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USA: Hurrikan Sandy zeigt, wie ignorant die Vereingten Staaten von Amerika gegenüber dem Klimawandel sind und wie wenig sie aus vorherigen Naturkatastrophen gelernt haben. Teil 1
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Rigorose Abtauphase

Hurrikan Sandy hat einmal mehr gezeigt, wie verletzlich die USA durch Naturkatastrophen sind und wie mangelhaft sie sich bisher darauf vorbereitet haben. Teil 1

Von Uwe Goerlitz und Maik Mensing (2012-11-06)

2005 war ein erster Höhepunkt in der atlantischen Hurrikan-Saison. Seit es Aufzeichnungen zu Klima- und Wetterphänomen gibt, hat es keine Zeit gegeben, in der so viele Hurrikane der Kategorie 5 auftraten, manche, wie Katrina, mit Windgeschwindigkeiten von 280 km/h und Sturmböen von über 340 km/h.

hurrikan katrina New Orleans 2005Katrina richtete damals verheerende Zerstörungen und Schäden im Südosten der USA an. Der Hurrikan hatte enorm viel warmes Wasser aus dem Golf von Mexiko aufgenommen, an Fahrt gewonnen und war dann wuchtig auf die US-Südstaaten Florida, Alabama, Louisiana und Mississippi getroffen. Dämme brachen, die Großstadt New Orleans wurde in weiten Teilen unter Wasser gesetzt. Tausende starben.

Schon lange Jahre bevor die 2005er atlantische Hurrikan-Saison begann, hatten die Zeichen auf Sturm gestanden. Im August 1969 wütete Camille in Alabama, Louisiana und Mississippi; 1974 war es Fifi, der Belize, Guatemala und Honduras heimsuchte; 1979 David, der über die Karibik zog, so auch zum Beispiel 1980 Allen, 1988 Gilbert und 1989 Hugo. 1992 verwüstete Andrew Florida, 1998 Mitch Mittelamerika und die Karibik; 2004 waren es Charley, Ivan und Jeanne, die die Karibik und Florida mächtig trafen.

Erstmals trat - im März 2004 - auch ein Hurrikan im Südatlantik auf, der inoffiziell nach dem brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina als Catarina bezeichnet wird. Zwar hatte er laut NASA Earth Observatory lediglich die Kategorie 1, indes waren Tote zu beklagen und rund 300 Millionen Euro Schaden. Wichtigste Erkenntnis: Hurrikane können auch über bisher eher als kühl eingeschätzten Meeresregionen entstehen, sobald die Temperatur des Meeresspiegels (Oberflächenwässer) einen kritischen Punkt erreicht.

manasquan_hurricane_sandyMit Sandy ist jüngst der bislang flächengrößte (ca. 2000-3000 km Durchmesser) Hurrikan über die Karibik und die Ostküste der USA hinweggezogen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Gewarnt durch seine enorme Zerstörungskraft und das erstmals seit Jahrzehnten wieder vorgekommene Auftreffen eines Hurrikans an der US-Ostküste, warnten und evakuierten die Behörden anders als bei Katrina vergleichsweise frühzeitig die Bevölkerung.

Sandy brach über die Bundesstaaten North Carolina, Virginia, Maryland, Washington D.C., New Jersey, Delaware, New York, Pennsylvania und die Neuengland-Staaten herein. Zig Klein- und Mittelstädte, aber auch Großstädte wie das Zockerparadies Atlantic City, Baltimore und auch Philadelphia haben fulminante Schäden zu beklagen.

Zum ersten Mal erwischte es mit New York City auch eine westliche Megastadt mächtig, weshalb der mediale Fokus der Berichterstattung auf dieser - auch unter Geographen und Ökonomen - als Global City bezeichneten Mega-City lag und liegt. Immerhin befindet sich in New York City die wichtigste Börse des Globus (NYSE) und das größte neuzeitliche Mahnmal auf Grund 9/11.

Doch abseits von New York City sind auch viele weitere Städte und Regionen an der Ostküste, im Nordosten, teilweise auch in der Mitte und an den Großen Seen bis hin über die US-kanadische Grenze hinaus von den Auswirkungen Sandys betroffen. So Buffalo, Chicago, Detroit. Chicago erlebte eine Sturmflut vom Lake Michigan. Kundige Meteorologen der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hatten das Desaster vorausgesehen, gestützt auf Satellitenbilder und Berechnungen.

sandy_hoboken_help_yourselfSo auch der Bochumer Meteorologe Stefan Laps¹, der am Vorabend des mächtigen Ostküsten-Landgangs von Sandy prognostiziert hatte, dass es auch Springfluten gäbe: "Wir werden in der Nacht zum Dienstag (…) eine Vollmondnacht haben, das heißt, das Hochwasser, das zu der Zeit eintritt, wird noch stärker hervorgerufen. Es wird eine Springflut geben (…)." Laps lag richtig.

Sandy traf sodann auf einen von Nordwesten kommenden Kältesturm (Blizzard) und verursachte massive Schneefälle in den Appalachen-Staaten. So in Virginia, West Virginia, North Carolina, Maryland, Pennsylvania und sogar noch in Teilen Ohios. Örtlich fiel bis zu einem Meter Schnee, bedingt durch den Kältesturm, der die aufgesogenen Wassermassen von Sandy herunterkühlte und in Flocken verwandelte.

Noch immer streiten sich Experten darüber, ob der Klimawandel vorwiegend von Menschenhand verursacht wird oder ob er - wie etwa Horst Malberg meint - auf normalen Schwankungen beruht. Während der vergangenen 2,4 Milliarden Jahre jedenfalls war unser Planet (summiert) mehr als 540 Millionen Jahre von Eis überdeckt. Zuletzt war es vor allem in der nördlichen Hemisphäre zwischen 1570 und 1725 richtig kalt (Kleine Eiszeit).

Davor lag beispielsweise das Würm-Glazial (auch: Würm-Eiszeit), das rund 115.000 Jahre vor Chr. begann und zirka 11.000 Jahre vor Chr. in eine Warmzeit überging, die unter das geologische Rubrum Holozän fällt. Wer sich näher mit diesen klimatischen Höhen und Tiefen unseres Planeten befasst, kann nicht ernsthaft ignorieren, dass der sich in einer Abtauphase befindet, die lediglich von anthropogenen Einflüssen beschleunigt und durcheinandergebracht wird.

Unter Taoisten, und Geowissenschaftlern abseits der Rohstoffsuche, ist lange bekannt, dass die Erde sich in einem steten Wandel befindet. Unter Klimaforschern abseits des Populistischen ist bekannt, dass sich Wetterphänomene in den vergangenen Jahrzehnten derart gehäuft haben, dass sie als Indiz für den Klimawandel stehen können. Von einer Abtauphase allerdings traut sich noch keiner der etablierten Forscher zu sprechen, obwohl sie für jeden, der im Physikunterricht aufgepasst und weitergedacht hat, evident ist.

peggotty_beach_hurricane_sandyDass die geophysikalischen Variablen und Unbekannten unterliegende Abtauphase seit gut 300 Jahren von anthropogenen Einflussgrößen mitbestimmt wird, ist lange bekannt. 1992 etwa veröffentlichte der Geologe Jack Burger einen Beitrag, der auf die geologische und verletzliche Beschaffenheit New York Citys abhob². Seitdem sind weltweit mehr als 100.000 Studien, darunter viele Dissertationen, zum Thema und anverwandten Bereichen erschienen. Wenn ein Einzelner sie alle lesen wollte, bräuchte er dafür mehrere Leben.

Was angesichts jüngster Wetterphänomene in der nördlichen Hemisphäre frappierend erscheint, sind deren Häufungen mit katastrophalen Auswirkungen und die mangelhaften Schutzmaßnahmen wie auch unzureichende strukturelle Änderungen, insbesondere in der Infrastrukturgesetzgebung und besonders in den USA.

¹ Zitiert aus der WDR-Sendung Aktuelle Stunde vom 28.10.2012.

² Jack Burger: Field Trip: New York - Take A Geologic Look. In: Earth, March 1992, S. 60-67. Kalmbach Publishing, Waukesha, Wisconsin, 1992.

© Uwe Goerlitz; Maik Mensing

© GeoWis (2012-11-06)

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