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Apple: iPad - Wer hat's erfunden, wem gehören die Namensrechte für China-Mainland und was hat Sequoia Capital damit zu tun? Ein Blick hinter die Kulisse
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Der innere Kreis: Endstation China

Im Streit um die Namensrechte des iPads und dessen Verkauf in China sammelt Apple Niederlagen. Dabei hat die Firma aus dem kalifornischen Cupertino das Tablet nicht mal erfunden.

Von Hao Feng (2012-02-17)

Jeder Appleianer erinnert sich noch gut daran, als der im vergangenen Oktober verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs im Januar 2010 das iPad als Sensation präsentierte und einen ähnlichen Hype wie bei der Vorstellung des iPhones lostrat. Rückblickend entsteht inzwischen der Eindruck, dass der PowerPC-Messias nicht nur ein genialer Performer, Designer und Markenpusher war, sondern auch ein trickreicher Blender, der anderer Leute Ideen adaptierte.

So geht die Erfindung des kabellosen Tablet-PCs ebenso wenig auf Steve Jobs oder Apple zurück wie der Name, um dessen Nutzung in China seit einigen Monaten zwischen Apple und der in Shenzhen ansässigen Firma Proview Technologies heftig gestritten wird. Proview Shenzhen hält seit dem Jahr 2000 die Namensrechte am iPad in China und hat sie in den folgenden vier Jahren in der Europäischen Union, den USA, Mexiko, Südkorea, Singapur, Vietnam, Thailand und Indonesien eintragen lassen.

Zu dieser Zeit hatte Jobs längst vor, künftig einen Tablet-PC mit innovativem Design auf den Markt zu bringen, allerdings standen noch wichtige andere Projekte auf der Agenda. Der iMac verkaufte sich hervorragend, das iBook ebenso, und der iPod revolutionierte gerade den Markt der MP3-Player. Beinahe gleichzeitig begann Apples Clou mit iTunes. Das Musik-Download-Programm ist heute das weltweit maßgebliche für die Musikindustrie.

Erst 2006 kaufte Apple dann für einen vergleichsweise lächerlichen Betrag - die Angaben belaufen sich je nach Quelle zwischen 35.-55.000 US-Dollar - die Namensrechte von Proview Technologies Shenzhen. Nicht inbegriffen waren die Rechte für den chinesischen Markt. Kurz vor der Vorstellung des iPads besann man sich bei Apple offenbar, dass der inzwischen global größte Markt für elektronische und internetfähige kabellose Endgeräte China sei und man dort keine Lizenz oder Rechte für das iPad besaß.

 Doch statt an Proview in Shenzhen heranzutreten, suchte man sich deren rechtlich eigenständige "Schwestergesellschaft", die Proview Optical Group im taiwanischen Tainan, aus und kaufte ihr 2009 die Namensrechte ab. Angeblich auch für Festland-China. Der Streit darüber beschäftigt nun schon seit Monaten die Gerichte. Zwar hat Apple jüngst von einem Gericht in Hong Kong Recht bekommen, doch wird der Spruch von Proview Shenzhen und auch von der Justiz in China-Mainland bisher nicht anerkannt.

Proview Shenzhen ist mittlerweile in die Offensive gegangen und hat in mehreren Provinzen Klage eingereicht. Am 22. Februar müssen Apple-Vertreter daher in Shanghai vor Gericht erscheinen; eine Woche später findet eine Anhörung zur Sache vor dem Obersten Gericht (High People's Court) in Beijing statt. Proview hat inzwischen eine Zahl in den Raum gestellt - das sich seit mehr als zwei Jahren in Schieflagte befindende Unternehmen, das etwa 2010 seine deutsche Vertretung im thüringischen Sömmerda aufgelöst hat, will zwei Milliarden Dollar haben.

Chinesische Anwälte raten den Kontrahenten laut Meldungen von China Daily eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, die Apple möglicherweise preiswerter käme. Ohnehin stellt sich die Frage, weshalb Apple 2009 nicht mit Proview Shenzhen ins Geschäft gekommen ist, sondern mit der Gesellschaft in der Provinz Taiwan? Gut 55 Millionen iPads hat Apple bislang verkauft und damit einen Umsatz von zirka zehn Milliarden Dollar gemacht. Offenbar aber hat Steve Jobs den Geist von geilem Geiz im Konzern tief verankert.

Schatten fallen auf den einstigen Börsenstar Jobs auch im Hinblick auf seinen angeblichen Geniestreich mit der Erfindung des Tablet-PCs. Bereits gegen Ende der 1960er Jahre stellte die US-Firma Xerox den Ur-Tablet-PC Dynabook vor, nachdem der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke (1917-2008) ein solches Gerät in seinem von Stanley Kubrick verfilmten Roman 2001 - A Space Odyssee erstmals beschrieben hatte.

Gut 30 Jahre später, im November 1998, brachte das US-Unternehmen National Semiconductor als Erster einen kabellosen Tablet-PC mit Farb-Display und Touchscreen unter der Bezeichnung WebPAD auf den Markt und stellte ihn auf der CeBIT in Hannover im Frühjahr 1999 einer breiten internationalen Öffentlichkeit vor. Das Design und die x86-Prozessortechnologie stammte von deren Tochterfirma Cyrix. Das entging den Augen von Apple und Steve Jobs natürlich nicht. In Cupertino hatte man damals noch das unfruchtbare, monochrome PDA Newton in den Regalen.

National Semiconductor/Cyrix waren auch Vorbild für das Ascom @Pad und für das Net Module Display des niederländischen Philips-Konzerns, doch keines dieser Geräte konnte sich gegen National Semiconductor/Cyrix, das die Technologie-Lizenz beispielsweise an Honeywell lizenzierte, durchsetzen. Genaugenommen konnten die Tablet-PCs gegen die gerade aufgekommenen Notbooks nicht bestehen. Die Zeit für Tablets war schlicht noch nicht reif.

 Es bedurfte eines Messias', der ein solches Gerät international marktfähig zu machen imstande wäre, und dieser hieß Steve Jobs. Doch der geniale PC-Alien war letztlich ein Untergebener eines noch Genialeren - Donald Valentine. Der Gründer und Chef von Sequoia Capital hatte nicht nur unzähligen, heute das Internet beherrschenden Konzernen Startkapital gegeben, sondern auch den PC-Schraubern Steve Jobs und Steve Wozniak für Apple.

Valentine selbst hatte bereits 1959 National Semiconductor¹, ein Unternehmen, das auf Halbleiter in damals noch vorherrschender Form von Leiterplatten (PCB/Printed Circuit Boards) setzte, gegründet. Dreizehn Jahre später gründete der mittlerweile gut 80-Jährige Sequoia Capital und investierte in so ziemlich alle Internet-Firmen, die heute Rang und Namen haben. In China weiß man das. 

Es wäre wohl nicht abwegig, im Hinblick auf die monströsen Verflechtungen innerhalb des Silicon Valleys und Apple von einer IT-Mafia zu sprechen, die nun in China wegen eines simplen Urheberrechtsstreits näher betrachtet werden könnte. Der zu Lebzeiten von Steve Jobs von ihm selbst initiierte - und diffundierte - Messias-Effekt entpuppt sich als hochmütiges Unterfangen und findet vorläufig seine Grenzen in China.

¹ National Semiconductor wurde im September 2011 von Texas Instruments übernommen - ausnahmsweise mal kein Unternehmen, das von Valentine angeschoben wurde. 

© Hao Feng

© GeoWis (2012-02-17)

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