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Warschau: Ehrung für Revolutionär Tadeusz Kosciuszko mit großem Bahnhof. Polens Nationalheld ist in der Hauptstadt angekommen
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Späte Ehrung

Der polnische Nationalheld Tadeusz Kosciuszko ist endlich auch in Warschau angekommen. Am vorvergangenen Dienstag war es soweit.

Von Stefan Z. Dmochowski (2010-11-27)

Er ist seit 193 Jahren tot und doch ist er im Gedächtnis der Polen, zumal der geschichtsbewussten, noch immer lebendig. Tadeusz Kosciuszko (1746-1817) war gewissermaßen nie weg, obwohl er einst nach den USA ausgewandert war und dort an der Seite von George Washington im Unabhängigkeitskrieg bzw. Revolutionskrieg (1775-83) gegen die Briten gekämpft hatte.

 Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten war er deshalb zu Ehren gekommen und zum Brigadegeneral ernannt worden. In vielen Städten der USA gibt es seit langem Kosciuszko-Monumente, etwa in Boston, Washington, Detroit.

In den Bundesstaaten Texas und Mississippi sind Städte nach ihm benannt, in Indiana ein County. Quer über die Vereinigten Staaten östlich der Rocky Mountains tragen Brücken, Straßen, Parks und Museen seinen Namen. Selbst in Australien ist er verewigt. Dort, im Territorium New South Wales, ist der höchste Berg des Kontinents nach dem berühmten Polen benannt.

Auch in einigen Städten und Orten Polens gibt es seit längerer Zeit verschiedenartige Monumente und Gedenksymbole zu Kosciuszko, natürlich in Krakau, wo er auf dem Wawel begraben liegt, aber auch in einem der geschichtsträchtigsten polnischen Provinzdörfer, Majiejowice.

In dem kleinen Weichsel-Ort, zirka 80 Kilometer südlich von Warschau entfernt, unterlag Kosciuszko im Frühjahr 1794 in dem nach ihm benannten und von ihm angeführten bewaffneten Aufstand gegen die Russen, die sich Polen mit dem Königreich Preußen teilten. In der als 'Schlacht von Majiejowice' in die Geschichte eingegangenen Wehr wurde Kosciuszko verwundet und in russische Gefangenschaft genommen.

Nachdem die radikale und hinterlistige Zarin, die nach Russland eingewanderte Deutsche Katharina die Große, unter deren Regiment Polen besetzt war, im November 1796 starb, begnadigte ihr Nachfolger, Zar Paul I, Kosciuszko noch im selben Jahr.

Bis vor wenigen Tagen gab es in Warschau kein Monument des Nationalhelden, der auch in Litauen und unter den sich Polen zugeneigten Belarussen verehrt wird. Zwar hatte sich zu seinem hundertsten Todestag ein Komitee gegründet, um ein Monument für ihn zu errichten, jedoch gab es eine Reihe widriger Umstände, weshalb es nicht dazu kam. Einerseits fehlte es an Mitteln, andererseits war Polen immer noch ein besetztes Land und erhielt erst 1918 seine Souveränität zurück.

 Die wurde mit dem Einmarsch der Roten Armee 1920 im Zuge des Polnisch-Russischen Krieges praktisch wieder aufgehoben. Für ein Monument für einen freiheitsliebenden Revolutionär, der im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gedient und danach gegen die Russen in Polen gekämpft hatte, war politisch betrachtet kein Platz in Warschau.

Wahrscheinlich hätten die Warschauer noch weitere Jahrzehnte oder bis zum Sankt Nimmerleinstag auf ein Kosciuszko-Monument warten müssen, wären nicht ein Schiff mit US-amerikanischem Geld über den Teich gekommen und Mittel von der Citibank Handlowy draufgepackt worden, womit die Finanzierung sichergestellt wurde.

Für die polnische Regierung und die regierenden Honoratioren der Stadt Warschau muss die milde Gabe eher peinlich wirken, weshalb die Warschauer auch nicht gerade vom Hocker gefallen sind, als das Monument jüngst zur öffentlichen Huldigung freigegeben wurde. Viele vermuten, dass Warschaus Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz den Nationalhelden unbedingt noch vor ihrer Wiederwahl enthüllen wollte.

Immerhin hat Warschau den Platz bereit gestellt, nachdem sich das Kosciuszko-Komitee unter Leitung von Professor Marian Marek Drozdowski an Gronkiewicz-Waltz gewandt hatte und die örtliche Zentrale der Citibank die Finanzierung für die Bauarbeiten und den Sockel, auf dem die Skulptur nun steht, sicherte. 

Das polnische Bildhauer-Geschwisterpaar Anna und Wojciech Siek wurde mit der baugleichen Anfertigung des im Lafayette Park zu Washington, D.C., stehenden Kosciuszko-Monuments beauftragt und arbeitete bis zur Fertigstellung ein Jahr daran. Am Mittag des 16. November 2010 wurde mit großem Bahnhof auf dem Zelazna-Brama-Platz die Enthüllung zelebriert. Polens Präsident Bronislaw Komorowski wohnte der Veranstaltung ebenso wie Gronkiewicz-Waltz bei, die fünf Tage später erneut zur Oberbürgermeisterin gewählt wurde.

 Auch höchste Weihen wurden Revolutionär Kosciuszko posthum zuteil, indem der rechtskonservative Warschauer Erzbischif Kazimiercz Nycz das Monument segnete. Wenige Tage später erhielt Nycz von seinem Spezi und Vorgesetzten, Papst Benedikt XVI, die Kardinalswürde verliehen. 

In der Ortschaft Majiejowice, wo der Nationalheld einst den Aufstand gegen die russischen Okkupanten probte, nahm man das Warschauer Prozedere um Kosciuszko gelassen zur Kenntnis.

Der Ort ist Heimstätte eines der interessantesten Kosciuszko-Monumente, erbaut 1978 von Mariusz Welter. Es steht mitten im winzigen Zentrum unweit von Busbahnhof und Gemeindehaus in einem kleinen Park - ein zehn Meter hohes, fünf Meter breites und - mit Sockelplatte - zwei Meter tiefes rechteckiges Edelstahlgebilde, das früh morgens wunderbare Sonnenaufgänge und zur anderen Seite hin abends beschauliche Sonnenuntergänge reflektiert.

© Stefan Z. Dmochowski

© GeoWis (2010-11-27) 

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