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Goerlitz, Uwe: Kampf ums Überleben

Kampf ums Überleben

Im Nord- und Südwesten Chinas steigen die Temperaturen, im Zentrum die Pegel

Von Uwe Goerlitz (2006-11-18)

Als im Mai dieses Jahres im Bezirk Zhongning in Chinas Autonomer Region Ningxia Hui mit Wasser gefüllte Tankwagen ausrückten, um den Bauern Notbewässerungen zu ermöglichen, dauerte die Dürre bereits anderthalb Jahre an. Selbst der Gelbe Fluβ, der sich auf 400 Kilometern durch die 66.000 km² kleine Region schlängelt, und dessen Zuflüsse sind nicht mehr in der Lage, die Ebenen in Ningxia Hui ausreichend zu bewässern.

Wie die Nachrichtenagentur Xinhua in der Provinzhauptstadt Yinchuan heute berichtet und sich dabei auf den regionalen Wetterdienst bezieht, fielen in der ohnehin regenarmen Region in den vergangenen zehn Monaten im Mittel 25 Prozent weniger Niederschläge. Gleichzeitig verzeichneten die Meteorologen einen durchschnittlichen Temperaturanstieg bis zu drei Grad Celsius.

Zhongning, Ningxia Hui A.R. Laut FAO sind in den von der Dürre betroffenen Provinzen, zu denen die mit 1,6 Millionen km² gröβte, Xinjiang, genauso zu zählen ist wie Hebei, Gansu, Innere Mongolei, der Norden von Qinghai und Shanxi, die Grund- wasserspiegel teilweise schon um über einen halben Meter zurückge- gangen. Zudem sind tausende von Brunnen ausgetrocknet. Insgesamt sind etwa eine Million km² und mindestens zehn Millionen Menschen direkt vom mangelnden Niederschlag betroffen.

Gehören diese Provinzen mit einem mittleren Pro-Kopf-Einkommen von 20 bis 200 Euro jährlich traditionell ohnehin zu den ärmsten des Landes, drohen nun durch den Totalverlust von 60 Prozent der letzten Winterweizenernte und um bis zu 50 Prozent anderer verdorrter Anbauprodukte punktuell Hungersnöte. Wo sich noch keine Hungersnot eingestellt hat, sind vor allem Kinder von Mangelernährung betroffen. So erhalten Grundschüler in den am stärksten betroffenen Gebieten schon seit Monaten nicht mehr die üblichen drei, sondern nur noch zwei kargen Mahlzeiten pro Tag.

Damit das von den Tankwagen angelieferte Wasser nicht schneller verdunstet als es in die Krume einsickern kann, versuchen Bauern in Schwerstarbeit, wie hier in Baiquanzi, Bezirk Zhongning (Foto oben), die Böden mit Gestein zu schützen. Lange wird der Schutz nicht halten. Sowohl der nationale, als auch die regionalen Wetterdienste prognostizieren ein Andauern der Trockenheit und raten den Bauern, eiligst Kartoffeln und Mais anzupflanzen, da diese Feldfrüchte das aride Klima besser überstehen könnten. Woher das Geld für Saatgut kommen soll, ist einstweilen offen.

Einen gegenüber Ningxia Hui deutlich höheren mittleren Temperaturanstieg für die zurückliegenden acht Monate im Vergleich zum Vorjahr ermittelten die Meteorologen in der Gegend um Xinjiangs Hauptstadt Urumqi. 3,6 Grad Celsius. Zwar gibt es dort noch groβe Süβwasserreservoire, etwa den Tianchisee (s. kl. u. gr. Titelfoto) oder Stauseen im Junggar-Pendi-Becken, die aus den Abflüssen des Tian- und Borohoro- Gebirgszugs gespeist werden, doch bei einem derartigen Temperaturanstieg schmelzen auch die zwischen viereinhalb- und fünfeinhalbtausend Metern liegenden Gletscher schneller ab als erwartet.

Wie Shi Yuguang vom Meteorologischen Institut in Xinjiang Xinhua zufolge mitteilte, seien von einigen Gebirgszügen dieser Provinz bereits 30 bis 90 Prozent der Glaciers verschwunden. In den Niederungen haben die Gletscherschmelzen neben Überschwemmungen auch für den Verlust von Ackerkrume gesorgt. Doch bevor die Wässer in den Ebenen für zyklisches Grün sorgen können, sind sie auch schon wieder verdunstet oder in den Wüsten des Tarim- oder Junggarbeckens versickert.

TianjinInzwischen nehmen auch die allsommerlichen Sandstürme an Heftigkeit zu, die neben Dörfern und Städten längst in den Metropolen das Leben erschweren. Sogar bis in die Neun-Millionen-Metropole Tianjin, die am Gelben Meer im Osten Chinas liegt, dringen die Sande vor (kl. Foto li.), und auch Peking lag diesen Sommer wieder unter einer von Sand und Smog gefüllten Dunstglocke, innerhalb derer nur noch Kunststofftüten Schutz boten.

Während im Nordwesten mit der Trockenheit ums Dasein gekämpft wird und in ganz China ein Mangel an sauberem Trinkwasser herrscht, auch und vor allem in den groβen Städten - weshalb bereits in merklichem Umfang Meerwasser entsalzt wird -, ersaufen im Zentrum die Ernten durch zu viel regenbringende Taifune und über die Ufer tretende Flüsse.

Hochwasser in HunanDie Fluten beschränken sich dabei nicht mehr nur auf ländliche Gebiete, sondern schwappen in die Städte und machen auch vor den CBDs, den Central Business Districts, keinen Halt.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch Trockenheiten und Hochwasser ist kaum zu beziffern, angesichts dessen China sich zunehmend um sich selbst kümmert, da es vom Westen kaum mehr als gute Ratschläge erhält. Die auf der Klima-Konferenz von Nairobi präsentierte Zurückhaltung der Chinesen muβ daher im Kontext der immensen Umwelt- und Ernährungsprobleme verstanden werden. Künftig werden sich in- wie ausländische Investoren auf neue Regeln einstellen müssen. Am besten wäre es, wenn sie Wasser mitbrächten.

© Uwe Goerlitz

© GeoWis (2006-11-18; 15:15:38)

© Fotos: english.people.com.cn; minghui.org; CNTA (Titelfotos)

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