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"Gabi schläft im Gras"

In New York und Japan wird seit dem 14. August das Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert. In Südfrankreich feiert man ein anderes Datum der Befreiung.

Von Nina Brenthäuser (2010-08-15)

Die Befreiung Europas vom Hitler-Regime begann zwar mit der Operation Overlord am 6. Juni 1944, doch ohne Unterstützung durch die gelungene Operation Dragoon an Frankreichs Mittelmeerküste wäre es für die an den Küsten der Normandie gelandeten Alliierten schwer geworden. 

Mit 880 Schiffen, darunter Zerstörer, Kreuzer, Schlachtschiffe und vier Flugzeugträger, und 1370 Landungsbooten gelangten US-amerikanische, kanadische und französische Truppen, unterstützt von rund 5.000 Flugzeugen, bestückt mit Bomben und Fallschirmjägern, am 15. August 1944 an die Strände zwischen Toulon und Cannes.

 Gesammelt und formiert hatten sich die Flottenverbände zuvor in Korsika. Von dort aus nahmen sie am 1. August Kurs auf Genua, um die faschistischen Truppen zu täuschen. Am 14. August änderten sie planmäßig ihren Kurs in Richtung Côte d'Azur.

Um die französische Résistance zu informieren, ließen sie über die in London beheimatete BBC mehrere Parolen senden: "Nancy a un torticollis" (Nancy hat einen steifen Hals), "Gabi dort dans les herbes" (Gabi schläft im Gras), "Le chasseur est affamé" (Der Jäger ist hungrig).

Dadurch war die Résistance informiert, dass binnen 24 Stunden die Landungsoffensive begänne, und mobilisierte ihre Sabotagekräfte, um Brücken zu sprengen, Telekommunikations- und Stromversorgungseinrichtungen zu zerstören, damit die Wehrmachtstruppen nicht an die Strände gelangten, es zumindest schwer hätten. 

Die Invasion begann an strategisch wichtigen Punkten, auch im Hinterland. Um drei Uhr morgens des 15. August starteten alliierte Luftlandetruppen von Italien aus in Richtung Le Muy und Draguignan. In Draguignan saß der Befehlshaber der 19. Armee, General Friedrich Wiese, der in der Provence und an der Küste zwischen Marseille und Menton das Sagen hatte. Auch das 62. Armee-Corps unter Wehrmachtsgeneral Ferdinand Neuling, das zur 19. Armee gehörte, war dort stationiert. 

Binnen Stunden nahmen die alliierten Fallschirmjäger strategisch wichtige Gebäude, Verkehrswege und Höhenzüge ein, befreiten Draguignan und einen Tag später auch Le Muy und Les Arcs, unterstützt von 400 Segelflugzeugen, die weitere Truppen und Parachuters brachten. 50 dieser Flieger stürzten allerdings ab. 

An der Küste landeten die Befreiungstruppen vor allem bei Cavalaire-sur-Mer, einem Dorf mit damals etwa tausend Einwohnern. Der Ort gehörte zum Verteidigungsbereich der 242. Infanterie-Division unter Generalleutnant Johannes Bäßler, die aber wesentlich in Hyères und Saint-Raphael stationiert war. Auch die 148. Infanterie-Division unter dem Kommando von Generalleutnant Otto Schönherr, der für Cannes, Nizza und den französisch-italienischen Grenzbereich bei Menton zuständig war, mischte mit. Es dauerte nur zwei Tage, bis die Landungstruppen sich bei Cavalaire durchgesetzt hatten.

Nachdem die allierten Truppen die Landung am Cap Anthéor wegen zu starker Gegenwehr der deutschen Besatzer aufgegeben hatten, gingen sie am Strand von Cap du Dramont an Land. Auch dort war Bäßlers 242. mit zuständig und leistete den Befreiern bei Boulouris heftigen und verlustreichen Widerstand auf deren Weg nach Saint-Raphael, Valescure und Fréjus.

 Bereits am ersten Tag der Invasion nahmen die Alliierten auch die zu den Iles d'Hyères gehörenden Inseln Port-Cros und Levant ein und sicherten so die an Land gegangenen Truppen meeresseitig ab. Auch hier war Bäßlers 242. Infanterie-Division zuständig.

Seit Anfang Mai 1944 bis zur Landung hatten alliierte Bomber um 10.000 Einsätze geflogen und mehr als 12.000 Tonnen an Bomben auf die Region fallen lassen. Mit rund 94.000 Truppen, 11.000 Fahrzeugen, darunter 500 Panzer und über 1.000 Artilleriegeschütze, und einigen tausend Tonnen Versorgungsmaterial waren die Befreier am 15. und 16. August 1945 an der verminten Cote d'Azur und in der Provence gelandet. Ihnen standen um 200.000 Wehrmachtstruppen gegenüber. 35.000 von ihnen gerieten in Gefangenschaft. 

Die Befreier arbeiteten sich rasch nach Westen in die Region Languedoc-Roussillon vor, und nach Norden, um dort die am 6. Juni 1944 in der Normandie gelandeten alliierten Truppen zu unterstützen. Am 22. August befreiten sie die Alpenstadt Grenoble - 83 Tage eher als erwartet - und machten sich weiter auf den Weg nach Dijon. Am 23. August wurde Toulon im Herrschaftsbereich des 83. Armee-Corps der Wehrmacht eingenommen.

Dorthin waren inzwischen auch Bäßlers 242. und Generalleutnant Hans Schäfers 244. Infanterie-Division mit Truppen zur Verteidigung der Besatzung abkommandiert worden. Schäfers 244. war zudem für den Küstenabschnitt von Toulon nach Marseille zuständig und hatte Sanary, Bandol, La Ciotat, Cassis und - mit dem Kommandeur der 338. Infanterie-Division, Generalleutnant René de l'Homme de Courbière, auch die Metropole Marseille zu verteidigen. Die wurde am 29. August befreit. 

Es sollte noch ein Jahr dauern, bis der Zweite Weltkrieg offiziell am 14. August 1945 durch Verkündung des damaligen US-Präsidenten Truman für beendet erklärt wurde. Für die Franzosen in der Provence, die Rhône hinauf und an der Côte d'Azur begann dessen Ende am 15. August 1944. Das feiern sie seit heute gebührlich in vielen Ortschaften, so in Saint-Tropez, Saint-Raphael, Valescure, Le Muy, Draguignon, Toulon ... Die Patrouille de France und Patrouille Breitling, Luftwaffenstaffeln des französischen Militärs, steuern eine Parade am Himmel dazu bei. 

© Nina Brenthäuser

© GeoWis (2010-08-15)

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