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Immer, wenn es kalt wird ...

Der russische Energiekonzern Gazprom setzt seine überhöhten Gaspreise auch gegen Georgien durch

Von Oxana Nold (2006-12-22)

Alexander Medwedew, Exportchef des russischen Gazprom-Konzerns, konnte heute seinem Bruder im Geiste, Dmitrij Medwedew, der dem Energieriesen vorsteht und auch noch stellvertretender Ministerpräsident Ruβlands ist, eine Mission accomplished vermelden. Georgien hat - wie die BBC heute berichtete - die dreiste Erhöhung des Brennstoffs Gas von bisher 110 US-Dollar (ca. 85 Euro) auf 235 Dollar (ca. 181 Euro) pro 1000 Kubikmeter Gas akzeptiert und zugesichert, sich in 2007 etwa 1,1 Milliarden Kubikmeter liefern zu lassen (Die Version der kaum ernstzunehmenden russischen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti lautet auf 1,8 Milliarden.)

Die dafür zu zahlenden knapp 260 Millionen Dollar (ca. 235 Mio. Euro) sind für Gazprom eher Peanuts-Einnahmen, für das kleine Georgien aber, dessen 5,4 Millionen Einwohner jährlich ein Bruttosozialprodukt von nicht mal 40 Milliarden Dollar und ein Pro-Kopf-Einkommen von 660 Dollar (2005) erwirtschaften, bedeutet dieser um 114 Prozent gestiegene Gasabnahmepreis jedoch eine Bremse in seinem Fortkommen.

Immer wenn es kalt wird - und im Kaukasus ist es bereits richtig kalt -, sieht der russische Energiegigant offenbar seine Chance gekommen, Einnahmen und Renditen zu erhöhen und bedient sich hierbei geradezu erpresserischer Methoden. Diese Taktik war schon vor einem Jahr bei der Ukraine erfolgreich, als ihr kurzerhand der Gashahn zugedreht worden war. Sie ist kaum verholener Bestandteil einer politischen Strategie, und geeignet, schmerzhafte Nadelstiche zu setzen.

Seit im September des Jahres vier Russen, denen Spionage vorgeworfen wird, in Georgien verhaftet wurden, brodelte es zwischen Moskau und Tiflis. Völkerrechtlich ein souveräner Staat, sieht sich die kaukasische Republik jedoch mit der Durchsetzung russischer Ideologie konfrontiert, wobei Gazprom der Knüppel aus dem Moskauer Sack ist.

Der staatskontrollierte Energiekonzern, der auch den deutschen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Gehaltsliste hat, der noch kurz vor seiner politischen Versenkung ein russisch-deutsches Gas-Pipeline-Geschäft unterzeichnete und die polnische Regierung damit verstimmte, gibt mit der ungerechtfertigten Preisknute einmal mehr seine machtpolitische Visitenkarte ab. Schon hat er Aserbaidschan, das selbst über groβe Gasvorkommen verfügt, bisher aber auch zusätzlich von Gazprom bezieht, im Blickfeld.

Konsequenterweise hat auch Tiflis angekündigt, langfristig nicht auf Gazprom zu setzen und im nächsten Jahr - wie auch in den kommenden Jahren - seinen Bedarf vermehrt aus dem am Kaspischen Meer liegenden Nachbarstaat zu decken.

Deutschland muβ sich trotz Verträgen künftig wohl wärmer anziehen, denkt es an Ruβland. Die Tatsache, daβ E.ONs Manager Burckhard Bergmann bei Gazprom einen Sitz hat, kann da kaum beruhigen. Auch muβ davon ausgegangen werden, daβ Ruβland - Gazprom ist ein fiskalisch tragender Teil des Riesenreichs - seine Visitenkarten nachdrucken läβt und sie in nicht allzu ferner Zukunft in Berlin auf den Tisch legt. 114 Prozent sprechen eine eindeutige Sprache.

Bergmann, als Vertreter des in Düsseldorf ansässigen E.ON-Konzerns, dürfte kein Garant dafür sein, berechenbare Gaspreise für die deutschen Verbraucher zu gewähren. Als einer unter vielen im Management von Gazprom, vor allem als einziger Deutscher, wird er sich bei den russischen Schlitzohren kaum durchsetzen können. Diese Leute sind mit allen Wassern gewaschen, hart im Nehmen und hart im Austeilen. Vor allem aber lachen sie sich auf Vodka-getränkten und mit Huren bestückten Veranstaltungen ins Fäustchen, wenn der Yeduschka (Groβvater) von E.ON diesen beiwohnt. Auch Ex-Kanzler Schröder sollte sich nicht zuviel einbilden, bei Gazprom untergekommen zu sein. Er könnte - medienwirksam - der erste ehemalige Bundeskanzler sein, der gekündigt wird.

Männerfreundschaften gelten und halten in Ruβland nur so lange, wie genügend Vodka flieβt und der Ertrag - das Biznis - stimmt. Individuen werden verabschiedet, wenn es gut geht, oder eliminiert, wenn sie nerven; Staaten werden unter Druck gesetzt. Deutschland wäre gut beraten, sich nach konstanten Alternativen in der Energieversorgung umzusehen. Auf das Putin-Reich kann es sich nicht verlassen. Es befindet sich offenbar noch im 19. Jahrhundert.

© Oxana Nold

© GeoWis (2006-12-22; 19:52:05)

© Foto: trekearth.com

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