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Tiefer und tiefer

Vor der Küste Angolas wurde ein weiteres Ölreservoir unterhalb des Meeresbodens entdeckt. Während der Wohlstand Weniger wächst, darben die Massen.

Von Antonio Molina (2007-08-28)

Wie die staatliche angolanische Öl- und Gasfördergesellschaft Sonangol EP (Sociedade Nacional de Combustiveis de Angola E.P.) jüngst bekannt gab, wurde im Offshore-Bereich in 458 Metern Tiefe des erst 2004 entdeckten und noch unter weiterer Exploration stehenden Gimboa-Ölfelds unterhalb des Sediments Öl gefunden. Geologischen Einschätzungen zufolge schlummerte es da mindestens seit dem Meozän.

 Das Reservoir, das die Bezeichnung 4-31-11 trägt und zum Tiefwasserblock 4/05 gehört, liegt im Norden von Angolas Küstenregion, etwa 70 Kilometer von der Küste entfernt.

An der Erforschung und Förderung sind neben der Sonagol EP und der - ebenfalls staatlichen - Sonagol P&P (Pesquisa e Produção) auch der norwegische Energiekonzern Norsk Hydro und die Driller Somoil und ACR (beide Angola) beteiligt.

In den - wie international in der Branche üblich - in Blocks unterteilten Förder- und Konzessionsgebieten vor Angolas Küsten sind inzwischen rund 30 Driller engagiert. Neben Norsk Hydro auch Exxon, British Petroleum (BP), Total, und beinahe alle, die Rang und Namen in der Öl- und Gasindustrie haben.

Von 4-31-11 werden ersten Einschätzungen zufolge wenigstens 5000 Barrel pro Tag (bpd) erwartet. Das Gimboafeld insgesamt soll ab dem 3. Quartal 2008 täglich auf eine Fördermenge von 50.000 bpd kommen.

Für den südwestafrikanischen Staat, bei dem vor etwas mehr als 100 Jahren erstmals Öl gefunden worden war, dessen Profite lange Zeit von seinem Kolonialherrn Portugal abgeschöpft wurden, von dem sich Angola Mitte der 1970er Jahre befreite, bedeutet allein das Gimboafeld eine künftige Bruttoeinnahme von etwa 8 Milliarden Dollar pro Jahr. Nach Abzug der Profite der ausländischen Konzessionäre verbleiben dem Land immerhin noch gut 5 Milliarden.

Rechnet man die Einnahmen allein der Öl- und Gasförderungen zusammen und berücksichtigt auch die Erträge aus den Gold-, Diamant-, sonstigen Edel- und Halbedelstein- sowie Buntmetallminen - die Erträge aus dem Export von Kaffee außen vor gelassen -, muss man sich fragen, weshalb das 17-Millionen-Volk nur auf ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 1250 US-Dollar kommt.

Neben Südafrika, Nigeria, dem Kongo und Ägypten gilt Angola als eines der reichsten Länder Afrikas. Dennoch partizipiert der Großteil der Bevölkerung nicht am Wohlstand. Offenbar versickern die Milliarden in den Taschen der in Luanda, der Hauptstadt, und in den Provinzhauptstädten kohabitierenden Allianzen aus Politik und Wirtschaft. Fraglich ist, ob einem solch reichen Land noch Entwicklungshilfe zukommen sollte.

5000 Quadratkilometer (Seefläche) beträgt ein Block. Die Konzession an Explorationsgesellschaften wird - auch dies ist international üblich - nach einem Bieterverfahren in Angola für zunächst 20 Jahre vergeben. Dies sind die Mindestvorgaben Angolas an die Energiekonzerne. Zumindest auf dem Papier stehen auch umweltrelevante Vorgaben.

Deutlicher allerdings legislatorische. Darunter die prospektorische und wissenschaftliche Dokumentation, Angaben zu Erkenntnissen aus Bohrungen und submarinen Kartographien, und auch solche zur verwendeten Technologie. Das Motiv ist klar: Angola will lernen. Aber offenbar bis jetzt nur mit Vertragspartnern teilen.

In die Entwicklung des Landes und in den Wohlstand der Bevölkerung fließt wenig vom großen Reichtum. Das Volk darbt in Luanda, Huambo, Benguela - den größten Städten - in den Slums. In den Städten und Dörfern der Busch- und Urwaldregionen sieht es kaum besser aus.

© Antonio Molina

© GeoWis (2007-08-28)

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