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Bausparen in China: Schwäbisch Hall wollte in großem Stil Bausparverträge und Hypothekendarlehnen in China zeichnen. Noch ernährt man sich dort von Peanuts
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Zähes Geschäft

Bausparen war für Chinesen noch vor einem Jahrzehnt ein Fremdwort. Nur langsam spricht es sich herum. Zu den Anbietern von Bausparverträgen gehört auch Schwäbisch Hall aus dem gleichnamigen Städtchen am Schwäbisch-Fränkischen Wald.

Von Hao Feng (2010-06-23)

Es war der ganz große Bahnhof, als im Dezember 2003 im Beisein von Staatspräsident Wen Jiabao und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder die Vertragsunterzeichnung zwischen der China Construction Bank (CCB) und der Bausparkasse Schwäbisch Hall in der Halle des Volkes in Beijing unterzeichnet wurden. Damit besiegelten die beiden Baufinanzierer die Gründung der Sino-German Bausparkasse (SGB) - an der die Haller 24,9 und die CCB 75,1 Prozent halten - mit Sitz in der Mega- und Hafenstadt Tianjin.

Im Februar 2004 begann man hoffnungsvoll mit dem operativen Geschäft und der Acquise. Beides erwies sich als schwierig. Zum Einen waren die Chinesen mit dem Thema Bausparen nicht vertraut, zum Anderen war es für Privatleute nicht möglich, Wohneigentum bzw. Grundstücke zu erwerben. Jahrzehntelang wurden Wohnungen zugeteilt. Bestenfalls konnte man Grund und Boden pachten.

Zweieinhalb Jahre später waren die Haller ernüchtert, obwohl Alexander Erdland, damals Chef der Schwäbisch Hall, Anfang 2006 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung noch von Marktführerschaft in diesem Segment sprach. Rund 20 Millionen Euro hatte man bis dahin ausgegeben, um das Geschäft anzukurbeln, allerdings nur wenig Bausparverträge abgeschlossen.

Folgerichtig wollte Erdlands Finanzvorstand und Nachfolger, Matthias Metz, sich aus China zurückziehen. Indes, die Haller blieben. Inzwischen kamen weitere Anbieter mit dem Thema Bausparen und Objektfinanzierung auf den chinesischen Markt. Bis heute konnte sich die SGB nicht durchsetzen, ist aber aus der Verlustzone längst heraus.

Im Jahr 2008 setzte man rund 153 Millionen Euro um; 2009 waren es laut Unternehmensangaben 238 Millionen, wobei der größere Anteil, knapp drei Viertel, aus der Objektfinanzierung - etwa dem sozialem Wohnsbau - kam und nur 67,3 Millionen aus Bausparverträgen. Insgesamt schrieb man 2009 gerade 2119 Verträge. Zum Vergleich: In Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien schrieben die Haller fast 700.000 Verträge mit einem Volumen von 8,3 Milliarden Euro. 

Es ist noch ein zähes, strategisch aber sicherlich wichtiges Geschäft. Wer in China langfristig richtig Geld verdienen will, muss durchhalten.

© Hao Feng

© GeoWis (2010-06-23)

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