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Düsseldorf: Lars Krückeberg inszeniert Marc Beckers 'Weltuntergänge'
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Angst - und der Umgang damit

Erstmals wird Marc Beckers Theaterstück 'Weltuntergänge' in der auf Metropole machenden nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf aufgeführt. 

Von Uwe Goerlitz (2010-09-01)

Der Mensch, zumal der deutsche, hat Angst. Und zwar vor so ziemlich allem, was ihn betrifft und um ihn herum und weiter entfernt geschieht. Neben der mit in die Wiege gelegten Urangst fürchten wir uns aufgrund unserer subjektiven Wahrnehmung vor allem Vorstellbaren.

 Angst essen Seele auf lautet der Titel eines Fassbinder-Films aus dem Jahr 1974. Es ging um die 60-jährige Emmi, die den gut zwanzig Jahre jüngeren Türken Ali kennen lernt und sich alsbald von Nachbarn, Kollegen und ihrer Umwelt geächtet und gemobbt sieht, weil sie es "mit einem Türken" treibt. Dass es um Liebe und die Flucht aus der Einsamkeit geht, kommt Emmis Umwelt nicht in den Sinn.

Das Meisterwerk der Anti-Integration zeigt deutlich: Angst vor dem Fremden; Angst vor dem Unkonventionellen; Angst auch davor, lieber zu den Mobbern zu gehören, anstatt ins Umfeld der Toleranten zu geraten, um von dort aus nicht möglicherweise selbst am Pranger zu stehen. Fassbinders Stück passt wie damals in die jeweilige Gegenwart.

Beckers Weltuntergänge, uraufgeführt 2005 am Staatstheater zu Mainz, handelt ebenfalls von Ängsten, setzt aber einen anderen Schwerpunkt. Es geht um die Angst vor dem sozialen Abstieg situierter Bürger, jenen Menschen also, die es "geschafft haben", wie Regisseur Lars Krückeberg gegenüber GeoWis sagt.

Der Status muss bewahrt, ja unbedingt gehalten werden, und um sich der Angst vor dem potentiellen Absturz zu entledigen, wird konsumiert und gekauft - nicht etwa im Ein-Euro-Markt, sondern in den eleganten Imbissen und Boutiquen der Düsseldorfer Kö.

Hier setzt fein ziseliert Beckers Konsumkritik ein, die durch Video-Installationen von Matthias Heuser - der bereits mit der Popröhre Shakira und mit der Band Tokio Hotel zusammengearbeitet, aber auch einen Namen als Werbefilmer hat - verdeutlicht wird.  

Doch Angst vor dem sozialen Abstieg ist nicht die einzige Sequenz, mit der Krückebergs Inszenierung des Einakters aufwartet. Auch die Angst vor dem Verlassenwerden, der Einsamkeit, dem Tod, der Langeweile, dem Krankwerden, dem Klimawandel, der Ausgrenzung, der richtigen Etiquette, der Verantwortung, dem Ich und Selbst, dem Terror und dem Leben an sich sind Thema. Und natürlich auch die Angst, nicht oder zu hübsch zu sein, den falschen Partner abzukriegen, sich nicht richtig ausdrücken zu können - und, und, und. 

Parabelhaft, teils satirisch, nicht aber fatalistisch kommt Weltuntergänge, das ursprünglich als Vier-Personen-Stück geschrieben wurde, daher. Lars Krückeberg inszeniert es als Zwei-Personen-Stück mit Jeannine Rost und Bastian Thurner, die in jeweils in Doppelrollen auftreten. Drei der vier Charaktere - Nadja und Johanna, Johann und Andy - sind bereits tot, wenn sie auftreten. Ein Terroranschlag zeichnet dafür verantwortlich, denn Düsseldorf hatte seinen Supergau, den nur eine Person überlebte.

 So viel Angst macht schon wieder Mut. Das Stück befördert die Reise ins Ich, regt an zur Reflexion. Wir alle haben Ängste. Manche davon scheuen wir in Worte zu fassen; manche, vielleicht sogar die meisten, teilen wir niemandem mit, weder unseren Nächsten und Liebsten und oft sogar uns selbst nicht. 

Weltuntergänge ist somit auch ein Stück über Neurosen des Alltäglichen, aber auch eines über die Orientierungs- und Hilflosigkeit des Einzelnen in unserer Gesellschaft, dem - denkt man es weiter - inzwischen, wenn auch schleichend, die Identität abhanden kommt, weil der anonyme europäische Staatenverbund ins kollektive nationale Bewusstsein eingreift und diffuse Angst verbreitet. Angst vor dem Verlust von politischer Willensäußerung; Angst vor Machtlosigkeit.

Krückeberg und Becker verlangen den Schauspielern eine Menge ab. So ist es nicht nur das Spiel, das sie zwei Stunden lang zu leisten haben, sondern auch der Wechsel in verschiedene Rollen. Hinzu kommt noch die Aufgabe, in eine andere Erzählperspektive zu wechseln, nämlich in die des Auktorialen, in die Stimme aus dem Off oder, wie der Angelsachse sagt: in die des Narrators.

Doch keine Angst, das funktioniert.

Uwe Goerlitz

GeoWis (2010-09-01)

Termine laut Veranstalter (Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1): 2.09.2010: Premiere; 3.-6.09.2010; 23.-26.09.2010. Jeweils 19.30 Uhr. Eintritt: 15 bzw. 10 Euro; 5 Euro für ALG-II-Bezieher.

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