GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
21. April 2018
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
- Afghanistan
- Angola
- Argentinien
- Australien
- Austria
- Auto-Legenden
- Bangladesh
- Burma
- China
- Deutschland
- Dnemark
- EU
- Frankreich
- Georgien
- Griechenland
- Haiti
- Honduras
- Indonesien
International
- Italien
- Japan
- Kuba
- Liechtenstein
- Literatur/Kunst/Musik/Medien
- Mexiko
- Niederlande
- Nigeria
- Paraguay
- Peru
- Polen
- Schweden
- Schweiz
- Serbien
- Spanien
- Sport
- Syrien
- USA
- Venezuela
- Vietnam
- Zimbabwe
- thiopien
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Henryk M. Broder fragt, ob der Dritte Weltkrieg bereits begonnen habe. Er gibt sich einmal mehr als begnadeter Headliner und substanzloser Schreiber. Dabei ist das Thema keines fr Salons
Ukraine-Krise: Die NATO will nach Osten, und mit ihr die EU. Das birgt die Gefahr eines Krieges in Europa, denn Russland kann nicht tatenlos zusehen, wie ihm auf die Pelle gerckt werden will
Ukraine-Krise: Die deutsche Regierung untersttzt den gefhrlichen Kurs der EU-Expansionspolitik und muss feststellen, dass Russland dagegenhlt. Eine Bewertung
BlackBerry: Geliebt von seinen Nutzern, torpediert von Despoten und der NSA, zum Beinahe-Absturz gebracht durch Buchhalter und unfhige Marketingfuzzis
Klimawandel: Am Klimawandel kommt keiner vorbei, zumal die Zwei-Grad-Erwrmung bis 2100 schon vor mehr als 20 Jahren als mittlere Untergrenze prognostiziert worden war. Teil 2
Klimawandel: Am Klimawandel kommt niemand vorbei. Doch noch immer gibt es Skeptiker, die sich aufs Kleinklein verstehen und dagegen reden. Teil 1
Sommerhits 2013: Welche sind es? Avicii, Pink, Daft Punk haben beeindruckt
Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkrftigen Trickle-down-Umweltschtzer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 4 - Meist Springer und Lufer, selten Bauer
Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkrftigen Trickle-down-Umweltschtzer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 3 - Sldner in eigener Sache
Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkrftigen Trickle-down-Umweltschtzer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 2 - "Wir sind die Eiermnner"
Maurice Strong gilt als einer der Protagonisten der globalen, kapitalkrftigen Trickle-down-Umweltschtzer. Vielen Kritikern ist er nie geheuer gewesen. Teil 1 - Soldat im Hintergrund
Geheimdienste: Edward Snowden lsst die weitgehend autonome Parallelwelt der Spione und deren Dienstherren mit blankem Popo dastehen und heit sie damit im 21. Jahrhundert willkommen. Teil 2
Geheimdienste: Edward Snowden lsst die weitgehend autonome Parallelwelt der Spione und deren Dienstherren mit blankem Popo dastehen und heit sie damit im 21. Jahrhundert willkommen. Teil 1
Geheimdienste: NSA-Lauschangriff bedroht die Freiheit des Individuums. Angela Merkel gibt sich ahnungslos und Edward Snowden gilt als Held und Verrter. +++Update+++ Auch die Briten lauschen
Hochwasser in Europa: Die verheerenden berschwemmungen der Donau- und Elbe-Flusssysteme zeigen, dass zur Daseinsvorsorge radikaler Hochwasserschutz notwendig ist
Erfindergeist: Ohne die Inventionen von elektrisch betriebenen Haushaltsgerten gbe es keine Emanzipation der Frauen
Motorradlegenden: Kawasaki 900 S4 - Grazie vor dem Herrn
Deutsch als Fremdsprache: In kaum einem Bereich werden Akademiker so schlecht bezahlt wie im Sprachunterricht DaF. Dabei wird viel von ihnen verlangt, besonders Verzicht
Motorradlegenden: Suzukis Dreiachter GT und der Wasserbffel sorgten in den 1970ern fr Furore
Architektur: Auf zu neuen Ufern - Vincent Callebaut sprengt mit seinen Ideen das Korsett des Konventionellen
Klimawandel: An der berschwemmungskatastrophe im Sommer 2010 in Pakistan zeigte sich, dass die Weltgemeinschaft an ihre Grenzen stt. Warner gibt es seit mehr als 40 Jahren
G-20-Gipfel: Lost in Los Cabos
Mythos One Percenter
Googles G-Mail gehackt
Forensik - Bei der Identifizierung von Sprengstoffen mittels Taggants ziehen nicht alle am gleichen Strang
Grillen, Schwimmen, Wandern, Hasenalarm - Der Frhsommer in Deutschland und weiten Teilen Europas sorgt fr volle Innenstdte, Biergrten, Parks und Strnde
Ab in die Wolken - Mit viel Propaganda versuchen Anbieter von Cloud Computing Unternehmen, Behrden und Privatpersonen dazu zu bringen, ihre Daten und Datenverwaltung auszulagern
E10 - Die Mr vom Klimaschutz durch Biosprit
Aufstand in gypten: Wie der Westen versucht, die Revolution kleinzureden und dabei eine historische Chance vergibt
Volksaufstnde in Tunesien und gypten leiten eine Zeitenwende ein und stellen dem Westen dabei ein schlechtes Zeugnis aus. We won't get fooled again, schreit es ihm aus Afrika und dem Nahen Osten entgegen
Am Scheideweg - Der Volksaufstand in Tunesien zeigt, dass kein afrikanischer oder arabischer Autokrat, Clan, Despot oder Diktator auf Dauer mehr sicher vor seinen Untertanen sein kann
Bahn: Anders reisen - Abseits der Hochgeschwindigkeit mit dem Eastern and Oriental Express
England: Wie kam der britische Biowaffeninspekteur David Kelly ums Leben? Justizminister Kenneth Clarke lie nun als zuvor geheim eingestufte Dokumente publizieren. Dennoch bleiben Fragen
Chile: Florencio valos nach mehr als zwei Monaten als erster Kumpel wieder an der Erdoberflche
Stockholm: Wikileaks-Betreiber Julian Assange steht im Verdacht, in Stockholm zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Die Frage ist: Was kosten Stockholmer Nutten - auch unprofessionelle -, um sich so eine Aussage abkaufen zu lassen?
Jugendarbeitslosigkeit: Grender Prozess - OECD-Studie weist brisante Zahlen aus
Libyen: Staatschef Gaddafi verliert mit seinem Aufruf zum Dschihad gegen die Schweiz jedes Ma an Diplomatie
Rckblick 2009 -Verkehr: Hochgeschwindigkeitsstrecken auf dem Vormarsch
Endlich Winter! Teile der Nordhalbkugel liegen unter Schnee, Eis und Klte. Auch in Europa ist es bitterkalt geworden. Ein Rundblick
Klimagipfel in Kopenhagen: G-77-Staaten und China wehren sich gegen EU-Vorschlge auf dem Gipfel der Scheinheiligkeit
Architektur: Here on Earth: Lilypad und Dragonfly - Schner Wohnen auf dem Wasser und an Land. Die architektonischen Visionen von Vincent Callebaut
Internet-Zensur: Piratenpartei ficht noch David-Goliath-Kampf
Flugzeugabsturz in den Atlantik: Die Stunde der Roboter
A/H1N1-Grippe: Das (Medien-)Spiel mit der Angst
NATO-Gipfel: Eskalation am Rhein
DNA-Analyse: 23andMe sammelt mit Google-Kapital Gen-Daten
Kirgisien: US Air Base Manas soll geschlossen werden
Nato-General John Craddock erteilt Ttungsbefehl
Finanzkrise: Flucht ins Gold
Moreno-Ocampo will Sudans al-Bashir anklagen


Neo-Napoleon Sarkozy will doch nach Beijing
[358]

Post-moderner Neo-Napoleon 

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will nun doch zur Eröffnungsfeier zu den Olympischen Spielen in Beijing reisen und verblüfft Anhänger wie Kritiker. 

Von Mariam Backes und Hao Feng (2008-07-09)

Erst stellte er Bedingungen, nun hat er es sich anders überlegt. Nicolas Sarkozy, der Haudrauf, der angebliche Durchgreifer, der Parvenü und nun der Umfaller unter den französischen Präsidenten, will plötzlich doch der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele beiwohnen. Dies melden heute verschiedene Nachrichtenagenturen, darunter AFP und Xinhua.

Eben noch hatte er versucht, Beijing zu einem Dialog mit dem Dalai Lama anzuhalten; jetzt ist davon nicht mehr die Rede. Die chinesische Führung ist ja auch längst in einen Dialog mit Vertretern des Dalai Lama getreten. Sarkozy sei, ginge es nach den Teilnehmern an einer Online-Umfrage des mächtigen Portals sina.com.cn (GeoWis berichtete), in China nicht willkommen.

Möglicherweise haben auch seine politischen Berater und Freunde aus der Wirtschaft auf ihn eingewirkt, zu denen etwa Serge Dassault, Chef des gleichnamigen Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns und Besitzer der Zeitung Le Figaro, gehört; oder Arnaud Lagardère, veritabler Anteilseigner am multinationalen Luftfahrtunternehmen EADS und Besitzer der Zeitung Paris Match.

Es ist naheliegend, daß ihm ein wenig Nachhilfe in strategischer Politik, die immer auch Wirtschaftspolitik ist, gegeben worden sein muß. Denn es sich mit China wegen dessen innenpolitischer Präferenzen zu verscherzen, kann nicht von Vorteil für Frankreich sein. Das hatte noch vor einem dreiviertel Jahr die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, schmerzlich erfahren müssen, nachdem sie den Dalai Lama offiziell empfangen hatte (GeoWis berichtete).

Nur wenige Politiker jüngerer Zeit traten so oft in Fettnäpfchen wie Sarkozy. Noch-US-Präsident Bush und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl - letzterer vor allem in den ersten Jahren seiner vier Amtszeiten - gehören in diese Liga der rhetorisch und politisch Entrückten.

 Daß Sarkozy einmal mehr Kritik einstecken muß, nachdem er bereits vor seiner Heirat mit dem noch immer auf zig Webseiten nackig posierenden Model Carla Bruni locker-präsidial im In- und Ausland unterwegs war und zum Entsetzen vieler Franzosen, vor allem aber seiner Wähler kameragerecht lustwandelte, kann nicht verwundern.

Politiker werden an ihren Aussagen und Handlungen gemessen. Bereits in seiner prä-präsidialen Zeit als Innenminister unter Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac tönte Sarkozy, hart durchgreifen zu wollen, als es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen arbeitsloser, desintegrierter Einwandererkinder in den Vorstadt-Ghettos französischer Metropolen gekommen war.

Statt ihnen Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu eröffnen, um dazu beizutragen, sie in die französische Gesellschaft zu integrieren, ließ er den Knüppel aus dem Sack holen. Bis heute hat sich an der Situation gerade dieser zahlenmäßig hohen, politisch aber marginalen Bevölkerungsschicht wenig geändert. Kaum ein europäisches Land hat größere Integrationsprobleme als Frankreich.

Um dies zu ändern, holte sich der post-moderne Neo-Napoleon Rachida Dati ins Kabinett und übergab ihr das Justizministerium. Sie erscheint inzwischen als das weibliche Pendant zu Sarkozy: ähnlich entrückt, ähnlich forsch, ähnlich auffallend und - ähnlich diffus.

Nach einem äußerst umstrittenen Gerichtsurteil zum 'Ehe-Betrug' stellte sich Dati auf die Seite der Richter. Bislang war Rachida Dati von den Franzosen vor allem aufgrund ihrer für eine Ministerin extravaganten Erscheinung wahrgenommen worden. Fotogen reüssierte sie nachhaltig neben dem Womanizer Nicolas Sarkozy in der französischen und internationalen Presse als eine Art Attrakteuse - neudeutsch: Maneater.

Besonders toll fanden die Franzosen ihre Auftritte nicht. Schon seit einiger Zeit war Dati ihnen suspekt. Zu sehr richtete sie ihr Augenmerk auf die Belange von Muslimen, und vergaß dabei die Interessen jener Franzosen, die nicht ins Land eingewandert waren. 

Dati, in Frankreich geborenes Multi-Kulti-Kind marokkanisch-algerischer Abstammung und erklärtermaßen Muslimin, wurde vorgeworfen, besagtem Gerichtsurteil die obristische Stange zu halten und Integration deutlich mißverstanden zu haben. Gemeint war, daß Integration nichts mit der Übertragung von in zivilisierten Gesellschaften obsoleten Radikalismen und Frauenfeindlichkeiten zu tun habe.

Sarkozy ließ die Hübsche gewähren. Daß er jetzt doch an der Eröffnungszeremonie teilnehmen will, ist dem ewigen Sponti und Grünen im Europa-Parlament, Daniel Cohn-Bendit, gar nicht recht. Der inzwischen offenbar zum Lieblingsgesprächspartner des Magazins Der Spiegel avancierte Deutsch-Franzose polterte in diesem Maganzin, "wer zur Eröffnungsfeier" gehe, verbünde sich "mit der kommunistischen Partei Chinas."

Was für ein Quatsch! Der Mann hat auch schon mal Intelligenteres von sich gegeben. Wer zur Eröffnungsfeier erscheint, will es sich mit China nicht verscherzen. Es gehört dazu, daß bei solchen Veranstaltungen oberste Regierungsvertreter sich die Ehre geben. Konsequent wäre, das Spektakel nur mit Amateuren - also ohne Profi-Sportler - durchzuführen. Oder - in diesem Fall - zu sagen, daß man Beijing das Gesicht wahren läßt.

© Mariam Backes, Hao Feng

© GeoWis (2008-07-09)

Anzeige