GEOWIS Logo
GeoWis ONLINE-MAGAZIN
19. September 2017
Home |  Login | Kontakt | Verlag | Links   
Download-Archiv
eBook/eText Downloads
Science & Technology
Selected Portraits
Artikel & Reportagen
- Afghanistan
- Angola
- Argentinien
- Australien
- Austria
- Auto-Legenden
- Bangladesh
- Burma
- China
- Deutschland
- Dänemark
EU
- Frankreich
- Georgien
- Griechenland
- Haiti
- Honduras
- Indonesien
- International
- Italien
- Japan
- Kuba
- Liechtenstein
- Literatur/Kunst/Musik/Medien
- Mexiko
- Niederlande
- Nigeria
- Paraguay
- Peru
- Polen
- Schweden
- Schweiz
- Serbien
- Spanien
- Sport
- Syrien
- USA
- Venezuela
- Vietnam
- Zimbabwe
- Äthiopien
Deutsche Sprache
Meinungen
Musik
Rezensionen
Film
Interviews
Schnellsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um einen Beitrag zu finden.
Erweiterte Suche
Ankündigung

Kostenlose Downloads (Auswahl)

Demographie: Que sera, sera. The future's not ours to see. Die BBR-Bevölkerungsprognose in Konfrontation mit der Realität. Von Hansjörg Bucher und Claus Schlömer

Stefan Z. Dmochowski - The Olowo of Owo

Klaus von Bröckel - Djibouti: 18. März 1987

Lesetipps

Tourismus

Wohin geht die Reise? >>

Reisen im Geburtsland Makesis >>

China-Reportagen

Chongqing - Stadt im Nebel >>

Chongqings Altstadt Ciqikou >>

Carrefour in China >>

Diaoyucheng, Hechuan >>

Beijing by Bike >>

Der chinesische Traum 1 >>

Der chinesische Traum 2 >>

Der chinesische Traum 3 >>

Spanien-Reportagen

Paxe Ryanair, Iberia! >>

High Speed Tag und Nacht >>

Der Tod kommt zweimal >>

Tarragona - Baila conmigo >>

Málaga - Glut des Südens >>

Japan-Reportagen

Hakone >>

Hakone Open Air Museum - Im Reich der Skulpturen >>

Frankreich-Reportagen

Nizza - Zwischen Arm und Reich >>

Vence - Kultort der Kultur ... >>

Nizza - Champagner muss sein >>

Côte Basque - Saint-Jean-de-Luz >>

Mauerfall-Reportagen

"Ich werd' bekloppt!" >>

"Keine Ahnung, wie die lebten" >>

"Wir wollen die D-Mark!" >>

Weitere Beiträge:
Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker ist über eine Abhöraffäre gestürzt. Vor wenigen Monaten wies er in einem Spiegel-Interview auf eine Kriegsgefahr in Europa hin. Ganz im Sinne des Großkapitals
Bankenrettung: Enteignung für den Euro. Der in Kauf genommene GAU für die EU und die Euro-Zone
ESM: Investment-Banker und willfährige Politiker verkaufen die EU-Bürger für dumm. Die letzte Bastion gegen die Finanzmarktknechtschaft ist das Bundesverfassungsgericht. Teil 2
ESM: Investment-Banker und willfährige Politiker verkaufen die EU-Bürger für dumm. Die letzte Bastion gegen die Finanzmarktknechtschaft ist das Bundesverfassungsgericht. Teil 1
Arbeitsrecht: Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte stärkt Whistleblowern den Rücken. Für das deutsche Bundesarbeitsgericht und die Bundesregierung bedeutet dies eine herbe Schlappe
EU-Parlament billigt das von der EU-Kommission aufgestellte Konzept der Economic Governance und beschneidet die Souveränität der EURO-Staaten um ein weiteres Stück
Gentechnik: EU-Kommission und Ilse Aigner knicken bei Futtermittel-Richtlinie ein
Dammbruch: EU will eigene Steuern erheben - Haushaltskommissar Janusz Lewandowski bezieht sich hierbei auf die Römischen Verträge
EU-Kommission nimmt Griechenland an die Kandare. Der Vertrag von Lissabon macht's möglich. Alles deutet darauf hin, dass die Währungswächter auf Kosten der griechischen Bevölkerung ein Exempel statuieren wollen
Tschechiens Präsident Václav Klaus stimmt als letzter Staatschef dem Lissabon-Vertrag zu. Damit ist das umstrittene Vertragswerk besiegelt und der Weg unters Joch des Zentralismus frei.
EU-Verfassung: Irland sagt Ja zum Lissabon-Vertrag und damit zur Union des Großkapitals
EU-Verfassung: Wenn die Iren Ja zum Lissabon-Vertrag sagen ...
EU-Verfassung: Auf ein Neues unter Freunden
EU-Verfassung: Irland erteilt Absage


ESM: Investment-Banker und willfährige Politiker verkaufen die EU-Bürger für dumm. Die letzte Bastion gegen die Finanzmarktknechtschaft ist das Bundesverfassungsgericht. Teil 1
[948]
draghi_fsb_big.gif

Machtergreifung 3.0

EZB-Präsident Mario Draghi hat den unbegrenzten Ankauf von Staatsanleihen überschuldeter EU-Länder verkündet. Nun wartet die Finanzwelt gespannt auf die Entscheidung zum Europäischen Stabilitätsmechanis (ESM) aus Karlsruhe. Allen voran Goldman Sachs und deren Alumni. Teil 1

Von Tom Geddis (2012-09-07)

Eine erste wichtige Hürde ist genommen. Die EZB will zur Bad Bank werden, was vor allem große Investment-Banken wie Morgan Stanley, Merryl Lynch, die UBS und Goldman Sachs freuen dürfte. Nun fehlt aus Karlsruhe noch das Ja zum ESM, dann kann richtig gefeiert werden. Zwar hätte bereits Bundespräsident Gauck seine Zustimmung zum ESM grundsätzlich verweigern können, wenn es das deutsche Parlament schon nicht vermochte, doch der Ex-Priester aus Rostock wartet lieber ab, wie das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) entscheidet.

Sollte Karlsruhe sich dem Vorbringen der inzwischen rund 37.000 Kläger gegen den ESM anschließen, wäre das eine substantielle Ohrfeige an die deutsche Regierungskoalition, die seit einigen Jahren das Adjektiv „alternativlos“ zu ihrem Lieblingswort erkoren hat. Winkt Karlsruhe den ESM durch, dann könnten die EU-Bürger, allen voran die deutschen, begreifen, wie sehr dieses Wort ihr weiteres Dasein bestimmte.

G20-Gipfel-WashingtonSeit Monaten malen die ESM-Befürworter in grellsten Farben den sprichwörtlichen Teufel an die Wand, wenn Deutschland dem – völkerrechtlich dann bindenden – ESM-Vertrag seine Zustimmung versagen müsste, weil die Karlsruher Richter diese für verfassungswidrig hielten.

Am lautesten meldete sich der Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker, im Hauptamt Luxemburgs Regierungschef, zu Wort. Mitte Juli mokierte er sich laut Spiegel Online (SPON) darüber, dass es "nicht hilfreich" sei, wenn sich das BVerfG bis zum Herbst Zeit nehmen wolle, über den ESM zu entscheiden und mahnte das Gericht: "Ich denke, sie wissen, in welchen maximalen Zeiträumen wir uns bewegen müssen."

Junckers Chuzpe ist bemerkenswert, aber logisch. An seinem Großherzogtum, das etwa die Fläche Mallorcas hat, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien scheiterte bislang die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der gesamten Euro-Zone, obgleich die Finanzindustrie mittlerweile mit 4,6 Billionen Euro aus Steuermitteln gepampert wurde. Einer Summe also, mit der sich die Staatshaushalte Griechenlands, Portugals, Spaniens, Italiens und Deutschlands beinahe auf einen Schlag hätten sanieren lassen (Gesamtschuldenstand dieser Staaten am 31.12.2011: ca. 5,3 Billionen Euro).

Zu den Teufel-an-die-Wand-Malern gehört auch der Chefvolkswirt der Unicredit, Erik Nielsen, der laut Welt Online (WON) jüngst im Hinblick auf eine mögliche Verfassungswidrigkeit des ESM Richtung Karlsruhe sagte: "Wenn sie uns jedoch überraschen, indem sie Deutschlands Beteiligung ablehnen, dann käme es zu einem regelrechten Blutbad an den Märkten.“ Das Geld der Steuerzahler ist begehrt.

Doch wer schlachtet wen? Wer würde in Blut baden? So genannte systemrelevante Banken? Investment-Banken? Gut möglich, dass Goldman Sachs am Ende wieder als Gewinner aus der Schlacht hervorgeht, wie bereits 2008, als der Ex-Chef des krakenhaften Finanzriesen, der damalige US-Finanzminister Henry Paulson, erst den Goldman-Sachs-Rivalen Lehman Brothers über die Klinge springen ließ, dann aber mit etlichen Milliarden Steuergeld im Rahmen des Toxic Asset Relief Program (TARP) den Versicherungskonzern AIG stützte und vorübergehend verstaatlichte, von dem Goldman Sachs für über zehn Milliarden Dollar Papiere im Tresor liegen hatte. Klar dass Lloyd Blankfein, Hank Paulsons Nachfolger auf dem Chefsessel bei den Goldmännern, sich auf seinen alten Kumpel verlassen konnte.

Barroso-Blankfein-cfrDer Rettungsakt des US-Finanzmarktes verschuldete die US-amerikanischen Steuerzahler, von denen inzwischen mehrere Millionen in Mobile Homes, Zelten oder ihren Autos leben – oder auf der Straße – und keine Steuern mehr zahlen können, mit knapp 7,8 Billionen Dollar. Stets auf der Gewinnerseite: Goldman Sachs.

Nur einmal mussten die Goldmänner fürchten, eine kräftige Niederlage zu erleiden, als die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC im April 2010 Klage gegen sie einreichte. Klagegrund war der gebündelte Handel mit faulen Immobilienkrediten (Credit Default Swap/CDS) und Schuldverschreibungen (Collateral Debt Obligation/CDO), die unter dem Titel Abacus 2007-AC1 an institutionelle Vollidioten verkauft wurden. Entwickelt wurde Abacus von dem ehemaligen, damals 25-jährigen Überflieger Fabrice Tourre, der seit 2004 bei Goldman Sachs arbeitete.

Tourre ist Absolvent der Elite-Ingenieurs-Uni l’École centrale (Paris) und hält einen Stanford-Abschluss in Operations Research (Mathematik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften). Die Abacus-Papiere kamen im April 2007 in den Handel. Im Oktober 2007 war ihr Wert um 83% gefallen, im Januar 2008 um 99%. Heute arbeitet der Mann in Kigali, Ruanda.

Goldman Sachs wie auch John Paulsons Hedgefond, der an dem Deal beteiligt war, wussten, dass Abacus im Grunde ein faules Produkt ist. Johnson spekulierte auf den Verfall der Papiere und sahnte mächtig ab. Goldman Sachs verkaufte seinen Kunden das Produkt jedoch als hervorragendes Investment. So auch der Düsseldorfer Industriekreditbank (IKB) mit einem Volumen von 170 Millionen Dollar.

Damals saß im IKB-Aufsichtsrat der Ökonom Jörg Asmussen, dessen Kompetenz der ehemalige Staatssekretär im Finanzministerium unter Oskar Lafontaine, Heiner Flassbeck, als "mittelmäßig" bewertete. Lafontaines Nachfolger Hans Eichel machte Asmussen dennoch zum Leiter seines Ministerialbüros. Seit 1. Januar dieses Jahres ist der "mittelmäßige" Asmussen Mitglied im EZB-Rat (bis 31.12.2019) und Befürworter von Draghis Anleihenaufkäufen. Gleichwohl ist er ein Verfechter finanzmarktpolitischer Deregulierung.

Goldman Sachs ließ es nicht auf einen langwierigen Prozess ankommen, der dem Unternehmen nur hätte schaden können, zumal mit einem Urteil gegen es gerechnet werden musste. Stattdessen opferte man Fabrice Tourre, bezahlte ihm die Anwälte und noch eine Weile das Gehalt, und einigte sich mit der SEC auf einen 550-Millionen-Dollar-Vergleich. Sofort stiegen die Aktienkurse von Goldman Sachs und das Sümmchen war bald wieder drin.

Die IKB ging trotz üppiger Unterstützung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in die Knie, weil ihre Tresore voller toxischer Papiere waren. Mehr als zehn Milliarden Euro hat sie die deutschen Steuerzahler gekostet, bevor sie für kleines Geld verkauft wurde.

© Tom Geddis

© GeoWis (2012-09-07)

Teil 2 >>

Anzeige