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Der Staat sind wir

Auf die Entführungen und Geiselnahmen in Afghanistan - und damit verbundener Ultimaten - folgt in althergebrachter Form diplomatische Umtriebigkeit. Kann das noch das richtige Konzept sein?

Von Martin Jasper (2007-08-02)

Südkorea, einer der bisher auf Gedeih und Verderb Verbündeten der USA, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Nach der Ermordung einer Geisel muss die südkoreanische Regierung befürchten, dass weitere der 21 Geiseln hingerichtet werden oder ums Leben kommen, wenn die afghanische Regierung unter Präsident Karzai einen Befreiungsversuch starten sollte.

Das Dilemma ist offensichtlich. Karzai, vom Westen ins Amt gehoben und von ihm seitdem regelmäßig mit einigen Millionen Euro und Dollar ausgestattet, will endlich Flagge zeigen. Sein Rückhalt unter den heterogenen, in Tribalismus und Klan-Zugehörigkeiten verhafteten afghanischen Bevölkerungschichten ist gering. Ihm hängt das Stigma an, er sei vom Westen gekauft worden. Karzais Auftrag, Afghanistan in demokratische Wässer nach westlichem Vorbild zu manövrieren, ist daher zum Scheitern verurteilt.

Paschtune Karzai ist Opfer beider Seiten. Die von ihm verlangten Aufgaben und Maßnahmen kann er nicht erfüllen. Er hat sich verpflichtet, des Westens Kampf gegen die Taliban mitzutragen und wird von der Mehrheit der Afghanen deshalb als Verräter angesehen. Ohne westliche Unterstützung wäre er noch machtloser als er sowieso schon ist, und wie er weiß auch der Westen, dass er keine nachhaltige Chance hat, das Land zu demokratisieren.

 Die diplomatische Umtriebigkeit, in jüngster Zeit vor allem von Deutschland und Südkorea eingeleitet, mag vielleicht dazu führen, dass die als Geiseln festgehaltenen Entführungsopfer freikommen. Doch am Problem wird sie nichts zu ändern vermögen. Afghanistan mag sich ebenso wenig zwangsdemokratisieren wie zwangskommunistisieren lassen. Die Mehrheit der Frauen trägt lieber Burka und Kaftan als Sonnenbrille und Minirock. Die Mehrheit der Männer palavert, berät, handelt lieber. Wie seit Jahrhunderten.

Ob das aus westlicher Sicht hinzunehmen sei, ist gar nicht mal die Frage. Viel wichtiger wäre, die afghanische Bevölkerung entscheiden zu lassen und nicht nur jene an die Urnen zu bringen, die Lesen und Schreiben können. Solange der Westen nämlich keine Werte vermitteln kann, die in die noch entlegensten Regionen diffundieren und Wurzeln ausbilden, und solange die Taliban nicht an den Grünen Tisch gebeten werden, werden Entführungen und Geiselnahmen nicht abreißen.

Diplomatische Umtriebigkeiten in Afghanistan, die einem Feuerwehreinsatz gleichen, sind ein durchsichtiges, beinahe altruistisches Konzept, das zwar manchmal erfolgreich sein kann, wenn ausreichend Geld fließt, aber generell erfolglos ist, wenn politische Veränderungen erreicht werden wollen. Über das politische System lassen die Taliban wohl nicht mit sich verhandeln, solange ausländische Truppen im Land sind und Krieg führen. Die Taliban gehen nach dem Motto 'Der Staat sind wir' vor. Das muss man sehen.

© Martin Jasper

© GeoWis (2007-08-02; 08:36:35)

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