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Kein Wasser

Australien erlebt die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten

Von Maik Mensing (2006-11-05)

Wenn sich in diesem Monat Australiens Premier Ron Howard mit den Governeuren der territories, vergleichbar Bundesstaaten, trifft, ist schon jetzt ausgemacht, dass dies keine Plauderrunde wird. Das Land, das schon vor der Besiedlung durch die Europäer und Chino-Ethnien zu achtzig Prozent von unwirtlichen Regionen und von Trockengebieten in der Gröβe Westeuropas geprägt war, erlebt die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten und die drittschlimmste, seit die Aufzeichnungen begannen. Die Auswirkungen sind fatal.

War der überwiegende Teil der westaustralischen Küste schon vor der Ankunft der Neusiedler nahezu vegetationsfrei, so verifizieren neueste Satellitenaufnahmen und regional durchgeführte Luftaufnahmen einen Vormarsch der Desertifikation in die den Küsten zugeneigten Feuchtgebiete in alle Richtungen. Nur Tasmanien, das von einer klimatischen Scheide zum Kontinent profitiert, ist - noch - nicht betroffen.

Die gegenwärtige Dürre entstand nicht über Nacht, sondern geht nahezu linear auf eine Reihe von Wetterphänomenen zurück. Eines davon ist El Niño, auch Südliche Oszillation genannt, das erst seit Beginn der 1960er Jahre von Ozeanographen und Wetterkundlern eingehender erforscht wird und in Intervallen von sieben bis zwölf Jahren vorwiegend auf der südlichen Halbkugel auftritt. Zwischen dem 10. und 50. Breitengrad Süd kommt es dann einerseits zu Dürren, andererseits zu Überschwemmungen.

An den Küsten, so entlang der südamerikanischen Pazifikküste, tragen die Überschwemmungen und Regenmassen zur Abtragung von Boden bei; andernorts, etwa an der afrikanischen Ost- und der australischen Westküste, vertrocknen Aussaat und Ernte. 1980, 1992 und 1997/98 verursachte El Niño Schätzungen zufolge ökonomische Schäden von zwei- bis dreistelligen Milliardenbeträgen. Eine nicht näher bezifferbare Vielzahl von Menschen innerhalb des Dürre-Flut-Gürtels verhungerte, ertrank oder kam durch andere durch El Niño entstandene Umstände ums Leben.

Ein anderes Phänomen ist der inzwischen in aller Munde stehende Klimawandel, der in Australien schon seit zwanzig Jahren je nach Regierung mal mehr, mal weniger heftig diskutiert wird. Ein direkter Zusammenhang zwischen Klimawandel und El Niño konnte bisher zwar noch nicht nachgewiesen werden, ist aber auch nicht der zwingendste zu diskutierende Punkt. Klimawandel findet auf der nördlichen und der südlichen Halbkugel in unterschiedlichen Ausprägungen statt. Am Äquator ist er noch nicht deutlich erkennbar.

Die Konferenz, die Howard abhalten wird und auf der die seit vier Jahren zu australischem Frühlingsbeginn auftretenden Waldbrände bestenfalls als Indikator für das Thema Folgewirkungen herhalten dürften, ist dringend notwendig. Die fortschreitende Austrocknung der Böden der bisher agrarisch und zur Viehaltung genutzten Flächen könnte Australien ungewollt vom agarischen Weltmarkt abkoppeln, den Import von verlustig gegangenen Exportprodukten erfordern und insgesamt den Wohlstand des Landes auf Vorkriegsniveau zurücksetzen.

Diese Erkenntnis ist längst in der Bevölkerung angekommen. Dennoch fällt es ihr schwer, wie auch der australischen Industrie, mit dem Wasserverbrauch hauszuhalten. Die einzigen aber, die zur Zeit immensen Druck auf die Regierung ausüben, sind die Farmer, die tatenlos zusehen müssen wie ihr Vieh verreckt. Der Kontinent hat, in der Fläche, kein Wasser.

© Maik Mensing

© GeoWis (2006-11-05)

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