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Apple: iGod im Himmel, oder auch nicht - Steve Jobs erlag seinem Krebsleiden
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Ende einer Ära

Niemand in der Computer-Welt war so Kult im Markt wie Steve Jobs, Mitbegründer von Apple-Macintosh. Niemand war auch so verbissen.

Von Liz Bremer (2011-10-06)

Die Produkte, die auf Steve Jobs zurückzuführen sind, haben Kultstatus. Das war schon recht früh so, spätestens, seit er 1984 den mit Jerry Manock entwickelten und gestalteten legendären Macintosh 128k vorstellte, den ersten Desktop-Rechner mit graphischer Oberfläche, der flugs wie wild Einzug in die Graphische und -Druckindustrie erhielt und teuren Platzhirschen wie Dell und Berthold das Wasser abgrub. Mit dem 128k ließen sich Schrift setzen und Grafiken erstellen.

Einen weiteren Meilenstein kreierte Jobs mit dem PowerPc 5500, einem Rechner (4 GB Festplatte, 32 MB RAM + 32 MB virtuell, 267 Mhz CPU), der wie der 128k Monitor und Rechner in einem Gehäuse darbot und dessen Design Macianer in Verzückung geraten ließ. Apple-Macintosh avancierte zur Kult-Rechner-Marke einer vergleichsweise überschaubaren Anhängerschaft. Druckereien, Werbeagenturen, Verlage und Privatleute mit gutem Einkommen leisteten sich die Rechner.

Ihr aller Feindbild war Bill Gates mit Microsoft. Gates schob seine Monochrome- und Farbzeilen-Rechner in den Markt, und in den frühen 1990er Jahren dann sein Windows 2.1. Gates war preiswerter als Apple-Macintosh, verkaufte deshalb wie blöd. Wer auf sich hielt und es sich leisten konnte, kaufte Macs. Windows/Microsoft-Nutzer wurden von Macianern geschmäht, und je reicher Gates mit seinen Rechnern, seinem Betriebssystem und der zugehörigen Software wurde, desto größer geriet er áls Feindbild. Hier der kleine, aber feine Macianer Jobs, dort das Monster Gates, das die Welt zu beherrschen drohte, zumindest aber den PC-Markt.

Es war so einfach, sich auf eine Seite zu schlagen, als Apple-Macintosh noch ein vergleichsweise kleiner Laden war. Jobs flog aus der Firma - wegen Misserfolgs-, versuchte sich hernach mehr oder weniger erfolgreich mit neuen Entwicklungen, während Apple-Macintosh darbte - trotz seine G-Rechner, die immer noch State-of-of-the-Art waren. Aber teuer, und inkompatibel mit Programmen zu Windows.

Steve Jobs wurde zurückgeholt und startete Apple fortan durch. Er begann mit dem massenkompatiblen iMac, den es in Bonbonfarben und dann auch in Reinweiß gab. Es war gleichzeitig der Startschuss für eine neue Design-Offensive, wie sie die Rechnerwelt zuletzt beim 128k erlebt hatte. Einige Rechner sind - wie Bang & Olufsen-Plattenspieler - ins Museum of Modern Art gelangt.

Zugleich war Jobs eine Grammatikrevolution gelungen, denn niemals zuvor hatte das 'i' eine solche Prominenz wie unter Steve Jobs. Mit dem 'i' begann der Aufstieg: iPod, iBook, iPhone, iPad, iTunes, iCloud. Eijeijei - iGod! Und iCrook, denn Jobs hatte vor fünf Jahren mächtig Probleme mit der US-Börsenaufsicht und dem Finanzamt. Es ging um Insidergeschäfte.

Mittlerweile ist Apple das, was Gates immer vorgeworfen wurde. Ein Krake, ein Kommunikationsgigant, der, wo immer es opportun erscheint, eine marktbeherrschende Stellung einnehmen will. Bei Apps und Musik greift der Krake gnadenlos ab; im Bereich der Smartphones verklagt er Geschäftspartner wie Samsung wegen Verletzung von Patenten. Was kommt als nächstes?

Steve Jobs war zweifellos neben Konrad Zuse einer der bedeutendsten Innovatoren der Rechnerindustrie und eines der größten Marketing-Genies. Beide Attribute verdient man sich kaum mit reiner Liebenswürdigkeit. Jobs galt als abgehoben, was wenig verwundert, erhob ihn die Mac-Apple-Gemeinde doch schon früh zum Messias, dann zum iGod. Er galt auch als schräg, als eiskalt und als PC-Antichrist zu Microsoft - seinem größten Marktgegner. Heute ist Apple das Unternehmen, das auf Grund von Jobs' Aktivitäten in die Fußstapfen von Gates' Imperium tritt.

Während Gates sich seit Jahren als Wohltäter betätigt, auch, weil er sein Vermögen sowieso nicht zu Lebzeiten unter die Leute bringen kann, ist Jobs nicht als Wohltäter aufgefallen. Er war stets in eigener Sache unterwegs, die er höchst erfolgreich gemanagt hat. Bis zum Ausbruch seines Krebsleidens im Jahr 2006 war er die Arroganz per Definition und ein Besessener. Besessen vor allem von der Idee, der Größte sein zu müssen.

Nun ist der Apostel der i-Welt, dem Apple heute auf sämtlichen firmeneigenen Webseiten die Frontpage in Schwarzweiß reserviert hat, in viel zu frühem Alter verstorben, und noch ist nicht absehbar, inwieweit sein Nachfolger Tim Cook die Lücke schließen kann, die Jobs hinterlassen hat. Bei der Vorstellung des iPhones 4S war erkennbar, dass Cook den Verstorbenen im Habitus zu kopieren versuchte. Kläglich.

Jobs Ableben ist das Ende einer Ära bei Apple, und das Ende eines Bestrebens, Microsoft zu überflügeln. Timothy Cook kann womöglich noch einige Zeit von den Hinterlassenschaften von Jobs für Apple zehren, denn so wie es aussieht, hat Jobs klare Kante gezeigt, wenn es um Patente geht. Ob Cook den Kult der Marke aufrechterhalten kann, ist fraglich.

R.I.P., Steve Jobs.

© Liz Bremer

© GeoWis (2011-10-06)

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