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Frauenmagazin Emma: Alice schafft sie alle
[345]

Stoische Schrulle gegen selbstbewußte Hübsche

Mit der Kündigung der erst im Januar 2008 beim Feministinnenkampfblatt Emma angetretenen Chefredakteurin Lisa Ortgies wird unter Beweis gestellt, daß das Monatsblatt transformationsresistent ist.

Von Mariam Backes (2008-06-02)

Sie ist jung, sie ist selbstbewußt, sie ist gut ausgebildet und hat Berufserfahrung. Sie ist eloquent. Und Texte verfassen kann sie auch noch. Sie entspricht gemäß dieser Attribute dem Anforderungsprofil vieler deutscher Unternehmen dieser Branche. Bis hierhin. Sie hat auch zwei kleine Kinder, und somit müßte sie insgesamt geradezu prädestiniert gewesen sein, dem von Alice Schwarzer gegründeten journalistischen Tante-Emma-Laden, in dem vorwiegend Frauen arbeiten, redaktionell vorzustehen.

Beim einzig wahren Frauenmagazin Emma ist Lisa Ortgies bereits gescheitert, bevor sie die Marke des Kaffeeautomaten verinnerlicht hatte. Kaffeeautomaten-Marken muß man sich nicht merken, wenn man einen Chefredakteursposten annimmt. Genausowenig wie man sich diesbezüglich die Marken anderer Gebrauchsmaschinen und -utensilien merken muß.

Man muß Lisa Ortgies einserseits Mut zugestehen, den Chefredakteursposten angenommen zu haben, darf ihr andererseits in dieser Hinsicht aber ein gewisses Maß an Naivität nicht absprechen. Denn bei Emma gelten feministische Hierarchien, die Dogmen gleichkommen, und geradezu einem matriarchalischen, feministischen Inschallah die Stange halten, und sich somit nicht nur von ihrem Gegensatz, dem Patriarchat, kaum unterscheiden, sondern patriarchalische Essenzen übernommen hat.

 Und diese Hierarchien strömen kanalisiert auf die Ober-Emma, die Gründerin - und bis Ende 2007 als Chefredakteurin des mit nicht selten überkommenen Themen aufwartenden Magazins - Alice Schwarzer zu, die offenbar angesichts zu großer Umtriebigkeit abseits ihres Lebenswerks nun mit dem Alltäglichen überfordert scheint.

Normal kann man ihr dies nicht vorwerfen. Schließlich werden wir alle älter. Doch ausgerechnet jene Frau, die mitunter erfolgreich die Emanzipation des bundesdeutschen Lieschens zu befördern versuchte, das sich in den 1970er, 1980ern und für immer künftig nicht mehr nur flachlegen lassen, sondern auch das Obenaufsitzen zum Bestandteil weiblicher Selbstbestimmung in Betracht ziehen sollte, scheiterte nun an einer aufgeklärten jungen Frau.

So muß man es momentan wohl interpretieren, zumal Lisa Ortgies sich beim Magazin Emma nichts hat zu schulden kommen lassen, sondern lediglich einige Prioritäten setzte und persönliche Angelegenheiten zu regeln hatte. Normalerweise Dinge, für die Emma-Gründerin-, Herausgeberin- und Ex-Chefredakteurin Alice Schwarzer Verständnis hätte zeigen müssen.

Doch die inzwischen 65-jährige Elberfelderin (Wuppertal) kommt anscheinend so gar nicht mehr mit den jungen - vor allem attraktiven - Damen klar, für deren Befreiung vom Patriarchat sie einst - als sie noch nicht so schrullig daherkam - gekämpft hatte und ergo Emma ins Leben rief.

Die Überwindung des Patriarchats und des damit vermeintlich einhergehenden Sexismusses war wesentliches journalistisches Geschäftsprinzip, und fand ebenso wesentlich gestern statt. Aufsitzen und den Rhythmus neu zu bestimmen, haben die vielen Leserinnen und Nicht-Leserinnen von Emma längst erkannt. Wenn die 1970er Jahre vorbei sind, dann kann man es nirgendwo besser erkennen als am Frauenmagazin Emma.

Alice Schwarzer - mit unzähligen Auszeichnungen bedacht und geehrt -, war sich in den letzten Jahren nicht zu schade dafür, für Geld (im Tennis und in der Leichtathletik nennt man es Antrittsprämie) in Talkshows (z. B. Johannes B. Kerner) aufzutreten oder in ausgewiesenen Boulevardblättern wie BILD zu kolumnieren. Sie unterstreicht ihre neuerdings klägliche Vorstellung als Herausgeberin von Emma nun auch noch mit einem bedauernswerten Handeln, indem sie der Demission von Lisa Ortgies auch noch Schmutz hinterherwirft und hinterherwerfen läßt.

A n schäbiger Nachrede im Hinblick auf Ortgies mangelt es auf der Emma-Webseite nicht. Zitat: "Zu unserem großen Bedauern ist nicht nur der Versuch gescheitert, die von uns bisher als Autorin geschätzte, in Sachen Chefredaktion jedoch bislang unerfahrene Lisa Ortgies in diese Aufgabe einzuarbeiten. Gescheitert ist auch unser aller Absicht, dies intern und einvernehmlich zu regeln."

Dabei hatte Schwarzer noch im Dezember 2007 eine hohe Meinung von Ortgies, die bis dahin als Autorin für das weibliche Bullenkloster Emma arbeitete. Zitat Alice Schwarzer: "Mit Lisa Ortgies habe Emma nicht nur eine erfahrene und engagierte Kollegin gewonnen, sondern auch eine Frau, die an der Front der aktuellen Herausforderung moderner Frauen stehe, die beides vereine, Kinder und Karriere."

Ach nee! Aha! Sechs Monate später hört sich das so an, Zitat: "Wir alle hatten uns natürlich sehr auf die neue Kollegin gefreut, und nicht nur die Hoffnung damit verbunden, dass Alice Schwarzer entlastet wird, sondern auch, dass zusätzliche neue Impulse in die Emma kommen. Wir mussten dann jedoch zu unserer eigenen Enttäuschung feststellen, dass Lisa Ortgies zwar eine gute Autorin ist, sich jedoch nicht für die verantwortungsvolle und komplexe Tätigkeit einer Chefredakteurin eignet. Was sich sehr schnell herausstellte."

Dies sind im Zweifel vor kaum einem Arbeitsgericht standhaltende Floskeln, die Millionen von Arbeitnehmern, die schon mal gekündigt wurden, kennen. Doch in der Causa Emma-Ortgies ist gar nicht klar, wer die Kündigende war. Oder sollte es heißen: der Kündigende?

Die Redaktion von Emma ist inzwischen bemüht, den Schwarzen Peter vollends auf Ortgies abzuladen. Völlig ausblendend, daß an einer Scheidung mindestens immer zwei Parteien Schuld tragen. Zitat: "Wir alle hatten (...) kaum noch Hoffnung, dass Lisa Ortgies in Zukunft die Verantwortung einer Chefredakteurin von Emma würde schultern können. Darum haben wir mit Alice (Anm. d. Red.: Schwarzer) gesprochen und ihr gesagt: 'Es geht mit Lisa so nicht weiter. Da müsste sich ganz viel ändern, wenn sie wirklich die Verantwortung für die Chefredaktion übernehmen soll.'"

Eine derartige Larmoyanz ist man gar nicht gewohnt von Deutschlands Parade-Feministinnen. Da schmilzt einem doch glatt das Arschgeweih, oder zumindest das Tattoo unterhalb des Bauchnabels. Die Emma-Redaktion ficht das nicht an. Sie mäandert in ihrem eigenen Kosmos, und gibt sich naiv-devot, wie man es nur schwerlich ertragen kann.

Zitat: "Es ist (...) für uns besonders abwegig, dass Lisa Ortgies nun in der Öffentlichkeit versucht, die Trennung mit einem Konflikt zwischen ihr und Alice zu begründen. Denn von uns allen hat Alice sich am meisten gewünscht, die Chefredaktion in kompetente Hände legen zu können! Aber auch der größte Wunsch muss sich erstmal in der Praxis bewähren. Und da hat es nun leider nicht geklappt. Und wir? Wir machen jetzt die Juli/August Ausgabe."

Klar, so muß man wohl schreiben, wenn einem eine Patriarchin wie die "Alice" vorsteht, deren Wünsche plötzlich nicht mehr erfüllt werden. Immer schön anti-feministisch, in dieser Personalie. Vielleicht hatte Lisa Ortgies genau diesen Mangel im 'System Emma-Schwarzer' lokalisiert. Es ist sogar wahrscheinlich. Doch sie ist daran gescheitert, bevor sie das Magazin endlich ins 21. Jahrhundert hat führen können. Ihr derart übel nachzureden, ist ausgesprochen schlechter Stil.

Betrachtet man die Auflage des ehemaligen journalistischen Flaggschiffs des Feminismus in Deutschland, dann müßte man schon außerordentlich guter Laune sein, um es heute noch ernstzunehmen, geschweige denn, es zu kaufen. Nur noch kurz über 60.000 Käufer findet Emma im Mittel des bisherigen Jahres 2008. Das sind weniger als 0,001 Prozent der Bevölkerung insgesamt. Wer weiter hinunterdeklinieren möchte, käme zu einem weitaus marginaleren Wert. 

Klar ist, daß in der Evolutionsgeschichte weder Amazonen noch einfache Frauen überlebt hätten - und die uns bekannte Evolution sogar abgekürzt worden wäre -, hätten da nicht Patriarchen, oder zumindest einfache Männer, für den Art-Erhalt gesorgt. Vielleicht sollten die Damen von Emma mal endlich einen Mann ranlassen, der sie aus ihrem Closed Chrysalis State herauszuholen vermag. Etwa einen, der als Chefredakteur das Schrullige und Kauzige in dieser Damenwelt durchbräche, das dieses Blatt seit Jahren auszeichnet.

Möglicherweise kein guter, wohl auch kontroverser Vorschlag. Das Blatt kommt aus Köln. Da kann die Männerwahl schon mal zu einem Ereignis entgegengesetzter wie gleichgesetzter Richtung führen. Belebung nicht ausgeschlossen. Eines aber sollte sich das von Alice Schwarzer dominierte Redaktionsteam in Personalangelegenheiten abgewöhnen, will es nicht in den dauerhaften Ruf geraten, für ambitionierten Journalismus eine No-Go-Area zu sein: übel nachzukarrten. 

© Mariam Backes

© GeoWis (2008-06-02)

Update (2008-06-03): Inzwischen wird Alice Schwarzer, die sich nach "Frankreich zurückziehen wollte" (Spiegel), um Bücher zu schreiben - die sich dann erst mal verkaufen lassen müßten -, auch hinsichtlich ihrer seltsamen Bekenntnisse zur Myanmar-Junta hart kritisiert. So bereits von Mathias Matussek, Kulturbeauftragter des Spiegel, in den vergangenen Tagen, und nun von Jürgen Wilhelm, Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED). 

Matussek warf Schwarzer jüngst in einem offenen Brief unter anderem vor: "Es ist erschreckend, wie Sie selbst simple Nachrichten-Zeilen ideologisch aufrüsten. Seit Wochen erleben wir, wie sich Wasseraufbereitungsanlagen, Zelte und Reissäcke in Rote-Kreuz-Camps stapeln, weil sie nicht verteilt werden dürfen - und Sie beklagen die Zeile der "FAZ" "Hunderttausende Burmesen weiter ohne Hilfe" als "vorwurfsvoll". Diese Zeile, werte Kollegin, stand so in sämtlichen anderen Blättern auch, und sie bezeichnet keine Meinung, sondern eine Tatsache."

Jürgen Wilhelm, ein Fachmann in Sachen Entwicklungshilfe, echauffiert sich. Er wirft Schwarzer vor (zitiert nach SpOn), "pauschale (...) oberflächliche Kritik an der offiziellen Entwicklungspolitik" zu üben und zu suggerieren, dass alle freiwilligen Helfer, "einen CIA-Vertrag in der Tasche haben, um den Militärs eins auszuwischen oder das System zu destabilisieren"." 

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