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Buchmesse-Nachlese (Teil 3): Universal Soldiers
[266]

Universal Soldiers des geschriebenen Wortes

Literaturagenten gehören zu jener Spezies im Räderwerk der internationalen Buchbranche, die zu den berüchtigsten gezählt wird. Dabei leisten sie mehr als sie jemals in den Agenturvertrag hineinschreiben würden.

Teil 3 von Maja Neldner (2007-10-23)

Die richtig sattmachenden Deals werden oft bereits vor der Eröffnung der Buchmesse gemacht. Im Marriott Hotel, im Hessischen Hof, im Frankfurter Hof, alle unweit des Messegeländes gelegen. Meist laden die tonangebenden angelsächsischen und amerikanischen Agenten die Cheflektoren und Verlagsleiter der großen europäischen und asiatischen Verlage. Dann werden die Auslandsrechte (Foreign Rights) manchmal tatsächlich, manchmal angeblich magnetisierender Titel feilgeboten, manche in einer 'blind offer', bei der die Katze im Sack gekauft wird.

 In den vergangenen Jahren erzielten die Agenten noch vor Messebeginn etwa für Bill Clintons My Life, Michael Chrichtons State of Fear, Thomas Pynchons Against the Day, Tom Wolfes I am Charlotte Simmons oder Al Gores An Inconvenient Truth Millionenvorschüsse.

Nicht immer rechneten sie sich für die Verlage. So hat beispielsweise der Blessing Verlag bei 'Charlotte Simmons' und 'State of Fear' (Welt in Angst) nicht die erhoffte Anzahl an Hardcovern verkauft, die die Vorschüsse rechtfertigten.

Auch diesmal wurde wieder gepokert. Einige Titel werden sicherlich ein Royal Flash werden, andere bestenfalls zwei Pärchen. Die Biographie des Rolling-Stones-Gitarristen Keith Richards, von der noch kein Kapitel geschrieben ist, könnte sich als Flop erweisen.

Immerhin ist in den vergangenen 40 Jahren soviel über ihn geschrieben und gezeigt worden, daß man sich fragen müßte, was es denn noch Neues gäbe. Und ob die etwa 1,5 Millionen Euro, die für die Biographie des Ex-007 Roger Moore verlangt werden, sich rechnen, weiß man auch erst später.

In diesem Jahr hatten mehr als 300 Literaturagenturen Tische in der heiligen Halle 6.2 gebucht. Die meisten Agenturen sind seit Jahren vetreten, manche seit Jahrzehnten. Die großen und mittleren treten mit Mannschaften an, die kleineren und kleinen mit ein oder zwei Mitarbeitern oder allein. Zum Plaudern bucht niemand, und klein Verlagsvertreter oder Lektor kommt zu ihnen an die Tische, um einen Schnack zu halten.

 In Halle 6.2 geht es geschäftig zu. Keine gemütlichen Sofas, kein endloses Kaffeetrinken. Es ist die rationellste und rationalste Veranstaltung auf der Buchmesse.

Newcomer, die bis dahin die zuweilen kuschelige Atmosphäre an den Ständen der Verlage gewohnt waren, müssen sich schnell umorientieren, wollen sie ernstgenommen werden.

Es geht professionell zu, festzustellen bereits am Eingang zu 6.2, dem ein langer, ausladender Gang folgt. Ohne festen (nachweisbaren) Termin, ohne Presseausweis (hilft nicht immer), ohne Tischbuchung wird niemand Einlaß erhalten.

Es ist eine geschlossene Gesellschaft, in der es Hierarchien gibt. William Morris (New York), Wylie Agency, Andrew Nurnberg (London), Tuttle Mori (Tokio), Big Apple Tuttle Mori (Shanghai), Mohrbooks, Liepmann, Paul & Peter Fritz (Zürich), Michael Meller (München), Eggers & Landwehr (Berlin) Allied Authors Agency (Antwerpen), Bukowski (Toronto), Deborah Harris (Jerusalem), Natoli, Stefan & Oliva (Mailand), Kristin Olson (Prag), Bengt Nordin (Stockholm) gehören zu den großen Agenturen ihres Landes.

Manche lassen bitten, andere sind umgänglicher. Immer aber geht es direkt zur Sache. Dabei unterscheiden vor allem die Amerikaner und Briten nach Ländern und Märkten. So ist klar, daß etwa die Foreign Rights eines amerikanischen Bestseller(-Titel)s für den deutschen oder japanischen Buchmarkt um ein Mehrfaches teurer sind als zum Beispiel für den russischen, chinesischen oder schwedischen.

Hier geht es schlicht nach dem Leserpotential unter der jeweiligen nationalen Bevölkerung und dem Preis, den ein Buch im Laden kostet. Ein 400-Seiten-Roman im Tradecover kostet beispielsweise in China zwischen 12 und 27 Renminbi (ca. 1,20 bis 2,60 Euro)

 15 Prozent Provision berechnet ein seriöser Literaturagent seinem Autor von jedem Buchrechte-Deal, bis zu 20 Prozent, wenn er Rechte in Ausland verkauft oder im Ausland eine Partneragentur hinzuziehen muß. Zehn Prozent sind es bei Drehbüchern und Filmrechten.

Das erscheint manchen Autoren viel, doch angesichts dessen, was ein Agent leistet, scheint es gerechtfertigt, vergleicht man die Provision etwa mit der eines Wohnungsmaklers, die in Ballungsgebieten bei etwa 25 Prozent liegt.

Denn der Agent ist Kummerkasten, Kritiker, Vorlektor, Verkäufer, Aushandler von Vorschüssen und Rechtevergaben und Psychologe zugleich. Er ist derjenige, der dem Autor unangehme Nachrichten so milde als möglich vermitteln muß, wenn sein Manuskript von einem Verlag abgelehnt wird. Nur unerfahrene Autoren, Verleger oder Kritiker halten die Arbeit von Literaturagenten noch für überflüssig. Oder jene, die mit ihnen allzu schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Denn zweifellos gibt es schwarze Schafe. Manche verlangen bis zu 30 Prozent Provision allein für die Vermittlung eines Manuskripts im Inland. Andere lassen sich das Vorlektorat bezahlen. Wieder andere treiben die Vorschußforderungen so hoch, daß kein Verlag anbeißt. Solche Agenten trifft man kaum in 6.2. Hier hat man es in der Regel mit Realisten zu tun.

Verlage wissen die Arbeit von Agenten längst zu schätzen. Nicht nur, daß sie großes Vertrauen in deren 'Riecher' haben; wichtig ist Lektoren wie Verlegern auch, daß Agenten ihnen so manch neurotischen oder mit dem Telefon verheirateten Autor vom Leib halten, obwohl sie dessen Buch verlegen.

Es gibt Autoren, die sich täglich bei ihrem Agenten über den Sachstand erkundigen. Manche scheuen sich auch des nachts nicht, zum Telefon zu greifen. Andere geben den Agenten Strategien vor oder fordern irrealistische Vorschüsse. Wieder andere empören sich, wenn sich der Agent erlaubt, strukturell ins Manuskript einzugreifen oder orthographische Mängel zu beheben, bevor sie den Text einem Verlag vorlegen.

"Die anstrengendsten Autoren sind die, die ihr erstes Buch gedruckt sehen wollen, und jene, die schon 20 veröffentlicht, aber seit Jahren nichts Neues mehr gebracht haben", sagt Chen Xiang, Chefin der Literaturagentur Chen & Associates und GeoWis.

"Wir hatten gleich zu Beginn unserer Agenturtätigkeit einen renommierten britischen Autor unter Vertrag genommen, der über 40 Bücher geschrieben hatte, mit einer Gesamtauflage von bald 50 Millionen", so Chen. "Wir haben einige seiner Titel als Reprints und auch Drehbücher von ihm im internationalen Markt plaziert, doch als der Autor begann, uns quasi als seine Auslandssekretäre zu verstehen, mußten wir uns von ihm trennen."

Auch Paul Copperwaite, lange Lektor bei einem britischen Publikumsverlag, dann Literaturagent, hat seine Erfahrungen mit aufreibenden Autoren gemacht. "Große Namen können einem den Schlaf rauben. Manchmal sogar den Namen in Mißkredit bringen, den eigenen und den des Agenten. Dann muß man sich von einander verabschieden."

Verleger und Verlagslektoren sind ebensowenig auf Autoren erpicht, die sich als den Nabel der Welt verstehen. Das Manuskript oder bereits verlegte Buch zählt. Gerade im Segment der Mainstreamware, dem Hauptgeschäft von Literaturagenturen. Damit sind die Margen zu machen.

Daneben existieren die kleinen, die noch vor Idealismus strotzen, Autoren aufbauen, 3.-10.000 Euro Vorschuß bei Verlagen aushandeln und damit kaum kostendeckend arbeiten können, aber wenn ihnen nicht wenigstens einmal pro Jahr ein guter Deal gelingt, gehen sie pleite. Wie alle anderen seriösen Agenturen erhalten sie erst dann eine Provision, wenn ein Manuskript verkauft wurde.

In den USA und Großbritannien geht kaum noch etwas ohne Agenten. Die hunderttausende unverlangt an Verlage geschickten Manuskripte wandern zu 99 Prozent im Schredder oder gehen retour, wenn Rückporto beigelegt wurde. Kein Lektorat hat mehr ausreichend Zeit, sich durch den Wust an Manuskripten zu arbeiten.

 Auch in Deutschland ist das wenig anders. Von den zirka 10.-15.000 Manuskripten, die die deutschen Verlage abseits der von Agenten vorgelegten jährlich erreichen, werden bestenfalls fünfzehn Prozent gelesen und drei Prozent verlegt.

Literatur ist Business. Nirgendwo wird dies so deutlich wie in Halle 6.2. Literaturagenturen leben vom Rechtehandel, Verlage von Buchverkäufen, Autoren von beidem. "Autoren sollten sich aufs Schreiben konzentrieren", so Chen. "Wenn Sie sich als Verkäufer versuchen, scheitern die meisten und verlieren auch noch Zeit für das nächste zu schreibende Kapitel oder Buch."

Im Gegensatz zu einem Makler, den man beauftragen kann ein Haus oder eine Wohnung zu finden, einen Mieter oder Käufer, funktioniert dies bei Literaturagenturen nicht. Hier gilt eher die Prämisse, die auch bei einem Headhunter anzutreffen ist: man muß etwas anbieten können, das sich verkaufen läßt. Beim Headhunter sind es die Qualifikation, der Lebenslauf und die Arbeitszeugnisse, die er ins Portfolio nimmt, um den Kandidaten in einem anderen Unternehmen unterzubringen. Bei einer Literaturagentur zählt, ob das Manuskript verkäuflich wäre. Alles andere ist Theorie.

Sind die Literaturagenten also "Wölfe", als die sie jüngst vom Nachrichtenmagazin Der Spiegel bezeichnet wurden? Wohl mitnichten. Eher schon sind sie Kreditgeber. Sie leisten Kopierkosten, Verpackung und Versand, verschicken im Bereich Foreign Rights bereits in der Ausgangssprache verlegte Titel auch per Expressdienst ins jeweilige In- oder Ausand. Je nach Anzahl der Autoren, die sie unter Vertrag genommen haben, kommt da schnell eine ordentliche Summe zustande.

Sie fahren - bepackt mit Leseproben - zu Buchmessen, kümmern sich um Lesetermine, und schlagen sich so manche Nächte oder Wochenenden um die Ohren, um einen Lektor oder Verleger zu überzeugen versuchen. Nicht immer gelingt es. Dann ist die Frustration häufig ähnlich groß wie bei einem Autor.

Doch - und das darf man nicht unter den Teppich kehren - sie, die vermeintlichen Wölfe, sind im Dienst der Autoren und auch im Dienst der Verlage unterwegs, sind fast so etwas wie Universal Soldiers in Sachen geschriebenem Wort, die ihren Job so gut als möglich zu tun vermögen. Irrealistische Vorschüsse herauszuholen, womit sie, wenn das Buch des von ihnen vertretenen Autors floppt, diesen prinzipiell verbrannten, ist nicht ihr Ziel.

© Maja Neldner

© GeoWis (2007-10-23; 19:58:01)

Lesen Sie auch:

Teil 1: Platzhirsche, Füchse & Karnickel >>

Teil 2: Von großen & kleinen Tigern >>

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