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Chancen der NRW-Bauwirtschaft in China: Gemeinsam stärker
[248]

Gemeinsam stärker

Ein in der vergangenen Woche in Dortmund veranstaltetes Symposium zu den Chancen nordrhein-westfälischer Klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU) auf dem chinesischen Bau-Markt förderte Interessantes zu Tage.

Von Uwe Goerlitz (2007-09-14)

Es war eine vergleichsweise kleine, beinahe handverlesene Schar von Teilnehmern aus dem Handwerkskammerbezirk Dortmund und einigen Städten des Ruhrgebiets und Bergischen Landes, die im Harenberg City Center (HCC) im Stadtzentrum der Westfalenmetropole sachkundigen Referenten zuhörte. Eingeladen hatte die in Dortmund ansässige Asia Construction Consulting.

Fertiggestellte Gebäudeflächen in China

Jahr

 

Gebäudeflächen in Mio. qm (gerundet)

davon Wohngebäude in Mio. qm

200320261302
200420701249
200521851259
200620151275
Quelle: asia-cc 
Tabelle: GeoWis2007

Ohne lange Einleitungen kamen die Redner zur Sache. Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, betonte in seiner knappen Begrüßungsrede die seit Jahren bestehenden guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China, die längst auch in die regionale und kommunale Ebene diffundiert seien. Dann übergab er an die Fachreferenten.

56.717 Bauunternehmen existierten Uwe Reinhold zufolge im Jahr 2006 in China, was einer Steigerung gegenüber 2003 (48.688) von 16,5% entspricht. Etwa 27 Millionen Menschen arbeiteten im vergangenen Jahr in der Bauindustrie.

Bis 2025 werde aufgrund eines prognostizierten Wachstums der städtischen Bevölkerung von jährlich 0,8% ein Bedarf von "etwa 26 Milliarden qm Wohnraum" entstehen. In den kommenden 5 Jahren sollen zudem "33,8 Millionen neue Wohnungen gebaut werden", so Reinhold. In den Städten. Dies allein verdeutlicht, worum es auf der Veranstaltung im HCC ging: Um andere Dimensionen.

Zwar wirkt Reinholds Prognose, derzufolge China "in den nächsten 30 Jahren mindestens 30 Städte mit mehr als 30 Millionen Einwohnern vorweisen wird", etwas düster, zumal UN-Prognosen ab 2050 aufgrund gestiegener Mortalität und sinkender Reproduktion China eine Bevölkerung von ca. 1,22 Milliarden beimessen, was in etwa dem Stand von 2006 entspricht.

Berücksichtigt man jedoch, daß durch natürliches Wachstum die Gesamtbevölkerung Chinas bis zum Jahr 2030 auf 1,5 Milliarden prognostiziert wird, ist es durchaus vorstellbar, daß die gegenwärtigen Mega-Cities in diese Dimensionen vorstoßen.

Wesentlicher für das Städtewachstum erscheint allerdings die anhaltende und massenhafte Binnenmigration, die wesentlich vom Land in die Städte erfolgt. Diesen Trend konnten in der Vergangenheit nur Länder bremsen, die über ein durchdachtes Raumordnungskonzept und dazugehörige Gesetzgebungen verfügen, wie etwa die meisten westeuropäischen Länder.

Für Raum-, Landschafts-, Stadt-, Verkehrsplaner, Architekten und die gesamte Bauwirtschaft bleibt also auf Jahrzehnte hinaus viel zu tun. So werden seit Jahren im Einzugsbereich metropolitaner Agglomerationen Entlastungsstädte gebaut. In den "nächsten Jahren", so Reinhold, sei "die Entstehung von 40 neuen Städten pro Jahr geplant".

Vor sieben Jahren noch sprach der damalige Minister für Zivile Angelegenheiten, Doje Cering, einem Beitrag von People's Daily zufolge von 20 neuen Städten, die in den kommenden 20 Jahren gebaut würden. Zuvor - 1991 bis 2000 - waren bereits mehr als 400 neue Städte entstanden.

 Das seit zehn Jahren anhaltende Wirtschaftswachstum - im Mittel 9%, in den letzten fünf Jahren um 10% - erlaubt es dem Reich der Mitte inzwischen, state-of-the-art-Technologie nicht nur in der Telekommunikation oder in der Biotechnologie, sondern auch in der Bauwirtschaft einzusetzen und in großem Stil einzukaufen.

Deutsche Technologien und deutsche Baukunst im Hinblick auf Innovation und Energie-Effizienz sind dabei inzwischen sehr gefragt.

Indes, es geht nicht nur um die Big Player der Branche, wie die Referenten im HCC verdeutlichten. Gerade die deutschen KMU, die hierzulande den Fortschritt anschieben, hätten gute Chancen, ihre Produkte und Leistungen auf dem chinesischen Markt unterzubringen.

So sind etwa Windkraftanlagen keine chinesische Erfindung, obwohl man das annehmen könnte, wenn man in den Ebenen Chinas unterwegs ist, weil einem - allein in der Provinz Beijing - ein Rad nach dem anderen begegnet und man ab hundert zu zählen aufhört. An oberster Stelle steht Deutschland als Exporteur von Windkraftanlagen.

Gefragt sind auch Photovoltaik, Labor- und Medizintechnik, Konzepte zu effizienten Energiesystemen, städtebauliche Entwürfe, energieeffizientes Bauen oder - ganz praktisch - das duale deutsche Ausbildungssystem, an dem sich in den vergangenen Jahrzehnten schon viele Länder orientiert haben.

 Von chinesischer Seite wird mittlerweile von der Dortmunder Partnerstadt Xi'an über die Millionenstadt Taiyüan bis zur Megastadt Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan - Partnerprovinz zu Nordrhein-Westfalen -, nachgefragt, wie das duale Ausbildungssystem in Deutschland funktioniert.

Der Wißbegierde Chinas, einem Land knapp dreißigmal so groß wie Deutschland, sind keine Grenzen gesetzt. Manchen mag das Land sogar wie ein Schwarzes Loch erscheinen, das alles anzieht und absorbiert, was nach Innovation riecht. Für die Megaprojekte und nationales Prestige Bringende ist Beijing zuständig und bemüht, diesen Status aufrechtzuerhalten.

Doch die ökonomische Musik spielt längst auch in den Provinzen und deren Metropolen. Eine davon ist Sichuan, in der etwa die Asia-CC, Veranstalter des Symposiums im HCC, eine Repräsentanz unterhält.

Mehr als 4.000 Bauunternehmen seien in der Provinz angesiedelt - gute acht Prozent davon stünden unter staatlicher Führung - und beschäftigten rund 1,8 Millionen Menschen. Gerade mal 15% der Beschäftigten hätten eine Techniker- oder Ingenieursausbildung, so Reinhold. Auch hier gelte es anzusetzen.

Sichuan, 120.000 qkm größer als Deutschland, hingegen mit ähnlicher Bevölkerungszahl (2006 ca. 86 Millionen) und international bekannt für die typische chinesische Küche, die als etwas schärfer als anderswo im Land gilt, prosperiert. Vor allem im Bausektor. Absolutes, taktangebendes Oberzentrum ist Chengdu. In der metropolitanen Region der Stadt, die eine Fläche von ca. 12.000 qkm aufweist, somit beinahe dreimal so groß wie das Ruhrgebiet ist, leben inzwischen um 11 Millionen Menschen (Ruhrgebiet: ca. 5,3 Millionen).

 Doch was in Deutschland unter KMU verstanden werde, so Reinhold, könne nicht einfach auf China übertragen werden, ohne die Dimen- sionen in Relation zu setzen.

Denn während in Deutschland Unternehmen ab etwa 100 Mitarbeitern in die Kategorie 'Mittelständler' fielen, beginne man in China erst ab 3000 Mitarbeitern von mittelständischen Betrieben zu sprechen.

So trifft nicht Gleich auf Gleich, wenn deutsche KMU Geschäftsbeziehungen zu chinesischen Unternehmen anbahnen wollen. Anders gesagt: ohne konzertiertes Vorgehen läuft wenig.

Bernd Schnittker, Geschäftsführer der Asia Construction Consulting und seit knapp anderthalb Jahrzehnten mit den diffizilen Gegebenheiten in China vertraut, sagte ohne Umschweife, mitunter brauche man einen langen Atem, um als Kleinunternehmer oder Mittelständler in China Geld zu verdienen. Allerdings könne man an diesem Marktpotential nicht vorbeigehen.

Der etwaigen Furcht deutscher KMU vor der chinesischen Bürokratie im Hinblick auf Unternehmensgründungen, Joint Ventures, der Einrichtung von Verkaufsbüros oder Repräsentanzen nahm Schnittker elegant, aber deutlich, den Wind aus den Segeln, indem er die in Deutschland herrschende Bürokratie gegenüber der chinesischen als ausgeprägter anhand eines einfachen Beispiels darstellte.

So habe die Asia Construction Consulting ihre Eintragung und Genehmigung in Chengdu auf dem normalen Weg innerhalb von fünf Tagen erhalten, während allein das Prozedere einer einzutragenden Gesellschaft in Deutschland mindestens drei Monate dauere.

 Schnittker wies in seinem Vortrag darauf hin, daß Einzelkämpfertum von KMU in der Regel kaum von Erfolg gekrönt seien. Vielversprechender seien Firmenpools als strategisches Instrument, nicht zuletzt, um Kosten zu sparen.

Einen solchen Firmenpool habe die Asia Construction Consulting ins Leben gerufen, so Schnittker. Die Teilnehmerzahl ist dabei auf "zunächst 10 Unternehmen begrenzt". Es werde darauf geachtet, daß in dem Pool möglichst sich nicht gegenseitig Konkurrenz machende Unternehmen vertreten seien.

Auch Helmut Klasen, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dortmund-Lünen, der darüber informierte, daß Verhandlungen mit chinesischen Partnern über den Aufbau von Ausbildungszentren für moderne Schweißtechnik liefen, sieht für deutsche Handwerksbetriebe mit Blick auf China "Chancen nur im Netzwerk".

Da ist Wahres dran. Unterstützung kommt auch vom Land Nordrhein-Westfalen. Thomas Masurek, im NRW-Wirtschaftsministerium zuständig für Außenwirtschaft im Bereich Mittelstand und Energie, wies in seiner Rede auf die jährlich neu aufgelegten Förderprogramme für KMU hin. So gebe es Zuschüsse, wenn sich kleine und mittlere Unternehmen aus NRW auf wichtigen Messen in China - etwa der Coal & Mining in Beijing oder der CICEN-Expo in Taiyüan - präsentieren möchten.

Koordiniert wird das ganze von der Agentur NRW-International. Wie wichtig Netzwerke und die Unterstützung seitens des Landes, der Kammern und erfahrenen Beratungsgesellschaften für KMU sind, zeigt sich daran, daß inzwischen nicht nur auf internationaler Ebene um den Honigtopf China gekämpft wird, sondern auch auf nationaler. Und auf nationaler Ebene - bezogen auf Deutschland - wird dekliniert.

Passivhaus in Hassfurt. Quelle: solarserver.deSo teilte Masurek im Interview mit GeoWis mit, daß es keine Vernetzungen oder Koordinationen innerhalb der deutschen Bundesländer im Hinblick auf China gebe.

Vielmehr sei es so, daß man in Konkurrenz zu einander stehe. "Das erleben Sie nicht nur auf Länderebene", so Masurek, "das geht runter bis in die Kommunen, in die Kreise, wo wir (...) überall Konkurrenzen haben, wenn es darum geht, Investoren anzusiedeln. Dann lobt jede Mutter ihre Butter."

Masurek, regelmäßig mit Anliegen von in nordrhein-westfälischen KMU in China unterwegs und wie alle Referenten auf der Veranstaltung im HCC ein Mann der klaren Worte, bemängelte, daß im Bund-Länder-Ausschuß zwar "Außen-Aktivitäten" abgesprochen würden, hingegen dies ein Gremium ist, das "nicht sehr wirksam" sei.

Jeder koche sein eigenes Süppchchen, jedes Bundesland konkurriere mit dem anderen, wenn es um China gehe. Wie Masurek auf Nachfrage von GeoWis bekundete, ob denn vom Bundeswirtschaftsministerium Unterstützung auch bis auf Landesebene geleistet werde, sei es so, daß man "recht gut mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem "China-Referat" zusammenarbeite und sich abstimme. Unterstützung erhalte man auch durch die verschiedenenen Auslandsvertretungen. Man versuche sich dazu insofern abzustimmen, hochrangigen Besuchern ein entsprechendes "Programm zu bieten".

Immerhin. Daß es Wege gibt, den Markteintritt in China ohne Blaue Augen zu überstehen, hatte Bernd Schnittker verdeutlicht und das Konzept des 'Firmenpools' vorgestellt, wonach sich deutsche KMU - hier zum Thema Bauwirtschaft - möglichst einer Agentur anvertrauen sollten, die bereits über Kontakte in China und potentielle Kooperationspartner verfüge.

Zu den Referenten der Veranstaltung im HCC gehörte auch der Architekt Ludwig Rongen, Vorstands- und Gründungsmitglied des Deutsch-Chinesischen Kompetenzzentrums Bau. Sein Vortrag zu energieeffizentem Bauen - Stichwort: Passivhaus - zielte auf bereits Realisiertes ab, indes noch nicht in China. Bislang existieren Passivhäuser, die sich durch minimalen Energieverbrauch definieren, indem sie über eine Dreifachverglasung verfügen, über ein Rohrsystem Luft von außen beziehen und beispielsweise ohne Heizanlage auskommen, nur in westlichen Ländern.

Schaubild Passivhaus. Quelle: Haustechnik Gangl.Rongen, dessen Architekturbüro neben dem Hauptsitz in Wassenberg auch in Düren, Erfurt und Chengdu Büros unterhält, holte umfangreich und fundiert aus, als es um energieeffizientes Bauen ging, und stellte eine Projektskizze für ein solches Bauvorhaben im chinesischen Leshan vor.

Vor allem steigende Energiekosten und Umweltverschmutzung machen China zu schaffen, weshalb Ideen, Konzepte und Technologien gefragt sind, die Ressourcen schonen und die Umwelt entlasten.

Passivhäuser stellen Rongen zufolge daher eine Alternative zu herkömmlichen Bauweisen dar. Erlaubte die Wärmeschutzverordnung (WäSchVO) von 1995 bei Neubauten noch eine Energiekennzahl (EKZ) von 100, was einem Verbrauch von 10 Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr entspricht, so ist seit 2002 das Niedrigenergiehaus (NEH) mit einer EKZ von 75 Pflicht. Fünfmal weniger Energie als ein Niedrigenergiehaus verbraucht ein Passivhaus. Erstaunliche 1,5 Liter Heizöl - oder 1,5 Kubikmeter Erdgas - pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr (EKZ: 15).

Damit bereits bei Geschäftsanbahnungen potentielle Partner nicht vergrätzt werden, gelte es, sich im Vorfeld mit einigen Eigenheiten der chinesichen Kultur vertraut zu machen, so Huijuan Cheng von Asia Construction. Ihr informativer und durchaus erheiternder Beitrag war gewissermaßen ein Kurz-Knigge.

 Wichtig seien Geschenke, vorzugsweise solche, die den Gastgeber an seinen Gesprächspartner erinnerten, weshalb Präsente beispielsweise mit dem Firmenlogo versehen sein sollten. Keinesfalls sollten Uhren geschenkt werden - es sei denn, es handele sich um eine Armbanduhr -, da die Uhr als Symbol für den Ablauf des Lebens gelte.

Die berühmte Schwarzwälder Kuckucksuhr muß also außen vor bleiben. Sie wird aus eigenem Antrieb, etwa bei einem Deutschlandbesuch, gekauft. Bei der Verpackung würden harmonisch zu einander passende Farben bevorzugt, beispielsweise Gelb und Rot. Auf Weiß, Schwarz oder Schwarzweiß solle verzichtet werden, so Cheng. Klar, diese Farben erinnern an den Tod.

Gemeinsames Essen sei geradezu eine Notwendigkeit, doch solle man nicht wie gewohnt den Teller leerfuttern. Dies könnte den Gastgeber veranlassen zu glauben, er geize. Neben ihm, der sein Unternehmen repräsentiere - oft auch sein Land -, sitzen links und rechts die beiden wichtigsten Gäste einer Delegation. Ihm gegenüber sitze meist die zweitwichtigste Person nach dem Gastgeber, der man unbedingt ausreichend Aufmerksamkeit schenken solle, indem man ihr ebenfalls eine Visitikenkarte überreiche und sie in Gespräche miteinbeziehe.

Visitenkarten seien "sehr wichtig", so Cheng. Man überreiche sie mit beiden Händen und nehme die des Gegenübers auch mit beiden Händen entgegen, stecke sie aber nicht gleich ein, sondern werfe einen Blick darauf, um Wertschätzung zu demonstrieren.

Neben vielen weiteren nützlichen Hinweisen gab es auch einen zum Trinkverhalten. Je nach Stimmung am Eßtisch oder in der Bar werde das Glas häufig gehoben, wobei erwartet werde, daß die Gäste es ebenfalls heben und dann einen Schluck nehmen. Es zu lassen oder gar das von den Gastgebern ausgehende persönliche Anstoßen nicht zu erwidern, sei äußerst unhöflich. Wer keinen Alkohol möge, könne mit Softdrinks oder Mineralwasser zuprosten oder anstoßen.

Darüber, daß deutsche Teilnehmer von Wirtschafts- oder anderen Delegationen in China durch übermäßigen Mineralwasser- oder Softdrink-Konsum aufgefallen wären, ist einstweilen nichts bekannt.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2007-09-14; 16:37:42)

Weblinks: Asia-CC; Rongen Architekten; Kreishandwerkerschaft Dortmund-Lünen

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