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Die Plattmacher - Wie die geballte deutsche Mainstream-Journaille über Günter Grass herfällt und am Thema vorbei debattiert
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Shitstorm vom Mainstream

Erst fiel sie über seinen als Gedicht deklarierten Kommentar "Was gesagt werden muss" her. Dann wetzte sie die Messer wegen seiner klar vorgetragenen Haltung im Interview mit Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow. Günter Grass ist - nicht ganz zu Unrecht - der neue Punchingball der Mainstream-Journaille, die Israel bedingungslos verteidigt. 

Von Hubertus Molln (2012-04-13)

Zwei Portale führen den deutschsprachigen Online-Journalismus an - Welt Online (welt.de) und Spiegel Online (spiegel.de). Nachgeordnet liegen online von den überregional erscheinenden Printausgaben Die Zeit (zeit.de), die Süddeutsche Zeitung (sz.de), die FAZ (faz.net), der Tagsspiegel (tagesspiegel.de), die WAZ (derwesten.de), die Stuttgarter Zeitung (stz.de) und ungezählte andere, etwa Der Freitag.

Abgesehen von der SZ, in der Grass' umstrittene Meinungsäußerung erschien, nachdem die Zeit den Text abgelehnt hatte, eint nahezu alle der Umstand, dass sie Grass-Bashing betreiben und betreiben lassen, seit der Literaturnobelpreisträger es am Mittwoch vergangener Woche gewagt hatte, Israel vor den Bug zu schießen. Und sie alle setzen nun noch einen drauf, seit Grass im Interview mit dem bislang nur selten als kritisch in Erscheinung getretenen Tagesthemen-Moderator Tom Buhrow seine Haltung präzisiert hat.

Auf Spiegel Online ist der Autor Arno Frank der Ansicht, dass Grass im Interview eine "blinde Vorwärtsverteidigung" unternommen habe und attestiert ihm "störrische Selbstgerechtigkeit eines wichtigen Schriftstellers", die Franks Ansicht nach vom "Schrulligen ins Tragische kippte". Wie Frank geht es den Interpreteuren von Grass' Text nicht um das Aggressionspotenzial der israelischen Regierung, sondern vorzugsweise um den Schutz vor Kritik an diesem geographischen Stachel im Fleisch der historischen Landkarte.

Und nur ja darf nichts kommen auf die Expansions- und Aggressionspolitik dieses Staates. Spiegel Online hat hierzu noch weitere Autoren in der Flak. Etwa den israelischen Historiker Tom Segev, der "peinlich berührt" wäre, wenn der ehmalige Mossad-Chef Meir Dagan, der die gleiche Auffassung wie Grass vertrete und täglich in Israel gegen einen Angriff auf Iran warne, plötzlich ein Gdicht wie das von Grass schriebe. Der Historiker verstehe eigener Aussage zufolge gar nicht, weshalb Grass Israel mit Iran auf eine Stufe stelle.

Inzwischen haben sich auch Deutschlands Talkshows des Themas angenommen und Günter Grass kann zumindest einen Teilerfolg verbuchen, indem sein Text national und international diskutiert wird. Allerdings überwiegen die Schmähungen. Michel Friedmann und der Ex-Botschafter Isreals in Deutschland, Avi Primor, äußern zwar brav in der Sendung 'Maybrit Illner', man dürfe Israel kritisieren, indes nicht auf die Grass'sche Art, und prügeln munter auf den Autor ein. Franziska Augstein - wie auch schon vor Tagen Jakob Augstein - und der der Generation Grass entstammende Nahost-Experte Peter Scholl-Latour schlagen sich hingegen auf die Seite von Grass.

Im von Jakob Augstein herausgegebenen Freitag dann fragt Olivier Guez: "Aber warum Israel?", wenn Grass sich doch auch Syrien oder des letzten Berichts von Amnesty International "über die Verletzungen der Menschenrechte im Iran" hätte annehmen können. Guez attestiert in seinem Elaborat dem Literaturnobelpreisträger gar einen "erbitterten Kampf" gegen Israel zu führen. Mehr Unsinniges zu Grass und dessen Text zu behaupten geht gar kaum.

Grass zieh die Kommentare und Berichterstattung zu seinem Text mit "Gleichschaltung", ein Begriff, der aus der Nazizeit stamme, wie ihm vorgehalten wird. Im Duden 1 gibt es dazu - anders als zum Verb "entarten", das der Autor ebenfalls in einer Replik benutzte - keinen Hinweis.

Doch mit der Verwendung derartig belasteter Begriffe hat Grass seinem Anliegen mehr geschadet als mit seiner Kritik an Israels Konfrontationspolitik. Dabei ist eine kritische Betrachtungsweise dieser Politik dringend notwendig, zumal israelische Regierungen ihrem Geheimdienst Mossad schon vor Jahrzehnten die Lizenz zum Töten ausgestellt haben.

Besonders deutlich wird dies in der BBC-Produktion The Spy Machine, die Ende der 1990er Jahre entstand. Ehemalige Mossad-Chefs, wie etwa Rafi Eitan, geben darin unumwunden zu, dass sie diese Lizenz vom jeweiligen Regierungschef erhielten und auch danach handelten. Die Eliminierung beispielsweise der Drahtzieher von München 1972, autorisiert von der damaligen Premierministerin Golda Meir, gehörte ebenso zu diesem Handlungsschema wie die weltweite Jagd nach und Ermordung von palästinischen Terroristen.

Bislang streift die von Grass angestoßene Debatte nicht einmal die israelische Auge-um-Auge-Politik, sondern kreist darum, ob er das, was er gesagt hat, so hätte sagen dürfen, und darum, ob er Antisemit sei oder nicht. Somit ist eine Grass-Debatte entstanden, wo es doch eine zu Israels Politik hätte geben sollen. Insbesondere seiner Siedlungspolitik. Denn seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind auf Grund Israels Prämisse, Heimat für alle Juden zu sein, mehr als zwei Millionen Migranten in den Staat gekommen, die alle Wohnraum benötigten. 

Von offizieller deutscher Seite wird so ziemlich alles verdrängt, was Israel in seiner Region in den vergangenen 50 Jahren an Aggressionspolitik unternommen hat. Was auch nur den Hauch von Kritik an diesem Land aufkommen lassen könnte, muss vermieden werden. Die Shoah, die offenbar bis zum Sanktnimmerleinstag wie ein Damoklesschwert über deutschen Regierungen schwebt, verhindert, dass unsererseits Tacheles mit diesem Staat geredet wird. 

Immerhin ist binnen einer Woche deutlich geworden, wer sich alles zum unbedingten und reflexionsresistenten Verteidiger Israels aufgeschwungen hat und wie dünnhäutig dieser Staat ist. Er hat Grass zur unerwünschten Person erklärt, was einem Einreiseverbot gleichkommt.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2012-04-13)

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