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Brenthäuser, Nina: Bild, Beck und Henrico - Eine Farce
[152]

Gut, wenn man Freunde hat

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck bekommt Schützenhilfe von Deutschlands Malocherblatt Nr. 1, der BILD-Zeitung, und vermeidet es, sich von dessen Berichterstattung zu distanzieren.

Von Nina Brenthäuser (2006-12-20)

"Faulenzer! Abzocker! Deutschlands frechster Arbeitsloser. Sozialpunk." Nur einige Attribute, mit denen das von Malochern nach dem Lesen nicht selten auch als Toilettenpapierersatz benutzte Springer-Blatt BILD den in die Schlagzeilen geratenen Arbeitslosen Henrico Frank tituliert und befrachtet.

Das Blatt, für das schon lange keiner der Verantwortlichen des Axel-Springer-Verlags in die Bütt geht - weder die Witwe des legendären Verlegers, Friede Springer, noch der CEO, Matthias Döpfner, schon gar nicht der amtierende Chefredakteur Kai Dieckmann -, drischt auf den zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten Frank in einer Weise ein, als gäbe es nichts Wichtigeres in Deutschland.

Die Medienschelte - auch der Spiegel und andere überregional erscheinende Tages- und Wochenblätter beteiligten sich - ist an Unwürdigkeit kaum zu überbieten. Friede Springer, die jederzeit in der Lage wäre, die Beiβattacken der BILD zu verhindern, legt dem aus Altpapier gemachten Kampfblatt auch in diesem Fall lieber keinen Maulkorb an. Und CEO Döpfner, eigentlich ein nach auβen hin konzilianter Mensch, scheint ob seiner bis in den Kehlkopf geknoteten Krawatte auch keinen Ton mehr herauszubekommen, um den auβer Rand und Band geratenen BILD-Journalismus in verträgliche Bahnen zu leiten. Nicht wenig peinlich.

Peinlicher noch ist nur die Unverfrorenheit, mit der der Rheinland-Pfälzer und SPD-Vorsitzende Kurt Beck die Medien erst auf den Plan gerufen hatte. Er, der eher durch seinen ihm scheinbar direkt auf den Schultern sitzenden Charakterkopf - unter NRW-Studenten kursiert das geflügelte Wort vom Mann ohne Hals -, dessen monströses Doppelkinn von einem in mehr oder weniger Ehren ergrauten Bart nur unzulänglich kaschiert ist, empfahl Henrico Frank vor zwei Wochen, sich zu rasieren und sich die Haare schneiden zu lassen. Dann bekäme er einen Job.

Hatte Kurt Beck da an Volkes Stimme und die deutschen Arbeitgeber gedacht? Etwa die rheinland-pfälzischen? Und sie ohne Reflexion ob dieses Ratschlages in Goebbelscher Rhetorik sogar in - sagen wir mal gnädig - Miβkredit gebracht? Seit wann hat ein Arbeiter geschniegelt auszusehen? In Zwirn und Frack sich um einen gewerblichen Job zu bewerben?

Kurt Beck polemisierte. Das passiert Politikern schon mal, wie es zum Beispiel im letzten Jahr Franz Müntefering passierte, als er Heuschrecken in Deutschland ausmachte, oder Otto Schily, der gelb-schwarze Insekten lokalisierte. Bedauerlich, mindestens. Herablassend, bestimmt.

Sicher, ein gepflegtes Auftreten hat noch niemandem während eines Bewerbungsgesprächs geschadet. Individualität bestenfalls selten. Von Hartz-IV-Fürsorge kann es sich aber kaum jemand leisten, allmonatlich 14 Euro für einen Herrenhaarschnitt oder 31 Euro für einen Damenhaarschnitt auszugeben. (Durchschnittspreise im Ruhrgebiet).

Der graue Bär aus Rheinland-Pfalz mag es gut gemeint haben, und der renitente Henrico Frank aus seiner desolaten Sicht vielleicht auch. Ein Miβverständnis zu Anfang. Wer weiβ das schon? Doch auch Hartz-IV-Empfänger haben Rechte. Die gleichen wie BATler und wie jene Politiker, die von Zuwendungen der Steuerzahler leben. Meinungsfreiheit. Freie Berufswahl. Zumutbarkeitsresistenz. Privatleben.

Henrico Frank hatte als Arbeitsloser Termine als Ehrenamtlicher - so die Information - und bekam über Becks Presseabteilung und die deutsche Presse oktroyiert, am gestrigen Dienstag einen Termin mit dem netten Graubart Beck wahrzunehen, damit dessen Jobangebote auch medial wirksam hätten verkündet werden können. Frank stand nicht Gewehr bei Fuβ. Beck war genervt. BILD kam zuhilfe.

Wem schadet diese Farce mehr? Frank? Der Mann hat nichts zu verlieren. Beck? Eher. Er trat majestätisch auf, ganz lieb zwar, doch eindeutig. Der BILD-Zeitung? Nun ja, sie gibt regelmäβig Anlaβ zu Kritik und verhaut ihre Leserschaft. Kai Dieckmann, Friede Springer und Matthias Döpfner sei dies egal. Galas zu finanzieren und zu hostieren, mag diesem Triumvirat offenbar wichtiger erscheinen. Das funktioniert - soviel Prognose darf sein - so lange gut, solange BILD sich auch als Klopapier eignet.

Aber was machte Kurt Beck eigentlich, wäre er nicht in die Politik gegangen? Und was machte er, hätte er sich morgen nach einem neuen Job umzusehen und geriete an einen smarten Personaler oder an eine smarte Personalerin?

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2006-12-20)

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