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Afghanistan: Deutschland befindet sich im Krieg, wie nun auch von berufener militärischer Stelle gesagt wird
[374]

"Wir befinden uns im Krieg"

Was vielen Deutschen schon lange klar ist, wurde endlich auch von berufener Stelle geäußert: Deutschland befindet sich im Krieg.

Von Jochen Henke (2008-09-05)

Vielleicht liegt es an den Generationen, die mit Video, CD, MP3 und Internet aufgewachsen sind, dass keine ausreichende Senisibilisierung mehr für das besteht, was Krieg überhaupt bedeutet. Gut möglich auch, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung beim Wort 'Friedenseinsatz' tatsächlich glaubt, deutsche Soldaten wedelten mit weißen Fahnen und hätten einzig Handwerkergerät im Gepäck, mit dem sie mauern oder Brunnen bauen können.

Tatsächlich ist die deutsche Bundeswehr seit Beginn ihres seit 2001 alljährlich vom deutschen Parlament abgenickten, mehr und mehr höchst umstrittenen Militäreinsatzes in Afghanistan mit schwerem Militärgerät unterwegs.

 In den vergangenen Jahren waren die deutschen Einheiten nur deshalb von ihren afghanischen Kriegsgegenern nicht so hart herangenommen worden - wie die im Süden Einsatz um Einsatz vollziehenden US-Truppen, die ihre Bombardierungen auch auf zivile Einrichtungten vornehmen -, weil sie im Norden stationiert sind und tatsächlich ein wenig Wiederaufbau geleistet hatten.

Längst ist aus Sicht der Afghanen, die die vom Westen eingesetzte Marionettenregierung Karzai nicht anerkennt und ihr misstraut, Deutschland ein lange genug geschonter Mit-Aggressor unter der wesentlich den Krieg führenden Nation USA.

Was kritischen Geistern in Deutschland schon lange klar ist, wurde jüngst auch vom Vorsitzenden des Bundeswehrverbands, Oberst Bernhard Gertz, klar gesagt: "Wir befinden uns im Krieg". Gertz bemängelt unverblümt die Sprachregelung des Verteidigungsministeriums, dem der Unionspolitiker Franz-Josef Jung vorsteht.

Da werde "schon verschleiert, da wird die Wahrheit verschwiegen", so Gertz gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung vor wenigen Tagen. Verteidigungsminister Jung stattete derweil den deutschen Truppen in Afghanistan einen Kondolenzbesuch ab, schließlich war kürzlich ein deutscher Soldat aufgrund einer Sprengfalle ums Leben gekommen.

Perfider, hinterhältiger oder feiger Akt heißt dies in der offiziellen Sprachregelung, die ungeprüft von deutschen Staatsmedien wie ZDF und ARD übernommen, aber auch von privatwirtschaftlichen Nachrichtenagenturen wie beispielsweise DPA verbreitet und von dieser wiederum von Mainstream-Medien multipliziert wird. Weder die FAZ, noch der Stern, die Welt, die Süddeutsche Zeitung, die Zeit - und auch nicht deren Online-Ausgaben - waren bisher in der Lage, Deutschland als sich in einem - unerklärten Krieg - befindendes Land zu bezeichnen.

Auch Bundeskanzlerin Merkel, die sich seit ihrer Kanzlerschaft vordergründig unprogrammatisch durchs Land lächelt und für den Preis 'Mutti der Nation' erste Anwärterin wäre, vermeidet es geschickt, sich zur Kriegssituation in Afghanistan zu äußern.

Totschweigen oder Euphemismen herrschen vor, wenn es um die Deutschen in Afghanistan geht. Das Parlament wird offenbar ob der tatsächlichen Geschehnisse am Hindukusch getäuscht. Wenn deutsche Soldaten auf ihren vermeintlichen Friedenseinsätzen nervös werden und Zivilisten erschießen, öffnet sich die Schatulle des Verteidigungsministeriums und zahlt Entschädigung.

 Deutschland zahlt also Bares, wenn von deutschen Soldaten Afghanen erschossen werden. Das ist im Vergleich mit den USA und anderen im Süden Afghanistans ihrem Kriegseinsatz nachgehenden Truppen neu. Jung blendet auch mit solchen Aktionen die deutsche Öffentlichkeit.

Wenn gezahlt wird, kann es sich nur um Wiedergutmachung eines Versehens oder einer mutwilligen Tötungsaktion handeln, die leider Leid über eine Familie gebracht haben. Im Krieg befinde man sich ja nicht. Man sei auf Friedensmission. Und man entschuldige sich für die angeblich versehentliche Tötung. Zwar nicht bei den Hinterbliebenen, sondern bei der Marionette Karzai. Fürwahr ein Akt der Größe.

Deutschland befindet sich im Krieg mit Afghanistan. Seit knapp sieben Jahren. Normalerweise müssten deutsche Staatsbürger von afghanischen Behörden festgenommen werden, wenn sie sich auf deren Staatsgebiet bewegen. Sie wären als Kriegsgefange zu behandeln. Auch Verbündete Afghanistans hätten das Recht, deutsche Staatsbürger festzusetzen und als Kriegsgefangene zu behandeln.

Solange Verteidigungsminister Jung und die Bundesregierung den deutschen Staatsbürgern das wahre Ausmaß des Kriegseinsatzes in Afghanistan vorenthalten, solange befindet sich die deutsche Bevölkerung in Gefahr. Dass Deutschland nicht nur Wiederaufbauhilfe leistet und Brunnen drillt, glaubt kaum noch jemand.

© Jochen Henke

© GeoWis (2008-09-05)

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