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[302]

Daten stiften gegangen

Die Liechtensteiner LGT Treuhand AG gibt eine seltsame Pressemitteilung heraus.

Von Hubertus Molln (2008-02-15)

Bereits im Jahr 2002 seien bei der Liechtensteiner LGT Treuhand AG Vaduz Kundendaten gestohlen worden, wie die LGT Group heute auf seiner Webseite bekanntgab. Etwas kryptisch heißt es weiter: "Der Datendiebstahl war 2003 angezeigt und gerichtlich verurteilt worden. Kunden, die nur mit der LGT Bank (und nicht mit der LGT Treuhand AG) eine Beziehung unterhalten, sowie sämtliche ab 2003 eröffneten Kundenbeziehungen von Gesellschaften der LGT Group, sind von diesem Datendiebstahl nicht betroffen."

Das mag beruhigend für jene Kunden klingen, die nach dem Datenklau Geld zur LGT Treuhand karrten, für die, die schon vorher welches dorthin gebracht hatten, allerdings nicht. Das gibt das fürstliche Treuhandinstitut zu. "Das entwendete Datenmaterial enthält Informationen über Kundenbeziehungen der LGT Treuhand AG in Vaduz, die vor 2003 eröffnet wurden." Und weil es so unglaublich ist, was da geschah, strotzt die Mitteilung nur so vor Wiederholungen.

 Die 160 Quadratkilometer große Enklave zwischen östlicher Schweiz und westlichem Österreich, zwei, drei Fußballplätze kleiner als die Stadt Aachen, muß um ihren Ruf als Finanzstandort bangen, denn außer einigen Käsereien, Tages- und Wochenendtourismus und etwas Kleingewerbe gibt es kaum Nennenswertes, mit dem die rund 35.000 Liechtensteiner ihren Lebensunterhalt verdienen, vor allem aber nicht das weltweit höchste Pro-Kopf-Einkommen von 90.000 Euro halten könnten.

Wesentliches Geschäftsmodell der LGT Treuhand AG ist die Errichtung von Stiftungen, die - wie der Ex-Chef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, und die nun ins Visier deutscher Staatsanwälte und Steuerfahnder geratenen potentiellen Steuerhinterzieher vermuten lassen - als große Sparschweine dienen. Ein weiterer Batzen Einnahmen entsteht durch die Verwaltung von Vermögen ausländischer, vor allem deutscher Bürger, die offenbar in ihren Heimatländern keine kompetenten Vermögensverwalter finden können.

Schadensberenzung ist nun oberstes Gebot der LGT Group, wobei man sich fragen muß, weshalb die Gruppe erst jetzt, nachdem der Skandal in Deutschland perfekt geworden ist, an die Öffentlichkeit geht. "Der (...) in der Zwischenzeit ausgetretene Mitarbeiter" sei "Ende 2003 gerichtlich verurteilt" worden. "Nach Kontakten zwischen den Parteien wurde das Datenmaterial scheinbar vollumfänglich zurückgegeben. Gemäss damaliger Faktenlage betrachtete die LGT Treuhand AG den Fall als abgeschlossen."

Pures, widersprüchliches, fürstliches Wunschdenken. PR-Profis, Lektoren, Deutschlehrer und Juristen müßten mit dem Kopf schütteln ob des Liechtensteiner Alpendeutsches, zumal es weiter heißt: "Ab Sommer 2007 erhielt die LGT Treuhand AG erstmals vereinzelte Hinweise auf eine illegale Weitergabe von Kundendaten und leitete eine interne Untersuchung ein, um die Informationsquelle zu eruieren. In den letzten Tagen haben sich nun die Indizien verdichtet, dass es sich dabei um Teile der 2002 gestohlenen Daten handelt. Der Umfang der vermuteten Datenweitergabe steht nicht fest. Die LGT wird umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen und setzt alles daran, die Interessen ihrer Kunden zu schützen."

Das ganze am besten noch mal auf Englisch, Spanisch, Japanisch, Hongkong-Chinesisch und Arabisch. Denn in all diesen Sprachräumen unterhält die vonPrinz Max von und zu Liechtenstein, Sohnemann des Kleinstaatchefs Fürst Hans-Adam II, geleitete LGT Group Niederlassungen. Punktuell natürlich, in jeweiligen Steuer-Oasen, etwa Bahrain, Montevideo, den Caymans, British Virgin Islands. Ihre Beratungen, die großen Scheine in die noch größeren Sparschweinschlitze zu stecken, könnten Anleitungen zu potentiell kriminellen Handlungen gleichen.

"Die LGT Group betont, dass der vermutete Zusammenhang zwischen den 2002 gestohlenen Daten und der aktuell in den Medien diskutierten Situation zurzeit nicht abschliessend erhärtet oder bestätigt ist. Die vorliegenden Informationen entsprechen dem derzeitigen Wissensstand der LGT. Kunden, die von der Weitergabe der gestohlenen Daten betroffen sein könnten, werden nach Möglichkeit persönlich kontaktiert."

Nichts wissen, gar nichts wissen wollen, gehört zum Geschäftsprinzip der ehemaligen Alpenhirten. Skandale schönzureden offenbar auch. "Die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutze der Privatsphäre der Kunden wurden im Laufe der Jahre ständig den neuesten Erkenntnissen angepasst, und es gibt keinen Hinweis, dass seit 2002 Kundendaten entwendet wurden."Sprich: Wenn man uns zu nahe auf die Pelle gerückt war, fanden wir immer einen Weg.

Vermögenswerte in Höhe von 99.7 Milliarden Schweizer Franken verwaltete die LTG eigenen Angaben zufolge zum 30. Juni 2007. Macht 2,85 Milliarden Franken pro Liechtensteiner. In Kilogramm Käse umgerechnet: mehr als 71 Millionen. Muh!

© Hubertus Molln

© GeoWis (2008-02-15; 21:11:37)

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