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China: Der Südwesten Chinas leidet unter anhaltender Dürre. Besonders betroffen ist die Provinz Guizhou
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Pure Not

Seit Jahren herrscht in Teilen Chinas Dürre. Nun geraten auch Regionen der touristisch attraktiven Provinz Guizhou wegen akuten Wassermangels in Bedrängnis. Doch vor allem sind Teile der Bevölkerung und Landwirtschaft betroffen

Von Hao Feng (2010-02-23)

Zu den Attraktionen der knapp 40 Millionen Einwohner zählenden südwestlichen chinesischen Provinz Guizhou, die in der Fläche etwa halb so groß ist wie Deutschland, gehören die Xifeng-Heißwasserquellen, die Xiniu-, Qinglong-, Zhijin-, Jiulong- und Biyun-Höhlen, der Xishan Miao Königstempel im Südosten der Provinz, der Drachenpalast und die Huangguoshu-Wasserfälle unweit von Anshun, der Taoxi-Tempel nahe der Stadt Zunyi, die Malinghe-Schlucht, die Landschaft um den Zhangjiang-Fluss in der südöstlichen Prefäktur Libo und - beispielsweise - die von Höckergebirgen eingerahmten Karstlandschaften.

Alljährlich kommen einige Millionen Touristen nach Guizhou, die meisten aus dem Inland, um sich die Attraktionen anzusehen, sie zu erleben und in die Natur einzutauchen, die normalerweise mit üppigem Grün aufwartet. Zumindest auf die Gebirgshänge, die immer noch regelmäßig von Wolken ummantelt sind, trifft das Immergrün noch zu.

Neun chinesische Minderheiten leben dort (Bouyei, Miao, Dong, Yi, Tuyia, Gelao, Shui, Bai, Hui) neben den die Mehrheit der Bevölkerung stellenden Han. Die beiden folgenden bevölkerungsreichen Volksgruppen sind die Miao (ca. 4,2 Mio.) und Bouyei (ca. 2,8 Mio.). Von der seit 2006 anhaltenden Dürre, die in den vergangenen Jahren lediglich marginal von Regenfällen unterbrochen wurde, sind sie inzwischen fast alle betroffen. 

Guizhou ist vorwiegend eine Agrar-Provinz. Zwar spült der Tourismus eine Menge Geld in die Region und auch in die um 3,5 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Guiyang, doch das regioniale Bruttosozialprodukt speist sich wesentlich aus der Agrarproduktion.

Die ist mittlerweile aufgrund der anhaltenden Dürre arg ins Stocken geraten. Betroffen sind vor allem die südöstlichen Gegenden von Guizhou, wie China Daily heute meldet. Mehr als 1,5 Millionen Menschen in der Region sind akut von der Dürre betroffen. Hinzu kommen gut eine Dreiviertelmillion Nutztiere, denen es an Wasser mangelt.

 Ebenfalls betroffen sind mehr als 2700 Quadratkilometer (z. Vgl. Größe des Saarlands: 2569 qkm) landwirtschaftliche Nutzfläche der gebirgigen und zerklüfteten Provinz. Bereits mehr als 60 Prozent davon sind bereits schwer angegriffen, sechs Prozent völlig zerstört, wie China Daily berichtet.

Aus den letzten Löchern versuchen die Bauern Wasser für ihr Vieh und ihre Agrarpflanzen herbeizuschaffen und verfütternmittlerweile vertrockneten Weizen an Schweine, damit die Tiere überleben. Die Regionalregierung von Guizhou hat nun um 170.000 Helfer mobil gemacht, die den in die pure Not geratenen Bauern bei der Wasserversorgung helfen sollen.

Gleichzeitig wurden knapp 3.000 Lastwagen mit Wassertanks auf den Weg gebracht, die die von der Dürre gebeutelte Bevölkerung mit Trinkwasser versorgen sollen, aber auch die Nutztiere und Nutzpflanzen. Wie es aussieht, könnte diese Art der Versorgung noch lange anhalten, wenn es nicht bald regnet.

Und es könnte schlimmer kommen, wenn anhaltender Regen ausbliebe. Vor einem halben Jahr haben Ge Yu, Huadong Shen und Jian Liu vom Nanjing Institute of Geography and Limnology, Chinese Academy of Sciences, im Rahmen einer Studie¹ zu veränderten klimatischen Bedingungen darauf hingewiesen, dass andauernde Dürren (in China) die Not noch verstärken könnten, wenn - wie in der Vergangenheit geschehen - erst die Heuschrecken kämen. Die fräßen dann den Rest noch zu erntender Nutzpflanzen ab.

¹ Yu, G., H. Shen, and J. Liu (September 2009), Impacts of climate change on historical locust outbreaks in China Journal of Geophysics, Nr. 114

© Hao Feng

© GeoWis (2010-02-23)

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