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China: Erdbeben in Qinghai: Nach und nach zeigt sich das Ausmaß des Erdbebens von Yushu. Die Rettungsmannschaften sind im Wettlauf mit der Zeit.
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Jeder gibt, was er kann

Nach dem Erdbeben in der südwestlichen Region der chinesischen Provinz Qinghai sind die Rettungsmannschaften im Wettlauf mit der Zeit. Inzwischen ist der chinesische und asiatische Solidaritäts- und Hilfsapparat voll angelaufen.

Von Amy Li (2010-04-17) 

Angekündigt hatte sich das schwere Erdbeben in der Region Yushu, Provinz Qinghai, die unweit der Grenze zur chinesischen Provinz Sichuan liegt, bereits am Dienstagabend um 21.40 Uhr (Ortszeit) mit einer Magnitude von 4,9 gemäß Richterskala (siehe Tabelle), folgt man den Aufzeichnungen des Geoforschungszentrums Potsdam. Der Impuls (Hypozentrum) fand ihm zufolge in einer Tiefe von 38 Kilometern statt.

Zwar ist auch in dieser gebirgigen und Hochlandregion ein Beben dieser Stärke durchaus spürbar, doch hat vermutlich die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung dem keine allzu große Bedeutung beigemessen, da nicht zeitnah genug kräftige Folgebeben stattfanden.

Erst gut zwei Stunden später entfaltete dann das Hauptbeben seine zerstörerische Kraft - ausgehend von zehn Kilometern Tiefe - mit einer Magnitude von 6,7. Chinesische Medien sprechen von einer Magnitude 7,1. Andere Quellen, etwa die deutsche Wikipedia, spricht von einer Magnitude 6,9 und gibt das Epizentrum mit 240 Kilometern nord-nordwestlicher Entfernung von der an Sichuan grenzenden Stadt Qamgu an.

Erdbeben in der Region Yushu (Magnituden > 4,0)
Datum Ortszeit Lat
Long
Mag
Tiefe
13.04.201021:40:02
33,22 N
96,75 E
4,9
38 km
13.04.2010
23:49:37
33,18 N
96,65 E
6,7
10 km
14.04.2010
00:01:16
32,95 N
96,93 E
5,0
10 km
14.04.2010
00:12:25
33,21 N
96,57 E
4,8
10 km
14.04.201001:25:17
33,20 N
96,43 E
6,0
10 km
14.04.2010
03:15:48 33,01 N
96,42 E
4,7
10 km
15.04.2010
18:30:20
33,15 N
96,75 E
4,4
10 km
Quelle: GFZ Potsdam; Bearbeitung: GeoWis, 2010.

Fakt ist, dass es in der betroffenen Region große Zerstörungen gibt und die Opferzahl inzwischen enorm gestiegen ist. Wurde zu Beginn der internationalen Berichterstattung, die sich auf chinesische Quellen stützte, von etwa 300 Todesopfern gesprochen, sind es inzwischen mehr als 1.140.¹ Nahezu zehnmal so viele Verletzte gebe es, wovon mehr als zehn Prozent als Schwerverletzte gelten. Fakt ist auch, dass es nachts klirrend kalt ist und das Thermometer deutlich unter Null fällt.

Die zunächst nur schleppend angelaufenen Rettungs- und Hilfsmaßnahmen in die abgelegene Region, die über Land lediglich über die etliche hunderte von Kilometern lange Nationalstraße 214 von Xining oder Riwoqê erreichbar ist, weshalb Helikopter und Transportflugzeuge aus den - immer noch Stunden entfernten - Militärbasen und den Millionenstädten Lanzhou, Provinz Gansu, und Beijing auf den Weg gebracht worden waren, ist mittlerweile in vollem Gange.

Neben den eingeflogenen professionellen Bergungskräften und Soldaten, Ärtzen, Krankenschwesten und Statikern wurde neben Medikamenten und medizinischer Ausrüstung auch Material für die Überlebenden mitgebracht. Etwa so überlebensnotwendige Utensilien wie kälteresistente Schlafsäcke, Zelte, Matten, Wasser und Wasseraufbereitungsinstrumente und -chemikalien. Doch es reicht noch nicht, weshalb internationale Hilfe angelaufen ist, die sich aus Geldzusagen und Sachmitteln zusammensetzt. Noch immer fehlt es an ausreichend Bergungsgerät, etwa Baggern.

Die traditionelle Bauweise in den Dörfern, meist Wohnbauten aus Lehm-Ton-Mergelgemischen, und die Stein- und Ziegelbauten haben dem Beben überwiegend nicht standgehalten, weshalb es in der betroffenen Region aussieht wie nach einem fulminanten Luftangriff.

Neben den geographischen Bedingungen sorgen auch meteorologische für Schwierigkeiten und machen den Rettungskräften zu schaffen. Wie chinesische Behörden über die einheimischen Medien berichten lassen, erschwerten starke Winde und die für die Rettungs- und Hilfstruppen ungewohnte Höhe des Katastrophengebites die Einsatzeffizienz. Vielen Rettern gehe in diesem zwischen 4.000 und 6.000 Meter hohen Gebiet buchstäblich die Luft aus.

Mit der Katastrophenhilfe und der Annahme ausländischer Hilfe unterstreicht Beijing, dass es aus der nach jetziger Kenntnis noch dramatischeren Situation zum Erdbeben von Sichuan vor zwei Jahren Lehren gezogen hat. Dies auch im Hinblick auf die nach wie vor im Raum stehenden, vorwiegend vom Westen lancierten Vorwürfe, ethnische Minderheiten nicht ausreichend zu berücksichtigen. Einmal mehr stellt China seinen inneren Zusammenhalt und Solidaritätssinn unter Beweis. Jeder der kann, spendet Geld, selbst wenn es manchmal nur ein paar Fen oder Yuan sind.

¹ Update (2010-04-2020): Inzwischen hat sich die Opferzahl erhöht. Bis 20.50 Uhr Ortszeit wurden laut der Nachrichtenagentur Xinhua (China) 2064 Tote geborgen. 193 Menschen werden noch vermisst. 12.135 Menschen wurden verletzt, 1434 davon schwer.

© Amy Li

© GeoWis (2010-04-17)

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