie." Wie diese aussehen könnte, ist einstweilen bei den Gegnern der Legalisierung völlig unklar. Wie der Chronicle meldet, sei die Diskussion darüber auch in Nevada im Gange. Dort werde bereits darauf hingearbeitet, dass nach einer vollzogenen Abstimmung im Jahr 2012 staatlich lizenzierte Coffeshops erlaubt werden sollen.

Obwohl die Befürworter der Legalisierungskampagnen es nicht offen zur Sprache bringen, dürfte klar sein, dass ihre kampfstärksten Gegner nicht unter den Politikern zu finden sind, sondern unter den unterschiedlichen Diensten, die von der Drogenbekämpfung leben. Zu den größten dieser Dienste gehört die Drug Enforcement Agency (DEA), in der tausende Jobs überflüssig würden, wenn Marihuana in Kalifornien und weiteren Staaten legalisiert würde.

Auch die vielen County Sherrifs und lokalen Polizeibehörden wären betroffen, könnten sie doch nicht mehr so wie bisher auf das Eigentum eines Marihuana-Besitzers zugreifen und es in den eigenen Kapital- und Finanzierungsbestand einfließen lassen. Hier nämlich hat sich in den vergangenen gut 25 Jahren eine lokale und regionale Konfiszierungsindustrie (forfeiture industry) unter den Drogenverfolgungs- und den Sicherheitsbehörden autonomisiert, die hunderttausende Amerikaner ins Elend und in den Knast beförderte und manche auch das Leben kostete.

© Ralf Tenhagen

© GeoWis (2010-03-29)

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