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Radikales Stellenangebot: Das Deutschlandmagazin sucht einen Journalisten und scheut sich nicht, ein skurril anmutendes Anforderungsprofil zu verfassen
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Zurück ins Lummer-Land?

Das extrem rechtskonservative Deutschlandmagazin sucht einen Journalisten. Die Stellenausschreibung dazu liest sich wie Satire.

Von Martin Jasper (2011-01-05)

Heinrich Lummer, ehemaliger Innensenator in West-Berlin unter der Regierung Dietrich Stobbe, Spezi von rechtsradikal orientierten Mitbürgern und jahrelanges Feindbild der westdeutschen Linken ist Ehrenvorsitzender des eingetragenen Vereins Die Deutschen Konservativen, der neben einer Reihe fragwürdiger Broschüren auch das Deutschlandmagazin herausgibt.

Dem Verein stehen mehr oder weniger prominente Politiker, Wissenschaftler und (ehemalige) Unternehmensführer nahe, die im erz- und rechtskonservativen Kampfblatt Deutschlandmagazin zu Wort kommen. Etwa der durch Talkshows mäandernde Olaf Henkel, der Ökonom Bernd Raffelhüschen, der Ex-Politiker und frühere CDU-Finanzpolitiker Friedrich Merz.

Das am äußersten Rand des rechten Konservativismus angesiedelte Magazin, dass beispielsweise daran leidet, dass eine Frau der Regierung vorsteht und einst auf den rechtsradikalen Richter und Parteigründer Ronald Schill setzte - nach dem zeitweise vom LKA Hamburg gefahndet wurde -, sucht nun per Inserat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift journalist nach einem "Vollblut-Journalisten" und hat hierzu ein geradezu aberwitziges Anforderungsprofil formuliert, wobei auf die Grammatik nicht sonderlich geachtet wurde, so dass sich das Stellenangebot im Grunde nur an Journos wendet, die einen gewissen grammatikalischen Schwachmatismus mitzubringen hätten.

 "Ein wenig 'verrückt', Paprika im Blut und schon in der Schule immer der Beste im 'Aufsatz-Schreiben'", gehört zu den Voraussetzungen des Bewerbers. An Bewerberinnen richtet sich das blutleere Kampfblatt nicht.

Stattdessen solle dem Bewerber der Beruf "auch ein wenig 'Geliebte' sein." Klar auch die Ansage, dass "abgebrochene Soziologie- oder Politologie-Studenten" nicht willkommen seien, "weil es dazu schon genügend 'journalistische Klugscheißer' gibt, die zum Schreiben kein Talent haben, zum echten Recherchieren zu faul sind und das 'Abkupfern' aus dem Internet für 'Journalismus' halten."

Nicht schlecht. Es kommt nicht oft vor, dass sich ein Arbeitgeber so deutlich in einer Stellenausschreibung äußert, wie der in Hamburg ansässige Verein. Nicht mal die radikale Linke erlaubt sich eine derartig einseitige und polemische Stellenausschreibung. Der konservative Verein geht sogar noch weiter und verstößt zum Schluss seiner Stellenausschreibung aus lauter Ereiferung sogar gegen elementare Grundregeln der Grammatik.

Wörtlich heißt es: "Wer beim DEUTSCHLAND-Magazin arbeiten möchte - dann muß die Richtung stimmen: a) konservativ, b) christlich mit starker sozialer 'Ader', c) nicht feige und d) schon gar nicht 'politisch korrekt'. In Zeiten journalistischer Überkapazität wird es sicherlich einige Lutscher geben, die sich bewerben, in der Hoffnung, den zweifelhaften Job zu ergattern.

Der erfolgreiche Bewerber darf sich dann darauf freuen damit betraut werden, den rechten Rand zu interviewen und sich in den Wassern des intellektuellen Stillstandes, wenn nicht sogar Rückschritts zu bewegen. Er sollte einen Duden mitbringen und die Bereitschaft, ins Lummer-Land des extremen Rechtskonservativismus einzutreten.

© Martin Jasper

© GeoWis (2011-01-05)

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