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Manel Mayol: Abschalten!

Schlechter Tausch

Wozu Menschen fähig sind, wenn ihnen ihr Lebensraum streitig gemacht wird, zeigt dieser Film exemplarisch.

 

Von Henning Appelt (2006-12-28)

Marypil Peopang, Studentin, Mapuche-Pehuenche"Wir waren nie ein Staat, aber eine Nation", sagt Mapuche- Pehuenche-Führer Alhuen Antileo in gemäβigter Stimmlage. Er sitzt allein auf einem schwarzen Ledersofa, hinter ihm ein aufgespanntes Banner.

Man habe die Inka beizeiten besiegt und als die Spanier gekommen seien, auch diese. Das Mapuche-Pehuenche- Land sei Chiles Friedhof. Die Spanier seien zum Sterben gekommen. 40.000.

Der Biobío-Fluβ hatte den Mapuche damals geholfen, die Konquistadoren zu besiegen. Die Spanische Krone anerkannte die Mapuche-Pehuenche und deren Siedlungsgebiete. Nach und nach kam es zur Unterzeichnung von insgesamt 18 Verträgen. In den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren diese Verträge aus Sicht der chilenischen Regierung und des spanischen Energiekonzerns ENDESA nicht mehr viel wert. Der 380 Kilometer lange Biobío, der sich durch einzigartige Landschaften und das angestammte Siedlungsgebiet der Mapuche-Pehuenche schlängelt, umso mehr.

Noch unter dem Pinochet-Regime werden die Weichen zum Zugriff auf das Land, und vor allem den Fluβ, der heute im Besitz von ENDESA ist, gestellt, um eines der gröβten Staudammprojekte der Welt - das Central Pangue - durchzusetzen. Die erste Staustufe, Pangue, wird gesetzeswidrig begonnen und abgeschlossen. Das Ley Indígena, das den Mapuche-Pehuenche bei allen geplanten Projekten auf ihrem Land ein Mitsprache- und Verweigerungsrecht garantiert, wird übergangen und dann von einem Energiegesetz, das gegenüber dem Ley Indígena steht, ausgehebelt.

ENDESA-Staudammprojekt 'Central Pangue' in Chile Den Mapuche werden von Abgesandten ENDESAs im Tausch gegen ihr Land Arbeitsplätze, einige Hektar Land weit abseits, kostenlose Strom- und Wasserversorgung und eine geringfügige Entschädigung angeboten. Für die meisten klingt das gut. Sie verhandeln nicht lange, unterschreiben Verträge, deren Inhalte sie nicht verstehen oder auch nur annähernd juristisch überblicken.

Einige wenige weigern sich, ihr Land zu verlassen, darunter die sich im Rentenalter befindenden Schwestern Nicolasa und Berta Quintreman, die neben anderen zu Symbolfiguren des Widerstands werden. Jene Mapuche, die zuvor auf das ENDESA-Angebot eingingen, haben selbst zu Beginn der zweiten Staustufe, Ralco, noch keinen Strom. Die meisten benutzen Kerzen.

Mehr und mehr formuliert sich Protest und Widerstand. Aufgebrachte Mapuche-Frauen, ermutigt durch die Quintreman-Schwestern und Mapuche-Führer (Lonko), bewerfen ENDESA-Vertreter mit Tassen und Tellern, wehren sich mit dem Abrennen von Grasland und finden Fürsprecher. So einen chilenischen Rechtsanwalt, der die Abtretungsverträge für nichtig hält; den UN-Sonderberichterstatter Rodolfo Stavenhagen, der unterstreicht, die gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Chiles Ureinwohnern gingen vom Staat aus; einen Abgeordneten der chilenischen Sozialisten; mutige Lokalreporter.

Manel Mayor (Foto re.) läβt viele zu Wort kommen. ENDESA werde nicht mehr als Gegner betrachtet, sondern als Feind, so ein Mapuche-Lonko. Selbst Juristen sprechen von "schleichendem Genozid" an den Mapuche-Pehuenche. Der mächtige Feind aber, angeführt vom ehemaligen Bürgermeister von Barcelona zu Zeiten der Franco-Diktatur, Rodolfo Martín Villa, der später der spanischen Regierung unter José Maria Aznar angehörte, fürchtet sich nicht vor aufmüpfigen Mapuche. Er weiβ die chilenische Regierung, besonders den damaligen Präsident Eduardo Frei, der mit eigenen Firmen am Staudammprojekt beteiligt ist, hinter sich.

Regisseur und Dokumentarfilmer Manel MayorMapuche-Aktivisten werden unter Anwendung der chilenischen Anti-Terror-Gesetze verhaftet und vor Gericht gestellt. Sie werden von einer Justiz verurteilt, die ihre Urteilsfindung auf Aussagen vermummter Zeugen ohne Namen stützt, die ihre Aussagen nicht im Verhandlungsraum zu machen brauchen. Der Ralco-Damm ist zu wichtig und ENDESA zu mächtig.

Mehrere Sprecher und Lonkos gehen in den Untergrund, auch Mireya Figueroa, die äuβert, jederzeit umgebracht werden zu können. Gelassen und zynisch bewertet etwa der Präsident der Pablo-Neruda-Stiftung, Juan Agustín Figueroa, der auf Nachfrage von Mayol nicht in der Lage ist, auch nur eine Zeile von Chiles bekanntestem Dichter Neruda zu zitieren, den Widerstand und die Umsiedlung der Mapuche. Man habe seit 60 Jahren friedlich zusammengelebt. Und nun das! Soll wohl heiβen: Wie kann man nur so renitent sein?

Mayols Film ist eindrucksvoll und einfühlsam. Er kommt ohne Sprecher und Kommentar aus dem Off aus. Er rekonstruiert den schlieβlich im Jahr 2003 verlorengegangenen Widerstand der Mapuche-Pehuenche. Das Gebiet ist geflutet, Ralco in Betrieb.

Wenn der deutsche Energiekonzern E.ON mit der Übernahme von ENDESA Erfolg haben sollte, dürfen sich dessen Aktionäre auch auf Kosten der Mapuche-Pehuenche freuen. Wie jetzt ENDESA wird E.ON dann 67 Prozent der chilenischen Energiewirtschaft besitzen und als erstes deutsches Unternehmen - soweit bekannt - einen eigenen Fluβ.

TRAILER


© Henning Appelt

© GeoWis (2006-12-28; 18:56:44)

© Fotos/Webseite: http://www.diegesellschafter.de

Originaltitel: Apaga y Vámonos. Spanien, 2005. Regie: Manel Mayor. 87 Minuten, Spanisch mit deutscher Untertitelung. Filmpartner: Gesellschaft für bedrohte Völker.

http://www.youtube.com/v/uZslC5shuaM&hl=de&fs=1

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