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Hand, Richard J.: Terror on the Air! Horror Radio in America, 1931-1952. Rezensiert von Hubertus Molln
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Radio Drama - Spannung und Schrecken aus dem Äther

Vor vier Jahren erschien Richard J. Hands Buch Terror on the Air, eine gut verständliche populärwissenschaftliche Studie zu einem Kulturgenre, das schon x-mal als tot beschrieben wurde: dem Hörspiel

Von Hubertus Molln (2010-04-06)

Mehr als zwei Jahrzehnte Horror Radio, ein feststehender Begriff in der angelsächsichen Hörspielforschung, beleuchtet Hand. Nicht ohne Grund hat er sich die Jahre 1931-1952 vorgenommen. Es ist ein Zeitrahmen, in dem weltpolitisch enorme Umwälzungen stattfanden und das Fernsehen noch nicht dominant war.

Während dieser Zeit, der "goldenen Zeit des Radios", wie Hand es nennt, war das Hörspiel, das die englischsprachige Welt Radio Drama nennt, allabendlich ein Muss für US-Amerikaner. In 43 von 45 Millionen US-Haushalten habe nicht nur ein Radio gestanden - die Familien hätten sich um es versammelt, weshalb man von radio families sprach. "Von den 1930ern bis in die 1950er Jahre lebten die Leute ihr Leben zu den Klängen des Radios", so Hand. 

 Radio hatte den Vorteil für die Hörer, stets live zu sein. Es gab noch keine Aufnahmegeräte, die Vorproduktionen zuließen. Dies, wie Hand schreibt, habe allen an einer Radioproduktion Beteiligten ein hohes Maß an Professionalität abverlangt, besonders, wenn es ums Hörspiel ging. Viele große Schauspieler hatten zuvor in Hörspielproduktionen mitgewirkt.

Hier vor allem bei Grusel- und Horrorgeschichten, bei Thrillern, Science-Fiction, Krimis. Peter Lorre, Orson Welles, Vincent Price, Boris Karloff, Rita Hayworth, Elspeth Eric und weitere brillierten in spannungsgeladenen Hörspielen. Mancher Hörspielprotagonist blieb Jahrzehnte bei diesem Genre und bei seinem Sender.

Hand gibt in den ersten drei Kapiteln seines Buches einen fundierten Überblick zur Rolle des Radios jener Epoche und zu einigen Geschehnissen, über die immer wieder gesprochen wird, wenn es um die Wirkung des Radios, speziell des Hörspiels geht.

So Orson Welles' berühmte Sequenz vom 30. Oktober 1938, als der aus dem von John Houseman und Howard Koch geschriebenen Hörspiel The War of the Worlds, basierend auf H. G. Wells' Roman, die Landung von Marsianern im (fiktiven) Städtchen Grover's Mill verkündete, woraufhin geschätzte 1,5 Millionen Amerikaner in Panik verfielen, weil sie dachten, es handele sich um eine Nachricht. Welles und der Radiosender The Mercury Theater on the Air wurden umgehend national und dann international bekannt. Der Sender erhielt noch am Abend Besuch von der Polizei.

Zu den Stars der seinerzeitigenUS-Hörspielsszene gehörten auch Miriam Wolfe, Agnes Moorehead, Alan Devitt und Marc Smith, wie Hand im dritten Kapitel - The Cult of the Actor: Acting and Genre in Horror Radio of the Golden Age - wunderbar darlegt. Alle Hörspielstars mitDialogsequenzen waren wahre Schauspieler. Hinter ihrem Mikrophon seien sie Expressionisten allererster Güte gewesen, indem sie Mimik, Gestus und Stimme dem Stoff so anpassten, als nähme eine Kamera sie ihr Radio-Schauspiel auf und als sähen Millionen an den noch nicht vorhandenen Bildschirmen zu.

Das alles habe dem Hörer gedient. Denn das Schauspiel hinter dem Mikrophon habe der Stimme jene Ausdrucksstärke und Variabilität verliehen, die - in Verbindung mit anderen Elementen, etwa Geräuschen und Musik - den Hörer ans Radio fesselten. Wenn ein spannungsgeladenes Hörspiel lief, sei nebenbei weder gebügelt noch gekocht worden.

Stars, so lernen wir durch Hand, seien aber nicht einzig die Radio-Schauspieler gewesen. Auch die Geräuschemacher hatten einen ebenso wichtigen Part. Sie benutzten so ziemlich alles, was es an Produkten und Gegenständen gab, um Geräusche zu erzeugen. Da musste dann etwa eine zu spaltende oder auf den Boden zu schmetternde Wassermelone herhalten, um beim Hörer das Geräusch eines gespaltenen oder zerschmetterten Schädels ankommen zu lassen. Sturm konnte mit dem Geräusch eines kleines Gasbrenners und dessen Flamme erzeugt werden, wenn das Mikrophon nahe genug dran war.

Ebenfalls zu den Stars gehörten die Regisseure und Drehbuchautoren. Zu den profiliertesten Hand zufolge Arch Oboler, dessen Hörspielserie Lights Out (1934-47) die Zuhörer fesselte. Andere waren etwa Wyllis Cooper und Ernest Chappell mit ihrer Serie Quiet, Please (1947-49). Zur Höchstform liefen auch stets Alonzo Deen Cole (The Witch's Tale; 1933-38), Himan Brown (Inner Sanctum Mysteries; 1941-52) oder Robert A. Arthur und David Kogan (The Mysterious Traveler; 1943-52) auf.

Die Regisseure, die häufig auch Drehbücher zu einzelnen Folgen der Hörspiele schrieben oder daran beteiligt waren, haben wie Theaterregisseure agiert, nicht selten wie Derwische oder Zebulons, mit dem Unterschied, dass sie während des Spiels durchaus mit auf der Bühne standen. Für den Hörer waren sie unsichtbar.

 Kaum eine Hörspielserie des 'Suspense'-Genres verzichtete auf die Wiedererkennbarkeit, die sich neben der Musik vor allem im 'Host' niederschlug. Der 'Host', der Introdukteur, mal höhnisch, mal Furcht einflößend kurzum der Mann - seltener waren bei Horror Radio Frauen in diesem Job -, sei für den humorig-makabren Einleitungsteil der Radio-Show zuständig gewesen und der erste, der zwar nicht stets einen Spannungsbogen, indes eine Erwartungshaltung beim Hörer aufgebaut habe. 

Richard J. Hand bringt uns die innere Welt des Horror Radio über die lektorischen, lehrbuchhaftigen drei Kapitel hinausgehend anhand von sechs weiteren Kapiteln näher, in denen er sich jeweils mit einer der bereits oben genannten Hörspielserien, deren Machart, Ensemble und Wirkung auseinandersetzt.

Er hat für dieses Buch tausende von noch erhaltenen Bändern, teils auf Film festgehalten, teils auf Tonträger gehört und gesichtet und manche erst durch seine Nachforschungen wieder aus der Vergessenheit geholt. Dafür gebührt ihm ein Extralob.

Hands Buch ist aber nicht nur eine Exkursion in die Vergangenheit des spannenden Hörspiels, das es auch in Deutschland in Form des Krimis gab, wenngleich nicht während des gleichen Zeitraums, da die Kriegsparteien des Zweiten Weltkriegs vor allem in Deutschland Radio als Propagandamedium missbrauchte - übrigens auch in den USA, was Hand nicht unerwähnt lässt -, sondern es macht auch neugierig auf die gegenwärtigen Hörspielangebote, die es zum Glück gibt.

© Hubertus Molln

© GeoWis (2010-04-06)

Links (Auswahl)

Hörspiel.com (Portal über das deutschsprachige Hörspiel >>

Hörspiele zum Herunterladen (WDR) >>

Richard J. Hand: Terror on the Air! Horror Radio in America, 1931-1952. With a Foreword by David Kogan. 184 S., Hardcover, US-Format, ISBN 0-7864-2367-9, McFarland, Jefferson, North Carolina, 2006.

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