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Bangemachen gilt nicht

Erneut trifft die deutsche Elf bei einem großen Turnier auf Italien. Die Chancen, erstmals einen Sieg einzufahren, stehen gut.

Von Roman Siertes (2012-06-25) +++Update siehe unten+++

Geht es nach den Talk-Gästen bei Waldis EM-Club, lautet die Endspielpaarung Deutschland gegen Spanien. Europameister wird selbstverständlich Deutschland. Dumm nur, dass seit gestern Abend mit Italien der Halbfinalgegner der Löw-Elf feststeht und dieser erst mal bezwungen werden muss, um dann im Finale nicht dem spanischen Hypnosefußball aufzusitzen, falls der zuvor auch gegen Portugal erfolgreich sein sollte.

Was man auch liest und wohin man auch hört - überall ist die Rede davon, dass Deutschland die Squadra Azzurra noch nie bei einer WM oder EM besiegt hat. Stimmt ja. Dennoch zog die deutsche Elf nicht stets den Kürzeren. 1962 gab es bei der WM in Chile ein 0:0. Italien schied hernach in der Vorrunde aus, Deutschland wurde Gruppensieger und schied im Viertelfinale gegen Jugoslawien (0:1) aus.

1978, bei der WM in Argentinien, trennten sich die beiden Kontrahenten in Buenos Aires erneut 0:0. Deutschland schied in der Finalrunde aus, Italien verlor das Spiel um Platz drei gegen Brasilien (1:2). Ein weiteres Remis gab es während der EM 1988 im Vorrundenspiel im (ehemaligen) Düsseldorfer Rheinstadion (1:1). Für beide Teams war dann im Halbfinale Schluss. Das vierte Unentschieden ereignete sich 1996 bei der EM in England. Im Gruppenspiel in Manchester trennte man sich 0:0. Italien flog nach Hause, Deutschland wurde Europameister.

Wenn Deutschland und Italien bei einem internationalen Fußballturnier aufeinandertreffen, wird zwangsläufig das so genannte Jahrhundertspiel bemüht, das sich am 17. Juni 1970 ereignete, als es im Aztekenstadion von Mexico City vor 102.000 Zuschauern um den Einzug ins Finale ging, während sich gleichzeitig in Guadalajara Uruguay gegen Brasilien im zweiten Halbfinale gegenüberstanden.

 Jeder damalige - und heute noch lebende - Fußballfreund erinnert sich an Karl-Heinz Schnellingers Tor zum 1:1 in der 90. Minute, was Verlängerung bedeutete. Italien gewann trotz zweier Tore von Gerd Müller mit 4:3, weil Gianni Rivera die Bundesdeutschen in der 111. Minute ausknockte. Das deutsche Team wurde Dritter, Italien unterlag Brasilien im Finale mit 1:4.

Auch das Finale der WM von 1982 wird inzwischen als Klassiker bezeichnet, hatte aber nicht die Qualität des Halbfinals von 1970, als es ungemein spannend zugegangen war. Im Endspiel in Madrid war die italienische der deutschen Mannschaft haushoch überlegen und besiegte sie mit 3:1. Das vorerst letzte wichtige Spiel gegen die Stiefelkicker, das WM-Halbfinale vom 4. Juli 2006 in Dortmund, verlor Deutschland in der Verlängerung mit 0:2. Ein Jahrundertspiel war es nicht, aber es zeigte die Abgebrühtheit des italienischen Teams.

Es heißt, Rechnungen seien offen. Aber das ist Fußballprosa. 1990 holte Deutschland den WM-Titel in Rom, 2006 holten sich die Azzurri ihn in Berlin. Italien war erst einmal Europameister (1968), Deutschland dreimal (1972, 1980, 1996); Italien hat vier WM-Titel (1934, 1938, 1982, 2006), Deutschland drei (1954, 1974, 1990). Na und?

Beide Mannschaften haben bisher ordentliche bis gute Spiele abgeliefert. Vor allem haben sie auf Angriff gesetzt. Italien hat gegen England sogar ein herausragendes Spiel gezeigt. Unermüdlich trieb der inzwischen 33-jährige Andrea Pirlo seine Truppe über 120 Minuten an, verteilte wohlüberlegt die Bälle, während Roy Hodgsons Elf spätestens ab der 65. Minute unters Sauerstoffzelt gehört hätte.

Dennoch muss das deutsche Team sich nicht bangemachen lassen. England hatte bei Weitem nicht die spielerische Qualität, die Jogis Eleven haben, die somit jederzeit in der Lage sein müssten, Italien offensiv und clever unter Druck zu setzen. Dabei erscheint es beinahe einerlei, wen Löw in die Startelf beruft, solange es sich um Spieler handelt, die zu hundert Prozent fit sind. 

Fast ist es ein wenig schade, dass sich diese beiden Mannschaften schon im Halbfinale begegnen. Vielleicht wird es wieder ein so genanntes Jahrhundertspiel. So eines käme wohl kaum zustande, träfe die deutsche Elf im Finale auf die von Vicente del Bosque, die sich seit 2008 kaum weiterentwickelt hat und inzwischen überheblich gestalteten Fußball zum Einschlafen bietet.

Die Chancen auf einen Sieg gegen Italien stehen gut, wenn die deutsche Abwehr so stabil agiert wie bisher und das Mittelfeld weiterhin so variabel und druckvoll ist; und wenn für den Sturm eine überraschendere Lösung als bislang gefunden wird, dürfte für Italien nicht viel zu holen sein. Italien ist die Nagelprobe für Löw und dessen Kader. Wird sie bestanden, darf man auf ein spannendes Endspiel hoffen - wenn der zweite Finalist Portugal wäre.

© Roman Siertes

© GeoWis (2012-06-25)

Upadate (2012-06-28): Italien gewinnt das Halfinale in Warschau mit 2:1. Mario Balotelli sorgte bei den Azzurri für die Tore, Mesut Özil verwandelte in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum Anschlusstreffer.

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