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Weißes Kreuz am Pranger

Die Schweizer haben gegen die Errichtung von Minaretten gestimmt und handeln sich seitdem internationale Empörung und Kritik ein. Kriegswaffen dürfen aber weiter exportiert werden

Von Nina Brenthäuser (2009-12-01)

Die Schweiz. Ein Land mit Luxusorten. Gstaad, Sankt Moritz, Arosa, Vevey, Chur, Brig, Interlaken, Sargans. Ein Land mit Geldhorten: USB, Schweizerischer Bankverein, Nummernkonten - Alm-Öis, Prominenz und moderner Geldadel. Das hat sich schon immer vertragen. Man kam bisher gut miteinander aus, denn man war selbstbestimmt, hatte selbst die Kritik deutlich stärkerer Staaten stets gut an sich abperlen lassen, und kommt noch immer gut miteinander aus.

Die Schweiz schützt sich und schreckt auch nicht vor fragwürdigen politischen Entscheidungen zurück. Es scheint, als müsse sich das Alpenland permanent gegen Einflüsse von außen behaupten und geriert - und verliert - sich dabei als letzter David gegen den Goliath 'Welt'. Und es scheint, als hätten die Eidgenossen hierbei stets die unausgesprochene Unterstützung des globalen Kapitals der Welt, von dem das geographisch kleine Land eine kaum abschätzbare Summe in Scheinen, Gold und Edelsteinen verwaltet.

Die Schweiz und die Schweizer. Sie sind rigoros, wenn es um ihre Interessen geht. Sie schützen auch ohne Einsatz ihrer Miliz ihre Wirtschaft auf die Gefahr hin, dass sie gegen das Recht verstoßen. Mitte der 1970er Jahre etwa, als sie einem Informaten aus einem der großen schweizerischen Pharmakonzerne Familie und Leben zerstörten, der zuvor den Fehler beging, dem damaligen EU-Wettbewerbskommissar Hinweise zu einem Vitamin-Kartell schweizerischer und deutscher Pharma-Giganten zu liefern. 

Der Mann war inhaftiert worden, seine Familie beging Selbstmord, er selbst verzog sich in seine außerschweizerische Heimat zurück, nachdem er aus dem Zuchthaus entlassen worden war und nichts mehr vorfand, was ihn hätte glücklich machen können.

Die Schweizer sind seltsam. Man trifft sie überall in der Welt an. Wenn nicht irgendwo ein Deutscher als erster am Strand lag, in der Knüste wanderte oder einen Berg bestieg, war es bestimmt ein Eidgenosse, natürlich mehrsprachig. Sie, die Schweizer, haben das hohe Gut des Plebiszits in ihrer eidgenössischen Verfassung - hat auch Deutschland - und leben es rigoros aus. Etwas, was in Deutschland nicht so einfach ist.

Das ist das, was Radikaldemokraten ja unablässig fordern: Lasst das Volk enscheiden! Dann aber hat man den Salat. Oder auch nicht. Bei den Schweizern, gewissermaßen den letzten Autonomen im Riesenreich Europa - ist das vielleicht anders. Es geht ja um etwas. Andauernd sind sie in der Situation - meinen sie - etwas abgeben zu müssen von dem, was sie sich redlich und unredlich verdient haben. Es sind zuweilen große Liechtensteiner, odr? 

Und jetzt auch noch große Christen und Atheisten. Nicht nur, dass sie gemäß des überkommenen kirchlichen Ukas' auf Linie sind, wonach kein Gebäude in einer Stadt höher als der Kirchturm sein dürfe: auch Minarette wollen sie nicht. Ansonsten halten sie sich für fortschrittlich.

57,5 Prozent der Schweizer Wahlgänger stimmten für das Minarett-Verbot. Nur in vier Kantonen stimmte die Bevölkerung gegen das Verbot - Genf, Basel-Stadt, Waadt und Neuchâtel (Neuenburg) -, das von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der rechtsliberalen Eidgenössischen Demokratischen Union (EDU) massiv unterstützt worden war.

Nun steht das weiße schweizerische Kreuz am Panger und hat auch einer potentiellen EU-Mitgliedschaft eine Absage erteilt. Konservative und Rechtsausleger aller christlichen Länder nutzen die Entscheidung ihrer (Eid-)Genossen nun für ihre Zwecke. Das ist Politik. Was auffällt, ist, dass die sonst so - beim Extrembergsteigen und bei Geldgeschäften - mutigen Schweizer im Kern ein Volk von Ängstlichen sind. Was soll man davon nur halten?

Ebenfalls zur Abstimmung stand am vergangenen Sonntag das Verbot, Kriegswaffen auszuführen, das von Linken und Grünen unterstützt wurde. Doch da sind die eidgenössischen Alm-Öis nicht so kleinlich. 68 Prozent lehnten das beantragte Ausfuhrverbot ab.

Was die Geldbeschaffung betrifft, sind's scho tolerant, odr?

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2009-12-01)

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