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Facebook-Börsengang: Folgt auf den Hype um das Zuckerberg-Imperium bald dessen Absturz? Die bisherige Überlebensdauer von einst gehypten Social Networks legt dies nahe
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Aufblasen und abkassieren

Der Hype um den Börsengang von Facebook zeigt, dass Gier kaum Grenzen kennt und nicht selten das Gehirn ausschaltet. Es gibt erste Anzeichen, dass bald wieder eine Blase platzt.

Von Jochen Henke (2012-05-16)

Im Februar 2012 sollten es noch fünf Milliarden Dollar sein, die Mark Zuckerberg mit dem geplanten Börsengang von Facebook einsammeln wollte. Vor kurzem dann war die Nachfrage bereits so hoch, dass bei zirka 320 Millionen Aktien zu einem Ausgabekurs zwischen 28 bis 35 US-Dollar zwölf Milliarden zusammenkommen sollten. Mittlerweile wollen angeblich noch mehr Leute oder institutionelle Anleger die Papiere, so dass rund 100 Millionen weitere ausgegeben werden sollen. Der Ausgabekurs soll inzwischen bei 34 bis 38 Dollar liegen. Damit kämen insgesamt gut 15 Milliarden Dollar in die Facebook-Kasse.

Zwar würden in der ersten Ausgabephase (IPO/Initial Public Offering) lediglich 15% der Papiere auf den Markt kommen und ein Großteil bei Facebook-Mitarbeitern verbleiben, doch ist genau das eines der Probleme, die Anlegern Kopfzerbrechen bereiten, denn der große Rest der offenbar überzeichneten Aktien soll erst 181 Tage nach der Erstausgabe erfolgen. Ob das Papier dann überhaupt noch die im Raum stehenden Kurse erreichte, ist fraglich. Mitarbeiter könnten ihre Aktien en masse anbieten und so den Kurs drücken.

Dass das Zuckerberg-Imperium, das als einziges Produkt das Kommunikations-Network Facebook vorweisen kann und sich durchweg aus Werbeeinnahmen finanziert, mit seinen offiziellen 845 Millionen monatlichen und 443 Millionen täglichen Nutzern - bei einem Klick-Koeffizienten von 0,051 (= 43,1 bzw. 22,6 Millionen) - in westlichen Ländern bereits hohe Sättigungsgrade erreicht hat, in China nicht zum Zuge kommt, weil dort längst Baidu und Sina vorherrschen, und möglicherweise in wenigen Jahren schon wieder aus der Mode gekommen sein könnte, dürften erfahrene Anleger in ihre Überlegungen miteinbeziehen.

 Niemand müsste das besser wissen als Zuckerberg. Er hat etwa das vor wenigen Jahren noch hoch frequentierte Portal MySpace nahezu in die Bedeutungslosigkeit geschoben und auch den hiesigen Social Networks StudiVZ und SchülerVZ mit Facebook den Rang abgelaufen. Internet-Nutzer, zumal die zwischen zwölf und dreißig Jahren, sind extrem migrationsbereit, wenn es etwas Neues, Hipperes gibt. 

Zuckerberg versucht genau aus diesem Grund, die Nutzer von Facebook mit allerlei Schnickschnack und Features an das Portal zu binden und ihnen den Ausstieg so schwer wie möglich zu machen. Zudem hat der Internet-Emporkömmling in einigen Ländern, etwa in Deutschland, massiven Ärger mit Datenschutzbehörden, und in den USA mit Divya Narendra und den Winklevoss-Zwillingen (ConnectU), die sich ihrer Ideen beraubt sehen. Hinzu kommen Aaron Greenspan (houseSystems) und Paul Ceglia. Letzterer hat gegen Zuckerberg Klage eingereicht, in der er über 80% an Facebook beansprucht. Für ein nachhaltig gutes Börsen-Image sind all das keine herausragenden Voraussetzungen.

3,7 Milliarden Dollar Umsatz hat Facebook im Jahr 2011 mit Werbung und Gebühren von Schnickschnackanbietern auf dem Portal gemacht, eine Milliarde Dollar Gewinn. Ob die Werbung überhaupt zu befriedigendem Erfolg für die Werbetreibenden führt, ist nicht immer ausgemacht. Bedenkt man, dass die meisten Facebook-Nutzer ihren jeweiligen Kommunikationsbedürfnissen nachgehen, hier chatten, dort posten, und schon aus diesem Grund wenig geneigt zu sein scheinen, sich mit Werbung zu befassen, ist das für manche Unternehmen mitunter Grund genug, große Etats nicht an Facebook zu verschwenden.

Es gibt diesbezüglich bereits erste Schatten auf Sonnyboy Zuckerbergs Facebook-Reich. So habe, wie das Wall Street Journal und die Financial Times heute berichten, der US-Autobauer General Motors seinen Zehn-Millionen-Dollar-Werbeetat für Facebook zurückgezogen. Den Aufwand für die Beibehaltung seiner Facebook-Seiten, 30 Millionen Dollar pro Jahr, wolle GM zunächst weiterbetreiben.

Für den geplanten Börsengang ist allein der Rückzug von GM schon eine verheerende Nachricht, unter Kennern der Werbeindustrie aber keine überraschende. Bereits im vergangenen Jahr habe Martin Sorell, Chef der weltgrößten Werbeagentur-Holding WPP, laut Wired (UK) geäußert, dass "Social Networks nicht der richtige Rahmen" für die Werbeindustrie seien, weil Werbung "die Leute in ihrer Konversation" unterbreche.

Das Vorgehen GMs könnte Schule machen und zu einer Neubewertung des Zuckerberg-Unternehmens führen. Falls sich indes die schiere Gier der Anleger durchsetzen sollte, dürfte nach der vor zwölf Jahren geplatzten Internet-Blase eine weitere entstehen und am Ende massiv Geld vernichten, sieht der geplante Börsengang doch ganz danach aus, als solle lediglich abkassiert werden, um den einstigen Start-up-Helfern und Zuckerberg die Taschen zu füllen.

Denn wozu das viele Geld eingesammelt werden soll, ist einstweilen nicht klar. Bislang existiert kein Werbekonzept für mobile Geräte. Eine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten unter dem Label Facebook ist nicht in Sicht. Aber vielleicht will Zuckerberg es ja Amazon-Gründer Jeff Bezos nachmachen, der inzwischen einen Gemischtwarenladen aus dem einstigen Online-Buchversand gemacht hat.

© Jochen Henke

© GeoWis (2012-05-16)

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