GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
18. Dezember 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
- Afghanistan
- Angola
- Argentinien
- Australien
- Austria
- Auto-Legenden
- Bangladesh
- Burma
- China
- Deutschland
- Dänemark
- EU
- Frankreich
- Georgien
- Griechenland
- Haiti
- Honduras
- Indonesien
- International
- Italien
- Japan
- Kuba
- Liechtenstein
Literatur/Kunst/Musik/Medien
- Mexiko
- Niederlande
- Nigeria
- Paraguay
- Peru
- Polen
- Schweden
- Schweiz
- Serbien
- Spanien
- Sport
- Syrien
- USA
- Venezuela
- Vietnam
- Zimbabwe
- Äthiopien
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Mighty Oaks sind bislang im Wesentlichen Alternative-Folk-Fans bekannt. Das könnte sich nun ändern. Die in Berlin beheimatete Band tourt bald einige Städte in den USA
TV-Kritik: Markus Lanz nahm sich in seiner Talkshow vom 16. Januar 2014 Sahra Wagenknecht vor und scheiterte kläglich, obwohl ihm der Journalist Hans-Ulrich Jörges zur Seite stand
Go Gentle - Robbie Williams hat wieder einmal einen Hit gelandet, ausgekoppelt von seinem neuen Album 'Swings Both Ways'
Alt und gut: Slade - Slayed? Ein unterschätzes Album der Rock-Historie
Back Doors Man - Wer die Doors erleben will, sollte zur Performance dieser Tribute-Band gehen
Der Spiegel: Wolfgang Büchner ist als neuer Chefredakteur für den Spiegel verpflichtet worden. Ob er die Erwartungen der saturierten Redaktion und der Verlagsleitung erfüllen kann, ist fraglich
Alt und gut: Anfangs schrill, dann ernst und multifunktional. Teil 4: Brian Eno und David Byrne - My Life In The Bush Of Ghosts
Alt und gut: Verlorene Bodenhaftung ist für Bands immer ein Risiko. Da erinnert man sich gern an deren beste Alben vor dem Höhenflug. Teil 3: U2
Alt und gut: Nicht jedes Debüt gelingt. Manchmal braucht es etwas länger, bis die Qualität einer Band sich auch in Verkaufszahlen messen lässt. Teil 2: The Fixx
Alt und gut: Die Pop- und Rockmusik der späten 1970er Jahre und die der 1980er wird im Allgemeinen als wenig nachhaltig betrachtet. Es gibt Bands und Alben, die diese Einschätzung widerlegen. Teil 1: The Cars
Der Spiegel blieb bei Offshore-Leaks unberücksichtigt. Das ist so blamabel wie konsequent
Kommissarin-Lund-Effekt: Die Band We Fell To Earth lieferte einen Song zur US-Version von Das Verbrechen (The Killing). Nun ist sie über die Szene hinaus ein Begriff
Alt und gut: Golden Earring - Live 1977
Pressefreiheit: Die Organisation Reporter ohne Grenzen stuft Deutschland auf Rang 17 ein. Eine Klatsche. Doch was sagt das Ranking aus?
Es war einmal ein PRINZ - Zum Niedergang eines einst erfolgreichen Magazin-Projekts. Eine Rückschau
TV-Kritik: Die peinliche Berichterstattung von ARD und ZDF zur US-Präsidentenwahl
Datenkrake Google: Der Suchmaschinengigant ist längst nicht mehr freundlich. Anschuldigungen und Klagen gegen ihn häufen sich
TV-Kritik: Der erste Tatort aus Dortmund war eine Zumutung
Der Herr der Karten - 20 Jahre MOK mit Jean-Christophe Victor auf Arte
Last Exit Suicide - Die Achse des Blöden
Deutsche Sprache, schwere Sprache - Von schwachen und starken Verben
Deutsche Sprache, schwere Sprache - Mysterium trennbare Verben
Linus und Dino Schachten - Das Hamburger Duo covert Sahnestücke der Musikgeschichte auf beeindruckend professionelle Weise
Einmaleins des Journalismus: die korrekte - und auffindbare - Quelle. Bei Welt Online scheint man sich da mitunter nicht sicher zu sein, wie das Beispiel um einen Bericht zu Borussia Dortmunds Spieler Shinji Kagawa zeigt
Die Plattmacher - Wie die geballte deutsche Mainstream-Journaille über Günter Grass herfällt und am Thema vorbei debattiert
Andy Warhol gilt als King of Pop Art. Vor allem seine Siebdrucke machten ihn zur Ikone moderner Kunst
Legendäres Konzert: Johnny Cash hinter Schwedischen Gardinen - På Österåker
Das Gelbe vom Himmel und das Blaue vom Ei. Jahresrückblick 2011 oder was davon übrig blieb
In den 1970er Jahren rüttelte Manfred Spies mit seinen Plakataktionen und Denk-Anschlägen das großstädtische Establishment auf und pisste vor allem seine Heimatstadt Düsseldorf an. Wie man heute weiß, zu Recht
Single Bells - Eine Art Weihnachtsgeschichte. Von Wolfgang Körner. Mit Illustrationen von Yu Onoe. Teil 1
Single Bells - Eine Art Weihnachtsgeschichte. Von Wolfgang Körner. Mit Illustrationen von Yu Onoe. Teil 2
TV-Talk über Alkoholsucht: FAZ-Autor Peter Richter schwadroniert sich bei Günther Jauch ins Abseits
Keramiken, Porzellan und andere Artefakte aus China erzielen hohe Preise, wie die Versteigerung der Meiping-Vase aus der Ming-Dynastie zeigt. Vieles, was bei Sammlern landet und lagert, und in Museen gezeigt wird, ist gestohlen
Andy Warhols Lifestyle-Magazin Interview auf Deutsch - Szenegänger Jörg Harlan Rohleder soll es auf den Weg bringen. Geld ist offenbar ausreichend vorhanden, doch ist das keine Erfolgsgarantie, wie ein Blick auf die Lifestyle-Magazin-Historie zeigt
Some birds aren't meant to be caged - Zum Tod von Amy Winehouse
Trabajadoras del Mundo - Cecilia Herrero-Laffin und ihr Werk über Frauenarbeit
Deutsche Sprache, schwere Sprache - Rechtschreibung, ick bin mit dir einem, wa?, glaubten offenbar Redakteur und Drucker bei BILD
Pompöse Posse um Henry-Nannen-Journalistenpreis, die angeblich renommierteste Auszeichnung in der Branche. Doch der Preis ist nicht mehr ganz so heiß
Dortmund: Personalisierte schwarzgelbe Bahn zur Meisterschaft
Alternative Buchmessen - In San Francisco und New York finden an diesem Wochenende wieder die Anarchist Bookfairs statt
Vor 50 Jahren wurde die Dortmunder Gruppe 61 gegründet. Eine Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte widmet sich ihr in historischem Kontext
WikiLeaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg setzt auf totale Konfrontation mit der Plattform und deren Erfinder Assange. Dabei hat er Zweifelhaftes im Portfolio
Medien: Spiegel Online macht jetzt S.P.O.N. und will mit neu rekrutierten Kolumnisten angeblich noch debatten- und meinungsfreundlicher werden
Musik: Vinyl-Schallplatten sind begehrt und erzielen seit Jahren hohe Preise auf Auktionen. Mancher sammelt sich dabei in den Ruin oder zahlt überhöhte Preise. Dazu tragen auch die kursierenden Preiskataloge und Händler bei
Besinnliches zum Fest und Winterwetter: Cantate Domino vom Oscars Motettkör
WikiLeaks: Julian Assange soll mit Auflagen auf Kaution freikommen und Weihnachten in England verbringen. Allerdings muss er eine elektronische Fußfessel tragen. Gegen die Entscheidung hat Schweden Berufung eingelegt. Genutzt hat es nichts
Julian Assange und WikiLeaks - globale Staatsfeinde im Dienst der Meinungsfreiheit und Demokratie
Urheberrecht: Bundesgerichtshof verweigert dem Online-Portal perlentaucher letzte Weihen
Public Relations: Das DJV-Verbandsmagazin journalist beinhaltet in seiner aktuellen Ausgabe ordentlich Beileger von Unternehmen. Deren Nutzwert ist begrenzt
Datenkrake Google: Der Vorreiter im Datensammeln erweist sich als Lame Duck beim Datenschutz. Google-Mitarbeiter sollen Nachhilfe bekommen. Unterdessen ging Street View in einigen Ländern online, nun auch im Ilse-Aigner-Land - in der ruralen Zone Bayerns


Datenkrake Google: Der Vorreiter im Datensammeln erweist sich als Lame Duck beim Datenschutz. Google-Mitarbeiter sollen Nachhilfe bekommen. Unterdessen ging Street View in einigen Ländern online, nun auch im Ilse-Aigner-Land - in der ruralen Zone Bayerns
[758]
reppesgaard_google_imperium_big.gif

Patchwork und Kosmetik

Google ist längst von seinem Credo abgewichen, freundlich zu sein. Seit zwei Jahren steht das Unternehmen, das das Wissen der Welt zusammentragen will, unter erhöhter Beobachtung und unter Kritikerbeschuss. An seinem Vorhaben, den gläsernen Werbekunden zu erschaffen, hält der Konzern fest.

Von Simone ten Breck (2010-11-03)

Nur die Besten erhalten hinsichtlich der Unternehmensphilosophie von Google Inc. eine Beschäftigung beim weltgrößten Datensauger, der - inzwischen nebenbei - eine Suchmaschine unterhält, die einst den Aufstieg des Unternehmens aus dem kalifornischen Mountain View beförderte und noch immer für das Gros der Umsätze und Einnahmen dank seiner Textwerbung sorgt.

Google Größenwahn vorzuhalten, wäre untertrieben. Google will die Welt der Informationen, der Informationsverfügbarkeit und deren Bereitstellung beherrschen. Zu großem Teil hat die Firma das im Segment Suchmaschine bereits erreicht, weshalb inzwischen Datenschützer aller Länder auf den Plan getreten sind, dem Treiben der Kalifornier Einhalt zu gebieten versuchen.

Wie sehr der Wind dem Unternehmen mittlerweile ins Gesicht bläst, zeigt sich an Google Street View. Das kostenintensive Projekt, das die saloppen Jungs aus Mountain View einfach gestartet haben, ohne jemanden zu fragen, ob sie das auch dürfen, ist in Europa, Asien und Nordamerika umstritten und hat bereits zu massenhaft Klagen geführt. Datenschutzbeauftragte vieler Länder laufen Sturm.

 In Tschechien erlitt der Datenkrake im September eine Niederlage. Laut des dortigen Datenschutzbeauftragten Igor Nemec sei der Aufnahmewinkel der Kameras zu hoch, so dass die Privatsphäre empfindlich betroffen wäre; zum Anderen habe Google es versäumt, sich als ausländisches Unternehmen im Hinblick auf Street View ordentlich registrieren zu lassen.

In den USA, vor allem im Heimatstaat des neugierigen Konzerns, Kalifornien, laufen Klagen wegen Street View gegen ihn. Seit Mai dieses Jahres ist auch die Datenschutzbehörde Spaniens (APED) alarmiert und hat jüngst ein Verfahren gegen Google auf den Weg gebracht. Hierbei geht es um das unerlaubte Absaugen von WLan-Daten. Sollte gegen Google in dieser Hinsicht ein Urteil gesprochen werden, stünden Strafzahlungen von 60.-600.000 Euro für jeden Fall im Raum. Nichtsdestotrotz sind ausgewählte Städte seit 27. Oktober 2010 mittels Street View online.

Bereits im August 2010 stürmte die Polizei in Seoul, Südkorea, die örtliche Google Street View-Niederlassung wegen des Datensaugens aus WLan-User-Verbindungen, wie der Korea Herald (Online-Ausgabe) berichtete. Auch in Großbritannien und Irland bläst Street View offizieller Gegenwind ins Gesicht, wenngleich die britische Datenschutzbehörde inzwischen nur eine Verwarnung unter Androhung von Strafe im Wiederholungsfall aussprach.

Nicht so in Deutschland. Hier erklärt der ministeriale Bundesdatenschutzbeauftrage Peter Schaar lediglich und leidlich, was Street View ist, mosert ein wenig, ohne aber juristisch aktiv zu werden. Dabei ist längst offensichtlich, dass Google aufgrund der Vielzahl seiner Dienste Internetnutzerprofile mit den Wohnregionen, Wohnvierteln und Wohnhäusern der Nutzer erstellen kann, die für die werbungtreibende Industrie, den Handel, das Organisierte Verbrechen, die jeweiligen Sicherheitsdienste und für wen noch alles Rückschlüsse auf potentielle Kaufkraft, Status, I-net-Verhalten und so weiter zulassen.

Google-Dienste - Google Earth, Googles Browser Chrome, Googles E-Mail-Programm G-Mail, Googles Bildersuche, Google Book Search, der Echtzeit-Kommunikationsdienst Google Wave, das Smartphone-Betriebsssystem Android, Googles AdWords- und AdSense-Programm und Googles sonstigen Diensten, die stets kostenlos und recht nutzerfreundlich sind und auf den ersten Blick harmlos erscheinen -, erheben nicht mehr nur Rohdaten, mit denen das Unternehmen in den ersten Jahren bereits etwas anfangen konnte. Je mehr Dienste von einem User von Google-all-inclusive genutzt werden, desto umfassender - und teurer - kann die Datenkrake an Unternehmen herantreten und ihnen Werbung verkaufen.

Google weiß über seine Nutzer, welche Webseiten sie browsen, was sie ihren Freunden mailen, was sie im I-net einkaufen, welchen Bildungsstand sie haben (könnten), womit sie ihren Lebensunterhalt (womöglich) verdienen, ob sie Hartzer sind, wie sie sich im I-net ausdrücken (Blogs), wo sie wohnen, wann sie in welche Veranstaltung gehen (Konzert, Theater, Kunstausstellung, Neo-Nazi-Treffen, Puff), wen sie lieben, von wem sie wann, wie, wieso, weshalb verlassen wurden, und so weiter.

Zum Google-Imperium gehören jede Menge Unternehmen, die nicht den Zusatz 'Google' tragen. Etwa die DNA- und Genanalysefirma 23andMe und neben zig aufgekauften Start-ups auch AdMob, einen der zuvor größten Anbieter für 'mobile Werbung', für den die Mountain Viewer 750 Millionen Dollar ausgaben. Natürlich nicht bar. Gemäß des Merger-and-Acquisition-Systems laufen solche Geschäfte über Aktienvergabe und -überschreibungen, was es insbesondere I-net-Konzernen einfach macht, immer weiter zu wachsen - wie das berühmte Giger-Alien aus den Ridley Scott-Filmen.

 Google will auf Sicht Gott spielen, zumindest I-net-Gott. Das muss man wissen, bevor man sich etwa mit AdWords ein paar Cent verdienen will und Google dafür tiefe Einblicke und Eingriffe in seine Webseitenstruktur überlassen muss Google verdient Milliarden mit den Pennies, Cent, Yuan und Rupien, während der einzelne Webseitenbetreiber vielleicht gerade seine Serverkosten mit Klimpergeld zu decken vermag.

Immer dann, wenn Gott im Spiel zu sein scheint, ist der Teufel nicht weit. Klar, Google würde den Teufel zunächst auf Profitabilität abklopfen, vielleicht auch auf Kompatibilität, und ihn dann kaufen. Auf jeden Fall wüsste Google, wo der Kerl wohnt, welche Vorlieben er hat, welche Freunde und was er sonst noch so treibt. Denn Sergeij Brin und Larry Page sind vor zwölf Jahren mit einer Vision angetreten, sich das Wissen der Welt maschinell anzueignen.

Ein Vorhaben, nach dem bisher lediglich die weltgrößten Geheimdienste der USA, Russlands, Chinas, Großbritanniens, Irans, Israels, Deutschlands, Frankreichs strebten - und streben. Die müssten es nun vergessen, sich am besten bei Google beteiligen, wenn sie es nicht schon längst getan haben. Im Februar dieses Jahres berichtete Heise Online, dass Google den US-amerikanisches Supergeheimdienst NSA (National Security Agency) um Hilfe bat, nachdem es Opfer von Hackerangriffen, wie es hieß aus China, ausgesetzt gewesen war. So beginnen Kooperationen.

Das Unternehmen Google Inc., das höchste Abschlüsse von Bewerbern verlangt und in den vergangenen zwölf Jahren eine Personalauslese vorgenommen hat, wie man sie nicht so oft in Großunternehmen findet - schlechter als Zweikommanull hat kaum eine Chance, Promotion mit Mitte zwanzig ist in Ordnung -, verlautbart nun, seinen Mitarbeitern Nachhilfe im Datenschutz zu geben.

Es legt damit offen, dass es bislang möglicherweise nur Fachidioten beschäftigt, die außer Einsen und Nullen offenbar nichts über den Tellerrand hinaus können und auch in den Relax-Zonen und Freizeiteinrichtungen nicht zu grundlegenden Erkenntnissen über Sozial- und Rechtsstaatlichkeit gelangt sind. 

Abseits der zumindest in Deutschland halbherzigen und damit hilflosen Versuche des Gesetzgebers, Google Inc. Einhalt zu gebieten, um die Privatsphäre der in hier lebenden Bevölkerung und der Unternehmen zu schützen, und auch abseits der Drei-Affen-Medien, wie infokrieger.net die inzwischen zahnlosen Mainstream- und Konzernmedien bezeichnet, formiert sich interessanter Widerstand gegen den Datenkraken.

Das österreichische Portal ubermorgen.com, das überhaupt nicht Web 2.0 ist, hingegen Web 0,5 oder Web 5.0, versucht, Google legal zu schaden, indem es von den durch Klicks generierten Einnahmen Google-Anteile kauft. Vision: dereinst so viele Google-Aktien zu besitzen, dass ubermorgen.com das Sagen hätte. Das könnte noch einige Jahrhunderte dauern, weshalb flankierende Maßnahmen notwendig wären, um Googles inzwischen fragwürdigem Geschäftsmodell rechtsstaatliche Grenzen zu setzen.

In seinem im August 2008 erschienenen Buch Das Google Imperium beschreibt der Journalist Lars Reppesgaard mit viel Insider-Wissen und umfangreich, was es mit Google Inc. auf sich hat. Dabei kommt nicht nur zu Tage, dass der Mega-Start-up-Investor Sequoia - noch vor fünfzehn Jahren unter dem Rubrum Business Angel geführt -, als Graue Eminenz und Mega-Profiteur von I-net-Unternehmen gilt, sondern auch, dass die Laissez-faire- und Anything-goes-Gründer Googles, Sergeij Brin und Larry Page, ihrem Studenten- und Post-Doc-Dasein mächtig entsprungen sind. Entpuppt, sozusagen.

Google ist nicht mehr lieb. Nur noch allergrößte I-net-Optimisten möchten dem Unternehmen diese Eigenschaft zusprechen. Solche braucht Google Inc., immerhin unternimmt das Unternehmen globalen Dummenfang, indem es viele Features kostenlos bereit stellt. Einzige Bedingung: Zieh dich gefälligst aus, User!

"In den letzen fünf Jahren sind die strategischen Schachzüge der Google-Spitze geprägt von einer nüchtern kalkulierenden Professionalität", schreibt Reppesgaard 2008. "Das wird unter anderem daran deutlich, dass Google wie viele andere Unternehmen gelernt hat, wie wichtig es ist, die politischen Rahmenbedingungen durch professionelle Lobbyisten zu beeinflussen." Begonnen hatte diese Professionalität demnach 2003. Da war Google gerade vier Jahre alt. 

Ein Jahr zuvor war Google noch im Kindergartenalter, doch die in diesem Kontext noch als Knirpse zu betrachtenden Google-Gründer Brin und Page hatten bereits klare Vorstellungen von ihrem Google. "Gegenwärtig hast du nur Zugang zu dem, was im Internet verfügbar ist. Du hast keinen (kostenlosen) Zugang zu den Inhalten von  Bibliotheken. Du hast keinen  Zugang zu den Inhalten von Magazinen (...). Du hast keinen Zugang zu all den TV-Programm-Inhalten, die jemals gesendet wurden. All dies wird sich künftig ändern", sagte Larry Page.¹ Er will natürlich alles kostenlos generieren, um irgendwann mal Geld dafür einzusammeln. 

Das einst unternehmerische Vorschulkind hat es überproportional schnell geschafft, nicht nur erwachsen zu werden, sondern auch Politiker und politische Entscheider davon zu überzeugen, dass es nur Gutes verfolge. Indes, Google Inc. ist längst böse und zu einem radikalen Global I-net-Player geworden, woran der durch seine prominenten Tätigkeiten bei Xerox, Bell Laboratories, Novell und Sun Microsystems gestählte CEO Eric Schmidt großen Anteil hat. Der Mann, der stets steif frisiert im Zwirn daherkommt, müsste eigentlich die jovialen T-Shirt-, Jeans- und Slipperträger Brin und Page hassen wie die Pest.

Vielleicht ist es ja so. Schmidt aber ist klug, und allemal klug genug, ein Unternehmen wie Google - er könnte locker auch Daimler führen und dem dortigen Vorstandschef Zetsche noch einige Kniffe beibringen - das Credo der Google-Gründer zu verinnerlichen, das an den alten 10cc-Hit I Wanna Rule The World erinnert. Google Street View ist lediglich ein weiterer Baustein, um diesem Ziel näherzukommen. Zeit also, dass sich der deutsche Gesetzgeber Brainpower einkauft, um Gesetze auf den Weg zu bringen, die das Recht auf informationelle Selbstbestimmung endlich und nachhaltig schützen. 

Indes, der deutsche Adler ist flügellahm, wenn es ums Internet geht. Verbraucherministerin Ilse Aigner kündigt schon mal plakativ ihre Mitgliedschaft in Social Networks wie Facebook auf - wobei man sich fragen sollte, weshalb sie sich dort umtrieb; Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger ziert sich kolossal, ein Gesetz zu erarbeiten, das es Kraken wie Google unmöglich machte, Unwesen in Deutschland zu treiben. Und die ostdeutsch sozialisierte Bundeskanzlerin Merkel, die mit dem I-net etwa so vertraut ist wie mit Körbchengröße A, lässt die Dinge laufen. 

Google-Ianerin Alma Whittan, ein vorwiegend mit altmodischer blonder Schillerlockenfrisur auftretendes Vollweib, das 2004 seine Doktorarbeit mit dem spärlichen und doch vielsagenden Titel Making Security Usuable am Computer Science Department der School of Computer Science an der privaten Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania, vorgelegt hat, soll nun für Google das unprofitable Segment Datenschutz übernehmen. 

 Sie ist weder Juristin, noch ist sie dafür bekannt, in irgendeiner Weise sozialwissenschaftlich oder im Datenschutz reüssiert zu haben. Wollen sich die jeweiligen nationalen Datenschutzbeauftragten etwa von einer sich mit Nullen und Einsen auskenndenden Log-File-Luzy etwa erzählen lassen, wie Datenschutz funktioniert? Wenn ja, dann wäre das das Ende des Datenschutzes.

Es sieht nach Patchwork aus, was Google Inc. veranstaltet; sogar nach Kosmetik. Ist der I-net-Gigant allen in vielen Dingen innerhalb der Online-Welt voraus, hinkt er in der Offline-Welt - sprich: der, in der Bürgerrechte formuliert sind - noch hoffnungslos hinter und outet sich auch nach zwölf Jahren noch immer wie ein freches, vorlautes und uneinsichtiges Vorschulkind, das nur dann an seinem Fehlverhalten etwas zu ändern vermag, wenn ihm Strafe droht.

Neben der Katholischen Kirche gab es in den vergangen 2.000 Jahren wohl keine Organisagtion, die so forsch und allmächtig die Massen zu bekehren anging wie Google Inc. Ausgerechnet stellt Street View den Ort einer bayerischen Lost Woirld, Oberstaufen, nun online. Da freuen sich Gams, Ziege, ein paar Hühner, Gänse, Hoteliers und Bürgermeister Walter Grath. Ob sich die Ilse, die Aigner, auch freut, kann bezweifelt werden.

Der Ziege, der Gams, den Hühnern und deren Haltern dürfte es überwiegends egal sein, ob Google ein Datenkrake ist, solange das Viech in Ruhe gelassen würde. Und weil diese Haltung nicht nur im Oberallgäu vertreten ist, sondern sich durch den ländlichen Raum Deutschlands zieht, hat Google Inc. leichtes Spiel. Sogar bei der jüngsten Panne. Kaum war Oberstaufen auf Street View zu sehen, beschwerten sich Bürger darüber, dass ihre Häuser nicht verpixelt wurde. Google gab die Panne zu und gelobt - na was wohl? - Nachbesserung.

© Simone ten Breck

© GeoWis (2010-11-03)

¹ zitiert aus Randall Stross: Planet Google. One Company's Audicious Plan to Organize Everything We Know. Chapter 4, 'Moon Shot', S. 89. Free Press, Simon& Schuster, New York, 2008.

Links zum Thema auf GeoWis

Angstmacher im Internet >>

Auf dicke Hose >>

Ray Bradburys Visionen >>

Der menschliche Fehler >> 

Anzeige